Walhall (Historisch)

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Blick auf Walhall (1896) von Max Brückner
Innenansicht (1905): Eine Walküre bedient die gefallenen Krieger, Odin sitzt auf seinem Thron, neben ihm Geri oder Freki

Walhalla, auch Valhalla oder Wallhall, eigentlich Walhalle (altnordisch Valböll) ist in der nordischen Mythologie der Aufenthaltsort für die in Schlachten Gefallenen.

Diese glänzende Halle stand nach späterem Mythus in Gladsheim (Freudenheim), vor ihr der Hain Glasir, dessen Bäume goldene Blätter trugen. Über der westlichen Haupttür des Saales, der so hoch war, dass man kaum seinen Giebel sehen konnte, hing als Symbol des Krieges ein Wolf, darüber ein Adler.

Der Saal selbst, mit Schilden über Speerschäften gedeckt, hatte 540 Türen, durch deren jede 800 Einhörner schreiten, wenn es zum großen Kampfe mit dem Fenriswolf geht. Für diese Tapferen, die nach dem Tode auf der Walstatt zu Odin kamen, war er bestimmt. Berühmten Fürsten zu Ehren wurde die Halle geschmückt; alle Helden standen aus zu ihrem Empfange; die Walkyren kredenzten ihnen Wein. Die Könige kamen alle nach Walhalla, auch wenn sie nicht den Schlachtentod gestorben waren.

Alle Morgen zogen beim Hahnenruf die Einhörner aus zu wildem Kampfe gegeneinander, abends sammelten sie sich zum Mahle unter Odins Vorsitz. Odin selbst genoß nur Wein; die Speisen gab er den neben ihm sitzenden Wölfen Geri und Freki.

Der Walhallglaube in den Quellen der nordischen Mythologie ist ziemlich jung; heimisch ist nur der Glaube an ein Fortleben aller Toten im Reiche der Hel, und auch Walhall ist von Haus aus nichts anderes als einfach "Totenhalle".

Wallhalla heißt auch ein Bauwerk bei Donaustauf unweit Regensburg, das von König Ludwig I. von Bayern als dauerndes Denkmal deutschen Ruhms und deutscher Größe gegründet wurde. 1816 erhielt Leo von Klenze (s. d.) den Auftrag, Entwürfe anzufertigen, 18. Okt. 1830 erfolgte die Grundsteinlegung, 18. Okt. 1842 fand die Einweihung statt. Die W. erhebt sich 98 m hoch über der Donau, auf einem mächtigen Unterbau als ein dorischer, dem Parthenon zu Athen nachgebildeter Marmortempel von 75:35 m Grundfläche und 21 m Höhe. Die Giebelgruppen schuf Schwanthaler. Das Innere des Gebäudes, ein Saal ion. Stils (54,5 m lang, 15,5 m breit, 17 m hoch), ist in drei Abteilungen gesondert, von denen die mittlere zwei sitzende, die beiden andern je zwei stehende Siegesgöttinnen von Rauch enthalten. An der Wand finden sich marmorne Reliefdarstellungen aus dem Leben der alten Deutschen von J. M. Wagner sowie die Büsten (101) oder, wenn beglaubigte Porträte fehlen, die in Goldschrift auf Marmortafeln (64) ausgeführten Namen der "Walhalla-Genossen", deren Reihen, in Gruppen geteilt, durch Siegesgöttinnen getrennt werden.

1 Literatur

  • König Ludwig I.: Walhallas Genossen, München 1842
  • Adalb. Müller, Donaustauf und Walhalla (24. Aufl., Regensburg 1894)
  • Schratz, Kurze Geschichte und Beschreibung der Walhalla und des Markts Donaustauf (4. Aufl., ebd. 1896)

2 Quelle

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