Chiemgau-Einschlag - Stellungnahmen des LfU

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Gnome-globe.svg Tüttensee: 47.84667N 12.56807E
Tiefenkarte Tüttensee

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU)[1] hat wiederholt zum Chiemgau-Einschlag Stellung bezogen und stellt fest:

„Den Kelten fiel der Himmel nicht auf den Kopf -
Chiemgauer Tüttensee kein 2.500 Jahre alter Meteoritenkrater, sondern Toteiskessel aus der Eiszeit.“

LfU: Pressemitteilung Nr. 37[2]

1 2019

1.1 Eiszerfallslandschaft des Tüttensees ist ein Geotop

Im Februar 2019 wird die Eiszerfallslandschaft des Tüttensees vom LfU als Geotop-Nummer: 189R039 eingestuft.

  • Geowissenschaftlicher Wert: wertvoll

„Sondierungen in der östlichen Verlandungszone des Tüttensees innerhalb der Wallform haben bis 2,5m Tiefe Torf und bis 4,0 m Tiefe Seekreide erbracht. C14-Datierungen aus den Tiefen von 0,6 bis 2,8m ergaben Alter von 4.420 bis 12.750 Jahren (Cal BP).
Eine Enstehung der Hohlform des Tüttensees durch einen Impakt in jüngerer Zeit kann damit ausgeschlossen werden.“

LfU: Geotop-Nummer: 189R039[3]

2 2010

2.1 Neue Altersdaten: Kein "Kelten-Komet" im Chiemgau

In der Pressemitteilung Nr. 37 des LfU (24. August 2010) wird das Ergebnis, der 2009 entnommenen Bodenproben bekanntgegeben.

  • „Neue Altersdaten: Kein "Kelten-Komet" im Chiemgau“. [2]

„Den Kelten fiel der Himmel nicht auf den Kopf - Chiemgauer Tüttensee kein 2.500 Jahre alter Meteoritenkrater, sondern Toteiskessel aus der Eiszeit.
Eichhorn: Unsere Radiokarbon-Datierungen zeigen, dass die Tüttensee-Vertiefung bereits seit Ende der Eiszeit existiert.
Mit diesem Befund, so Eichhorn, sei die These eines kosmischen Impakts vor 2.500 Jahren im Chiemgau eindeutig widerlegt.“

LfU: Pressemitteilung Nr. 37[2]

2.2 Geo-Newsletter Bayern Nr. 11 vom 25.10.2010

Unter dem Punkt - 4.1 Streit um den Tüttensee - Radiocarbon-Daten belegen eiszeitliches Alter - stellt das LfU fest, dass CIRT an der Impakt-Theorie festhält und bekundet sein Unverständnis mit den Worten: [4]

„Das beim Einschlag aus dem Krater geschleuderte Material soll also die vom LfU datierten ungestörten (!) Sedimente überflogen haben und erst weit außerhalb des Kraters in Form eines „Ringwalls“ abgelagert worden sein -
ein für uns nur schwer vorstellbarer Deutungsversuch.“

LfU: Geo-Newsletter Bayern Nr. 11[4]

2.3 Ernst Kroemer: Blockbilder zur Entstehung des Tüttensees als Toteiskessel

In einer Beschreibung mit mehreren Bildern wird die Enstehungsgeschichte des Tüttensee dargestellt.

„Vom südlich liegenden Gletscher floss Schmaelzwasser über den Ur-Mühlbach in den Stausee. Der Fluss überschüttete den Toteisblock mit Kies und Schortter. Nach und nach entstand Deltaablagerungen.“

Kroemer E.: LfU[5]

3 2009

3.1 Ernst Kroemer: Sedimententnahme und Datierungen in der Verlandungszone des Tüttensee

Gnome-globe.svg Verlandungsmoor_Tüttensee: 47.84662N 12.57143E
Tüttensee, Verlandungsmoor im östlichen Teil

„In der östlichen Verlandungszone des Tüttensees wurden auf dem Gebiet der Gemeinde Vachendorf mittels eines Stechzylinders Proben aus den Torfen und der unterlagernden Seekreide entnommen.
Als Ergebnis ist ein Mindestalter der Hohlform von Cal BP 12.750 bis 12.390 Jahren [Beta 265372] festzustellen.
Da mit Peilstangen die Mächtigkeit der Seekreide auf mehr als 2,5 m prognostiziert wurde, ist mit deutlich höheren Altern bis hin in das ausgehende Hochglazial zu rechnen.“

Kroemer E.: LfU[6]

4 2005

4.1 Gerhard Doppler & Erwin Geiss: Der Tüttensee im Chiemgau – Toteiskessel statt Impaktkrater

Eine Begehung des Geländes um den Tüttensee und Auswertung von Unterlagen ergeben:

„Die Deutung des Tüttensees als Einschlagkrater eines Himmelkörpers ist äußerst unwahrscheinlich. Auch für andere Kraterformen im Bereich Chiemgau-Salzachmündung ist die Entstehung durch einen Impakt zwar nicht grundsätzlich auszuschließen, an den von uns besuchten Lokalitäten und mit den bisher publizierten Fakten ist nach unserer Auffassung eine solche Entstehungsursache allerdings keineswegs zu belegen.“

Doppler G. & Geiss E.: LfU[7]

5 Weblinks

6 Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
  2. 2,0 2,1 2,2 LfU - Pressemitteilung Nr. 37: Neue Altersdaten: Kein "Kelten-Komet" im Chiemgau [1]
  3. LfU (2019) - Geotop 189R039, Eiszerfallslandschaft des Tüttensee (PDF 1.8MB)
  4. 4,0 4,1 LfU - Geo-Newsletter Bayern Nr. 11 vom 25.10.2010 PDF (850kB)
  5. E. Kroemer: Entstehung des Tüttensees als Toteiskessel
  6. E. Kroemer: Sedimententnahme und Datierungen in der Verlandungszone des Tüttensee
  7. G. Doppler & E. Geiss: Der Tüttensee im Chiemgau - Toteiskessel statt Impaktkrater

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