Megalithen in Nordafrika

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Die Megalithen in Nordafrika liegen in zwei relativ geschlossenen Verbreitungsgebieten. In Nordmarokko liegen die Monumente eher vereinzelt, während die grenzübergreifend verbreiteten Anlagen in Nordostalgerien und Nordtunesien große Nekropolen mit bis zu 1000 Dolmen bilden. Beide Gebiete zeichnen sich archäologisch durch große Fundarmut aus, so dass sich die chronologische Gliederung auf eine typologische Ordnung der Bauten reduziert.

1 Architektur

Ein Architekturvergleich Nordafrikas mit den Megalithen der Iberischen Halbinsel ergibt deutlich mehr Divergenzen als Affinitäten: Die Dolmen Nordafrikas sind so klein, dass man sie mit Steinkisten verwechseln kann. Die in Spanien und Portugal häufigen Anlagen mit gedecktem Gang gibt es in Nordafrika gar nicht. Die primär in der Südhälfte der Iberischen Halbinsel auftretenden Tholoi sind in Nordafrika äußerst selten. Die häufigsten Megalithanlagen Nordafrikas sind so genannte „bazinas“, „chouchets“ (turmartige Anlagen) und „monuments en chapelle“ (Grabanlagen mit Nischen), Formen die es in Europa nicht gibt. Ähnlichkeiten kann man am ehesten bei den „Allée couvertes“ sowie bei einfachen Dolmen und Kisten feststellen, die allerdings „Allerweltsformen“ sind.

2 Funde und Datierung

Datei:Medghasen.jpg
Medracen (auch Medghasen) in Algerien

Einige nordafrikanische Funde, darunter ein Bronzedolch und steinerne Stielpfeilspitzen, sowie Glockenbecher – aber nicht aus Gräbern – haben zur Annahme geführt, dass die ersten Megalithgräber zu Beginn der Bronzezeit von der Iberischen Halbinsel nach Nordafrika gekommen sind. Damit gehörten sie in die Spätphase der Megalithik. Unterstrichen wird die späte Datierung durch Ähnlichkeiten von Keramik aus nordafrikanischen Dolmen mit sizilianischer (bronzezeitlicher) Castelluccio-Keramik.

In Nordafrika wurden die verschiedenen megalithischen Formen bis in historische Zeit beibehalten. So kann man an den numidischen Königsgräbern von Medracen und Tipasa oder am Grab der Tuaregkönigin Tin Hinan, sowohl aufgrund ihrer Monumentalität, als auch anhand ihrer Grundrissgestaltung postmegalithische Züge feststellen und sogar Parallelen zu neolithisch-kupferzeitlichen Megalithanlagen auf der Iberischen Halbinsel finden. Ähnliches gilt für den Hügel El Uted bei Mezora in Marokko, bei dem es sich möglicherweise um das bei antiken Schriftstellern genannte Grab des mythischen Riesen und legendären Königs Antaios handelt. Die Anlage hat noch stärker als die vorgenannten megalithischen Charakter. Der 54 × 58 m messende Hügel (das entspricht den Ausmaßen der Anta Grande do Zambujeiro in Portugal) hat eine maximale Höhe von 6 m, ist aus Steinen und Erde aufgeschichtet und wird von einer niedrigen Steinmauer aus zugehauenen Blöcken gefasst. Im Zentrum des Hügels befand sich eine Grabkiste.

3 Menhire

Umgeben ist der Hügel El Uted von 167 Monolithen von im Durchschnitt 1,50 m Höhe; im Westen befinden sich einige größere, darunter El Uted der größte von allen mit 5 m Höhe. Daneben liegt ein Menhir mit 4,2 m Länge. Alle sind bearbeitet und abgeschliffen, El Uted und einige andere weisen trichterförmige Löcher auf. Etwa 50 m nordwestlich liegen 16 weitere Monolithen, die möglicherweise zu einem kleineren Steinkreis gehörten. Weitere Monolithen liegen im Norden. Der gesamte Komplex ist noch nicht nach modernen Maßstäben aufgemessen worden. Es gibt nur die Lage- und Planskizze von Pater H. Koehler (1932). Die Funde der Ausgrabung von 1935 und etwaige Aufzeichnungen sind verschollen.

4 Literatur

  • G. Camps: Sur trios types de Monuments funéraires nord-africans. In: Bulletin de la Société Préhistorique Française. Paris 1959 S. 101-108

5 Siehe auch

Aufsatz von F. H. Müller: "Vorchristliche Steindenkmäler" in: "Westermanns Illustrierte Deutsche Monatshefte. October 1869, Band 27", S. 477

6 Andere Lexika

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