Mordechai Elon

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Mordechai Elon (* 9. Dezember 1959) ist ein orthodoxer israelischer Rabbiner. Sein Vater, Menachem Elon, war Richter an Israels Supreme Court. Von August 2002 bis zum Jahr 2007 war er Rosch Jeschiwa von Yeshivat HaKotel in der Altstadt von Jerusalem. Er hatte eine wöchentliche Fernsehsendung über die „Parashat Ha-Shavua“, schrieb Bücher sowie Kommentare zu aktuellen religiösen Fragen und war besonders in nationalreligiösen Kreisen sehr anerkannt. [1] Im Jahr 2006 wurden gegen ihn Untersuchungen wegen dem Verdacht auf sexuelle Verfehlungen unternommen. Die Organisation Tanaka forderte ihn deswegen zum Rücktritt von seinem Amt und zu einer psychologischen Behandlung auf. Im Jahr 2010 erhob Tanaka, nachdem sich Elon nur teilweise an die Abmachungen gehalten hatte, erneut Anschuldigungen, Elon unterhalte weiterhin homosexuelle Kontakte zu seinen Studenten. Im August 2010 ermittelte die Polizei gegen ihn. Sie fand genügend Beweise um den Fall an die Justiz weiterzuleiten. [2] Das Ermittlungsteam verkündete:

"Eine große Anzahl von Beweisen wurde gegen Rabbi Elon gefunden, welche belegen, dass er unzüchtige Aktionen unter Anwendung von Gewalt begangen hat, und unzüchtige Aktionen gegenüber einem Minderjährigen." [3]

Elon selber bezeichnete die Anschuldigungen als eine "Anklage ohne Grundlage im Stil einer schrecklichen Ritualmordlegende". [4]

Der Fall Mordechai Elon ist nicht der einzige Fall von nachgewiesenem bzw. vermutetem sexuellem Missbrauch in Rabbinerkreisen. Wenige Jahre vorher war der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner, Israel Meir Lau, wegen derm Verdacht der sexuellen Belästigung von Frauen in Verdacht geraten. Davor war auch Shlomo Aviner, der Oberrabbiner von Beit El, in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Frauen geraten. Gegen ihn lagen mehrere klare Zeugenaussagen betroffener Frauen vor. [5] Nach Arthur Gross Schaefer, Professor für Recht und Ethik an der Loyola Marymount University, übersteigt die Rate des sexuellen Mißbrauchs unter Rabbinern den unter protestantischen Klerikern. Rabbi Joel Meyers berichtete, dass 30% der Rabbiner die ihre Stellung wechselten, dies unfreiwillig wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs taten. [6] Vor allem in jüdisch-orthodoxen Kreisen sind die zuständigen religiösen Stellen eher bemüht die Missbrauchsfälle nicht öffentlich werden zu lassen. So forderte David Zwiebel, ein Vertreter einer Dachorganisation der Haredim, z.B. im Fall Baruch Lanner dass die Staatsanwaltschaft "religiöse Sensibilitäten" respektieren müsse und zum Beispiel den Tätern Gefängnisaufenthalte ersparen sollte, damit deren Familien nicht um ihren Ernährer gebracht würden. [7]Auch um die Autorität der Rabbiner ist er besorgt:

"Der Staatsanwalt sollte behutsam den Eindruck vermeiden, den Rabbinern ihre Autorität wegnehmen zu wollen." [8]

1 Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Benjamin Rosendahl: Gefallene Engel; auf www.hagalil.com
  2. Yair Ettinger: Rabbi Elon accused of 'long-term' sexual relationship with student; aus der Zeitung Haaretz
  3. Übersetzt nach "A wide range of evidence has been found against Rabbi Elon for committing indecent acts by force and indecent acts against a minor." auf Eli Senyor: Police - Charge Rabbi Elon with sexual abuse; auf www.ynetnews.com am 08.08.2010
  4. Elon called the matter a "terrible blood libel, a complaint without foundation," by a "person whose stability is doubtful."; auf Top Zionist rabbi slams 'blood libel' accusing him of sex crimes Dozens of supporters gathered Tuesday morning at home of Rabbi Mordechai Elon in wake of allegation.; aus der Zeitung Haaretz
  5. Ist Rabbi Mordechai Elon ein Perverser ?
  6. Sexual abuse in social context - Catholic clergy and other professionals, Report by the Catholic League for Religious and Civil Rights aus dem Jahr 2004
  7. Was ist, wenn Rabbiner Kinder mißbrauchen?; auf www.kreuz.net
  8. Was ist, wenn Rabbiner Kinder mißbrauchen?; auf www.kreuz.net

2 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Mordechai Elon) vermutlich nicht.