Aare

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Die Aare ist der größte Fluss der nördlichen Schweiz, annähernd 300 km lang, entspringt in den Gletschern des Finsteraarmassivs, durchströmt Brienzer und Thuner See, ist mit dem Bieler See durch den Aare-Hagneck-Kanal verbunden und mündet nahe Waldshut in den Rhein.

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Das Wort Aare stammt – wie auch Aa, das etwa zehn Flüsse in der deutschen Schweiz bezeichnet – vom altdeutschen Aha (Wasser) ab, das mit dem lateinischen aqua verwandt ist. Die Aare ist der längste und größte der ausschließlich schweizerischen Flüsse. Die Nebenflüsse führen der Aare Wasser von siebzehn Kantonen zu, vom waadtländischen Jouxtal bis zum sanktgallischen Gastertal; selbst das Wallis mit der Quelle der Saane und das Tessin mit einer der Reussquellen sind daran beteiligt.

Das Aarebecken bedeckt mit rund 17'620 km² über 40 % des schweizerischen Territoriums. Das bedeutet, daß die Aare allein schon knapp die Hälfte der Schweiz unter Wasser setzt. Wenn man dann noch den Rhein und ein paar andere Flüsse dazunimmt, dann ist die Schweiz zu ungefähr 70 % von Wasser bedeckt. Daher kommen ja auch die Witze mit der Schweizer Marine. Bei seiner Einmündung in den Rhein ist der Fluss Aare größer als der Strom: Die Aare führt durchschnittlich über 500, der Rhein 430 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Aus zwei Gletschern des Finsteraarhornmassivs, im Herzen der kristallinen Hochalpen entsprungen, fließt die Aare zuerst durch ein enges Quertal, das nach Innertkirchen zu einer schwindelerregenden Schlucht wird, deren Felswände teilweise eine Höhe von 150 Metern erreichen und dabei manchmal nur einen ("Kleine Enge") oder zwei Meter voneinander entfernt sind. Sie biegt dann, zwischen zwei Faltungen der Voralpen, in ein breiteres Längstal ein, wo sie sich weiter verbreitert und die Seen von Brienz und Thun bildet. Nach Verlassen der Alpen duchquert die Aare die gesamte Berner Hochebene, und seit 1878 fließt sie durch den Hagneck-Kanal in den von ihr früher gemiedenen Bielersee.

Von Biel nach Brugg, über etwa 100 km, fließt die Aare dem tiefsten Teil der schweizerischen Hochebene, dem Jurafuss, entlang. Dann wird sie zum Sammelkanal vieler Gewässer der deutschen Schweiz, denn eine Reihe beinahe parallel laufender Flüsse münden in ihr rechtes Ufer ein: die Große Emme, die Langeten, die Wigger, die Suhr, die Aa, die Reuss, die Limmat. Schließlich durchquert sie den Jura und vereinigt sich mit dem Rhein, und dies in der Nähe eines Dorfes, das einen vielsagenden Namen trägt: Koblenz; dieser Name kommt vom vulgärlateinischen confluentia, das heißt "der Zusammenfluss".

Weitere Stichworte: AG; Bern; Buri; Dällebach Kari; Große Emme; Interlaken; keltische Sprachreste; Limmat; Murtensee; Neuenburger See; Olten; SO; Solothurn; Thun; Wasserschloss; Wigger; Wohlensee

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