Thomas von Kempen

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Profil.png Profil: Thomas von Kempen
Namen geb. als Thomas Hemerken
Beruf Geistlicher; Schriftsteller, Mystiker, Vorreformator
Persönliche Daten
1379/1380
Kempen
1. Mai oder 25. Juli 1471
St. Agnetenberg bei Zwolle


"Thomas von Kempen" - Grafik aus dem Vorblatt des Buches "Des gottseligen Thomas von Kempen Werk von der Nachfolge Christi Für Geistliche und Weltliche neu übersetzt und mit Morgen=, Abend=, Meß=, Beicht= und Communion=Gebeten herausgegeben von Anton Ferd. Dyckhoff. - Münster 1837."

Thomas von Kempen (* um 1380 in Kempen als Thomas Hemerken ; † 25. Juli 1471 im Kloster Agnetenberg („Bergkloster“) bei Zwolle) war ein Augustiner-Chorherr, Mystiker und geistlicher Schriftsteller des 15. Jahrhunderts.

Dieses Denkmal steht in der Stadtmitte seiner Geburtsstadt Kempen.


Zitat

„Leben
des
Thomas a Kempis
(Vgl. Ullmann, Reformatoren vor der Reformation.
Hamburg 1842. Th. 2 S. 127 u. ff.)


Thomas Hamerken (Hämmerchen) war im Jahre 1380 unfern Köln im Städchen Kempen oder Kampen geboren. Seine Eltern waren unbemittelte Bürgersleute. Der Vater, ein Handwerker, gab ihm ein Beispiel von Thätigkeit, Einfachheit und Ausdauer. Die Mutter, die sich durch Frömmigkeit auszeichnete, pflanzte früh in seine empfängliche Seele die Keime einer lebendigen und herrschenden Liebe zu den göttlichen Dingen.
Thomas mußte schon in zarter Jugend schöne Anlagen entwickelt haben; sonst hätte man kaum auf den Gedanken kommen können, ihn studieren zu lassen; denn, arm wie er war, sah sich der Knabe dabei ganz auf fremde Mildthätigkeit angewiesen.
In seinem 15. Jahre wanderte Thomas nach der Stadt, wo eine berühmte Anstalt der Brüder vom gemeinsamen Leben blühte, nach Deventer. Die gelehrte Schule daselbst stand in vielfacher Berührung mit dem dortigen Bruderhause. Die Brüder besorgten einen Theil des Unterrichts, und die Schüler, besonders ärmere, wurden eifrig von ihnen unterstützt und gefördert. Auch Thomas erhielt von einem derselben, Florentinus, dem vielverehrten Vorsteher der Brudergemeinschaft, Unterstützung, indem er ihn mit Büchern versah und ihm Unterkunft bei einer frommen Matrone verschaffte. Bald nahm Thomas auch an den Andachtsübungen des Brüder Theil und wurde ganz in die fromme Richtung derselben hingezogen. Nicht lange, so trat er mit ihnen in vollständige äußere Gemeinschaft. Er erhielt von Florentinus einen Platz im Bruder (Frater=)Hause selbst, in welchem damals ungefährt zwanzig Kleriker, sammt drei Laien, einem Prokurator, Koch und Kleidermacher, zusammen wohnten und ihren Unterhalt hatten. Hier übte sich nun Thomas im Abschreiben und Lesen der heiligen Schrift und nahm ununterbrochen an den Andachten der Brüder Theil.
Nachdem Thomas sieben Jahre in der Schule und dem Bruderhause zu Deventer zugebracht hatte, ging er auf Anrathen des Florentinus in das Kloster der heiligen Agnes, das unfern der Stadt Zwoll auf einer mäßigen Anhöhe lag. Hier hat er seine ganze übrige Lebenszeit zugebracht und dem Kloster durch seinen Namen eine geschichtliche Bedeutung verschafft. Fünf Jahre brachte er im Noviziate zu; im sechsten nahm er die Mönchskutte an; und erst im siebten legte er sein Gelübte ab, das er aber nun auch mit unverbrüchlicher Treue erfüllte.
Außer den gemeinsamen und besonderen Andachtsübungen bestand seine Hauptthätigkeit im Kloster, da er auch Priester war, in religiösen Vorträgen und beichtväterlichen Geschäften; außerdem in der Abfassung eigener Werke und Traktate und im Abschreiben fremder.
Das Agneskloster bewahrte eine von ihm verfertigte vortreffliche Abschrift der Bibel in vier Bänden, ein großes Meßbuch und einige Werke des heil. Bernhard; auch sein eigenes Buch von der Nachfolge Christi hat er mehrmals abgeschrieben. Er wurde Subprior und starb in dieser Würde. Thomas erreichte bei gemäßigter Askese und geordneter Thätigkeit eine sehr hohe Lebensstufe, und starb im Juli 1471 in einem Alter von fast 92 Jahren. Über seine letzten Tage ist nichts Genaueres überliefert. Die äußere Erscheinung des Thomas entsprach seinem inneren zarten Wesen. Er wear unter mittlerer Größe, aber von guten Verhältnissen; die Farbe seines Gesichts lebhaft und etwas bräunlich; die Augen durchdringend klar, und bei dem angestrengtem Gebrauche bis zum Greisenalter so scharf, daß er keiner Brille bedurfte. Dem Franziskus Tolenfis wurde noch ein, obwohl schon sehr erloschenes Bild des Thomas gezeigt, unter welchem das charakeristische Wort stand: Ueberall habe ich Ruhe gesucht und nicht gefunden, außer in der Einsamkeit und ihn Büchern.“

Dr. August Ludwig Gottlieb Krehl, Universitätsprediger und Professor der Theologie zu Leipzig:
Thomas von Kempen - Nachfolge Christi für Evangelische Christen bearbeitet und mit Beicht= und Communiongebeten versehen; Leipzig 1845

1 Werke[Bearbeiten]

2 Weiterführende Weblinks[Bearbeiten]

3 Andere Lexika[Bearbeiten]