Altnigriter

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Altnigriter bezeichnet man kleine, isoliert lebende "Stämme", die seit langem in der afrikanischen Sudanzone ansässig sind und ihre alte "Stammeskultur" weitgehend bewahrt haben.


Sie leben vom Hackbau und sind in Großfamilien bzw. Clans organisiert, wobei die Ältesten als Führer fungieren. Vorherrschender Glaube ist bei ihnen der Animismus. Eine soziale Schichtung oder größere politische Zusammenschlüsse kennen sie im Gegensatz zu den Neusudaniern nicht. Typische Vertreter der Altnigriter sind die Bassari, Dogon, Minianka und Senufo. In Mali repräsentieren die circa 190.000 Dogon im Gebiet der Falaise von Bandiagra am besten das altnigritische Element. Die altnigritischen Gesellschaften im Sahel-Sudan basieren auf der Zugehörigkeit zu verschiedenen Verwandschaftsgruppen. Dabei unterscheidet man patrilineare und matrilineare Gesellschaften. Die größere Einheit des Clans beruft sich auf einen mythischen Urahn, und wird durch einen eigenen Schutzgeist, eigene Vorschriften (z.B. Speiseregeln) und strikte Exogamieregeln geprägt. Man spricht denselben Dialekt, hat die gleichen Sitten und Gebräuche (z.B. Tätowierungen, Haar- und Kleidertracht, Ackerbau- und Handwerksmethoden). Die häufigste Siedlungsform ist ein aus fünf bis zehn ringförmig angeordneten Kegeldachhütten bestehendes Gehöft. Verwandte leben meist zusammen in einem Dorf oder Stadtviertel. Wichtige gesellschaftliche Gruppen sind neben der Abstammungsgruppen (Großfamilie, Clan, Lineage) die nach Alter gebildeten Initationsgruppen und Maskenbünde.

1 Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Krings: Sahel - Senegal, Mauretanien, Mali, Niger / Islamische und traditionelle schwarzafrikanische Kultur zwischen Atlantik und Tschadsee, DuMont Buchverlag, Köln, 1982, Seite 36 ff. und 393

2 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Altnigriter) vermutlich nicht.