Baruch Mayer

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Grabstein von Anna Mayer auf dem Jüdischen Friedhof in Bühl [1]
Baruch Mayer (geb. am 1. März 1845 in Müllheim, gest. am 2. Februar 1927 in Bühl) [2] war ein deutscher Rabbiner. Von 1886 bis 1925 war er Bezirksrabbiner der jüdischen Gemeinde von Bühl.

1 Leben[Bearbeiten]

  • Seine Eltern waren Josef Mayer jun. und Esther Mayer, geb. Günzburger. Über das Elternhaus, seine Kindheit, sowie Studium und Promotion ist nichts genaueres bekannt.
  • Um die Jahreswende 1881/1992 trat er den Dienst als Rabbinats-Verwalter in Bühl an. [3]
  • Am 21 Oktober 1847 heiratete er Anna Mayer (1852 - 1931), geb. Bloch, aus Sulzburg. [4] Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Josef (1881-1940) und Moritz (geb. 1882) hervor.
  • Am 26. Juni 1886 wurde ihm das Bezirksrabbinat Bühl zu einem jährlichen Festgehalt von 1.200 Reichsmark bei freier Wohnung und Erstattung einiger sonstiger Aufwendungen übergeben. Zu seinen Aufgeben gehörte auch die Seelsorge für die jüdischen Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern, die dem Bezirksrabbinat Bühl oblag. isreliBetreuung der [5]
  • Als Rabbiner war er allseits - auch bei der christlichen Mehrheit, die in Bühl ein gutes Verhältnis zu ihren jüdischen Mitbürgern hatte - beliebt. [6]
  • Am 6. Oktober 1889 wurde die Synagoge in Ettlingen durch Rabbiner Baruch Mayer ihrer Bestimmung übergeben. [7]
  • Am 20. März 1897 hielt Mayer in der Synagoge zu Bühl eine Festrede zur 100-Jahr-Feier des Geburtstags von Kaiser Wilhelm I., [8] [9]und am 16. August 1899 eine Ansprache anlässlich der Einweihung der Synagoge von Baden-Baden.
  • Großherzog Friedrich verlieg ihm am im Jahr 1906 das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen. [10]
  • Im Jahr 1910 wurde er zum Konferenzrabbiner ernannt. [11]
  • Am 27. Dezember 1916 wurde er mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet.
  • Das Ansehen, das er in der Stadt genoß lässt sich daran ermessen, dass der Gemeinderat am 5. November 1924 beschloss Rabbi Mayer zum 40-jährigen Dienstjubiläum und gleichzeitig 80. Geburtstag persönlich die guten Wünsche der Bürgerschaft zu überbringen. Zur Gratulation fanden sich die Stadträte am 1. März 1925 im Bühler Rathaus ein. Zehn Tage darauf beschloss der Gemeinderat, ihm das Ehrenbürgerrecht der Stadt zu verleihen. Die Übergabe der Urkunde erfolgte fünf Tage später. [12]
  • Am 2. Februar 1927 verstarb Mayer nach kurzer, aber schwerer Krankheit.

2 Grabstelle[Bearbeiten]

Er wurde, wie auch seine Frau, auf dem jüdischen Friedhof in Bühl beerdigt. Seine Grabstelle ist rechts vom Gehweg das erste Grab in der 34. Reihe. [13] Auf seinem Grabstein steht - neben seinem Namen, den Lebensdaten und seiner Berufsbezeichnung auf Deutsch - in hebräischer Schrift:

"Es weinte sehr all unsere Gemeinde / denn es war gefallen die Krone unseres Hauptes / es hat uns verlassen unser Lehrer, unser Rabbiner / das ist Baruch, Sohn des Josef." [14] [15]

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anm.: Links vom Gehweg das 4. Grab in der 26. Reihe
  2. Bühl mit Achern (Kreis Rastatt) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge auf www.alemannia-judaica.de
  3. Gerhard Lötsch: Bezirksrabbiner Dr. Baruch Mayer (1845 - 1927); in Stadtgeschichtliches Institut der Stadt Bühl: Jüdisches Leben - Auf den Spuren der israelitischen Gemeinde in Bühl, Nr. 15/2001 der Reihe Bühler Heimatgeschichte, 2001, S. 92
  4. Siehe Bild ihres Grabsteins in diesem Artikel.
  5. Gerhard Lötsch: Bezirksrabbiner Dr. Baruch Mayer (1845 - 1927); in Stadtgeschichtliches Institut der Stadt Bühl: Jüdisches Leben - Auf den Spuren der israelitischen Gemeinde in Bühl, Nr. 15/2001 der Reihe Bühler Heimatgeschichte, 2001, S. 91 und 92
  6. Franz Hundsnurscher und Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden - Denkmale, Geschichte, Schicksale, herausgegeben von der Archivdirektion Stuttgart im W. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart, 1968, S. 65
  7. Ettlingen (Landkreis Karlsruhe) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge auf www.alemannia-judaica.de im Abschnitt Die Einweihung der Synagoge in Ettlingen am 6. Oktober 1889
  8. Scan des ersten Teils der Rede Mayers auf www.alemannia-judaica.de
  9. Scan des zweiten Teils der Rede Mayers auf www.alemannia-judaica.de
  10. Gerhard Lötsch: Bezirksrabbiner Dr. Baruch Mayer (1845 - 1927); in Stadtgeschichtliches Institut der Stadt Bühl: Jüdisches Leben - Auf den Spuren der israelitischen Gemeinde in Bühl, Nr. 15/2001 der Reihe Bühler Heimatgeschichte, 2001, S. 92
  11. Landkreis Rastatt - Bühl auf www.rastatt-info.de
  12. Gerhard Lötsch: Bezirksrabbiner Dr. Baruch Mayer (1845 - 1927); in Stadtgeschichtliches Institut der Stadt Bühl: Jüdisches Leben - Auf den Spuren der israelitischen Gemeinde in Bühl, Nr. 15/2001 der Reihe Bühler Heimatgeschichte, 2001, S. 90
  13. Michael Rumpf: Bühler Judenfriedhof - Beitrag zu einer Monographie XXXI/1985, Die Große Kreisstadt Bühl, nach dem Namensverzeichnis auf Seite 60 bezeichnet mit R XXXIV 1 (siehe auch Seite 40 und 41 und desselben Buches mit Eintrag und Foto zu Mayers Grabstein)
  14. Monika Preuß: Der jüdische Friedhof Bühl - Eine Dokumentation, Heidelberg, 1992, S. 273
  15. Siehe auch das Foto des Grabsteins auf www.alemannia-judaica.de

4 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Baruch Mayer) vermutlich nicht.