Judenburg bei Urbach

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Die Judenburg bei Urbach ist eine im Jahr 1493 zerstörte und später verlassene, nordöstlich von Urbach im Remstal gelegene Burg, vor der heute nichts mehr zu sehen ist. Ihren Namen erhielt sie vom Volksmund weil die Herren von Urbach angeblich bei Juden verschuldet gewesen sein sollen.

1 Lage[Bearbeiten]

Die Burg lag auf der Spitze einer nach Westen gerichteten Bergzunge des Altenbergs nordöstlich von Urbach auf einer 20 bis 25 Meter mächtigen Kieselsandsteinbank.

2 Geschichte[Bearbeiten]

Die Judenburg wurde vermutlich um das Jahr 1200 errichtet. Nach der Edelsasser Chronik von 1592 verkaufte Wilhelm von Urbach die Feste Urbach an Simon Wecker zu Zweibrücken (Anmerkung durch W.W.: Die Aussage ist nicht zutreffend, die hier genannte Feste Urbach bezieht sich auf die Burg Urbach zwischen Bitche und Zweibrücken und nicht auf die Judenburg bei 73660 Urbach). Im Jahr 1493 wurde sie angeblich, aber historisch nicht nachweisbar, durch Graf Eberhard im Bart zerstört. Diese Annahme beruht wahrscheinlich auf einer Erzählung von Paul Dorsch von 1888. Nachforschungen ergaben jedoch, dass dieser sich im Jahr 1493 außer Landes befand. Sie wurde dann scheinbar mindestens noch bis zum Bauernkrieg 1525 bewohnt bzw. verwendet. Nach dem Landbuch von Öttinger aus dem Jahr 1623 war vom Burgstall damals nur noch wenig Gemäuer vorhanden. Im Jahr 1692 wird dann berichtet, dass von der Burg nichts mehr zu sehen war. Im Jahr 1773 wird sie noch einmal schriftlich erwähnt, als Urbacher Bürger sich die Erlaubnis einholen, auf dem Burgplatz zu graben.[1] [2]

3 Ausgrabungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1920 ereignete sich ein Bergrutsch, der dadurch zustande kam, dass die unter dem Kieselsandstein liegenden Mergelschichten durch starke Wasseraustritte ins Rutschen gerieten, wobei starke Verstürzungen an der Sandsteinbasis entstanden. In Folge entstand am Hang eine Bruchstelle, an der es immer wieder Funde wie z.B. Keramik, Dachziegel und Gegenstände aus Eisen gab.[3] Im Jahr 1928 stieß man bei Wegearbeiten auf Reste einer alten Wasserleitung. 1957 wurden Mauerreste eines Kellerzugangs und Keramik- sowie Eisenteile gefunden, und 1970 wurden in einer vom Abrutschen gefährdeten Brandschicht viele Funde wie Hufeisen, Armbrustbolzen, Kannen, Lämpchen, Leuchter, Töpfe und Kermaikwaren gemacht. Die Funde des Bergrutsches von 1920 sind im Museum am Widumhof in Urbach zu besichtigen.[4]

4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Wannenwetsch, Josef Toth, Alfred Blümle, Horst Völker und Karlheinz Stegmaier: Auf den Spuren von Burg und Schloß der Herren von Urbach / Schriftenreihe Museum am Widumhof / Band 3, Hrsg.: Gemeinde Urbach und Geschichtsverein Urbach, 1997
  2. Gerhard Fritz und Roland Schurig (Hrsg.) i.A. von AGAMUS: Die Burgen im Rems-Murr-Kreis, Verlag Manfred Hennecke, Remshalden-Buoch, 1. Aufl., 1994, S. 110 bis 112
  3. Walter Wannenwetsch, Josef Toth, Alfred Blümle, Horst Völker und Karlheinz Stegmaier: Auf den Spuren von Burg und Schloß der Herren von Urbach / Schriftenreihe Museum am Widumhof / Band 3, Hrsg.: Gemeinde Urbach und Geschichtsverein Urbach, 1997
  4. Museum auf der Internetseite der Gemeinde Urbach

5 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Judenburg bei Urbach) vermutlich nicht.