Die Leiden des jungen Werthers

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Der Roman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von Goethe ist 1774 erschienen. Der Roman besteht aus Briefen, die über den Zeitraum von eineinhalb Jahren von einem jungen Mann namens Werther an einen Freund geschickt werden. Werther, ein angehender Jurist, verliebt sich in Lotte, die allerdings bereits mit Albert befreundet war. So bleibt diese Liebe unerfüllt. Beruflich gibt es Rückschläge, da Werther ständig seine Kompetenzen überschreitet. Später kommen sich Lotte und Werther zwar näher, doch ihretwillen verzichtet er auf die Durchsetzung seiner Liebe zu ihr und erschießt sich. Was sofort an dem Text dieses Briefromans auffällt, ist die gefühlsbetonte Sprache, welche etwas unvermittelt und fremd in die Welt eines Lesers aus dem Jahre 2014 eindringt – z.B.:

"Erinnerst du dich der Blumen, die du mir schicktest, als du in jener fatalen Gesellschaft mir kein Wort sagen, keine Hand reichen konntest? O, ich habe die halbe Nacht davor gekniet, und sie versiegelten mir deine Liebe. Aber ach! Diese Eindrücke gingen vorüber, wie das Gefühl der Gnade seines Gottes allmählich wieder aus der Seele des Gläubigen weicht, die ihm mit ganzer Himmelsfülle in heiligen, sichtbaren Zeichen gereicht ward. Alles das ist vergänglich, aber keine Ewigkeit soll das glühende Leben auslöschen, das ich gestern auf deinen Lippen genoss, das ich in mir fühle! Sie liebt mich! Dieser Arm hat sie umfasst, diese Lippen haben auf ihren Lippen gezittert, dieser Mund hat an dem ihrigen gestammelt. Sie ist mein! Du bist mein! Ja, Lotte, auf ewig"

Vielleicht kann sich der eine oder andere an die erste ernsthafte Liebesbeziehung nach dem Lied "Mit siebzehn hat man noch Träume" erinnern - anscheinend versucht Goethe solchen Emotionen auf höchster Sprachebene Worte zu geben. In den Begriffen des Sturm und Drangs(1765 bis 1785) könnte man vielleicht von einer Genialität des Gefühls sprechen, welche auch von der Person des Werthers verkörpert wird. Vergleicht man so den vorliegenden Roman mit dem Faust II so fällt auf, dass bestimmte Menschentypen beschrieben werden: Beim Werther eher der Typ eines jungen künstlerischen Lebemannes, der narzistisch um seine eigene emotionale Befindlichkeit kreist, dabei allerdings sympathisch bleibt und in genialer Manier seine Liebe formuliert und sich auch Landschaftsmalereien hingibt. Dabei hält er doch Distanz zur profanen und trockenen Welt der normalen Gesellschaft. Der Faust hingegen möchte auf Gedeih und Verderb die Menschengesellschaft voranbringen. Etwas klingt die Frage an, ob eine bestimmte Seelenverfassung in der realen Umwelt lebensfähig ist. Ein stark ausgeprägtes Wesen ringt so um Akzeptanz und droht mit dem Tod zu scheitern - was bleibt, ist der Glaube an ein erfülltes Leben nach dem Tode.

Der Roman war bereits mehrfach vor die Augen gekommen und dabei unterschiedlich interpretiert worden - zumindest ist es erstaunlich, wie man mit Sprache umgehen kann.

1 Siehe auch[Bearbeiten]

Johann Wolfgang von Goethe

2 Weblinks[Bearbeiten]

3 Literatur[Bearbeiten]

4 Andere Lexika[Bearbeiten]