Gehe hin und verkünde es vom Berge

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Gehe hin und verkünde es vom Berge ist der erste Roman des amerikanischen Schriftstellers James Baldwin. Das Buch trägt starke autobiografische Züge und erschien 1953.

1 Inhalt[Bearbeiten]

Protagonist ist der 14-jährige John Grimes, ein sensibler und intelligenter Junge der unter der harten Zucht seines brutalen Stiefvaters Gabriel leidet. Die Romanhandlung erfolgt an einem einzigen Tag im März 1935 und beschreibt sowohl die Spannungen innerhalb der Familie wie Johns zunehmendes Selbstbewusstsein. Das Buch ist in drei Abschnitte und fünf Kapitel unterteilt. Der erste Abschnitt wird aus Johns Perspektive erzählt. Der Leser lernt den Protagonisten kennen, erfährt dessen geheime Sorgen, Zweifel, und Ängste. Auch die Familienverhältnisse und -konflikte werden vorgestellt. Im zweiten Abschnitt werden die Erwachsenen der Familie Grimes in jeweils eigenen Kapiteln porträtiert. Die drei Kapitel dieses Abschnitts bestehen größtenteils aus Rückblenden. Der dritte Abschnitt behandelt Johns religiöse Verzückung und deren Auswirkung auf seine Persönlichkeitsentwicklung.

Die Handlung beginnt an einem Samstagvormittag. Es ist Johns vierzehnter Geburtstag. Er grübelt über seine Einstellung zur Religion. Seine Familie erwartet von dem intelligenten, begabten Jugendlichen, dass er in die Fußstapfen seines Stiefvaters Gabriel tritt und Laienprediger wird. Im Bewusstsein seiner latenten Homosexualität empfindet sich John jedoch als Sünder. Zudem hasst er Gabriel, der seine Familie brutal behandelt und von der Kanzel Rassenhass gegen Weiße predigt. Da Gabriel ein Diener Gottes ist, beschließt John, Gott abzulehnen. Am Nachmittag kehrt Johns jüngerer Bruder Roy, der sich mit einer Jugendbande herumtreibt, mit einer leichten Stichwunde nach Hause. Gabriel, der dem Jungen den Vorzug gibt, wirft seiner Frau Elizabeth vor, Roy nicht beaufsichtigt zu haben, und schlägt sie. Als Roy seine Mutter in Schutz nimmt, prügelt Gabriel auch ihn. Nur das Eingreifen von Gabriels Schwester Florence, die bei der Familie wohnt, kann verhindern, dass jemand ernsthaft zu Schaden kommt. Am Abend fegt John die Kirche vor dem angesetzten Gottesdiens. Er grübelt immer noch über seine Zukunft und über seine Einstellung zur Kirche. Eine innere Stimme erzählt ihm, dass das Seelenheil greifbar ist, doch lehnt John diesen Gedanken ab, weil er dann aufhören müsste, seinem Stiefvater den Tod zu wünschen. Gabriel, Elisabeth und Florence kommen in die Kirche. Die Erwachsenen beten, denken über ihre Sünden und Schwächen nach und lassen ihr Leben Revue passieren. Die krebskranke Florence gesteht sich ein, ihren Glauben verloren zu haben. Sie ist verbittert und hasserfüllt, fürchtet aber auch den Tod. Seit Ihrer Kindheit verabscheut Florence ihren Bruder Gabriel. Sie träumt davon, ihn am Boden zerstört zu sehen. Gabriel sinnt über sein einst ausschweifendes Leben nach. Als junger Mann hatte er nach einer durchzechten Nacht um die Rettung seines Seelenheiles gebetet. Er wurde daraufhin erfolgreicher Laienprediger. Seine erste, unglückliche Ehe blieb kinderlos, anders als seine gleichzeitige Affäre. Nach dem Tod der Ehefrau und der Geliebten heiratete er Elizabeth und schwor, ihrem unehelichen Sohn ein guter Vater zu sein. Er hasst jedoch seinen Stiefsohn John, in dem er den Teufel sieht und von dem er deshalb nicht möchte, dass er ihm in seinen Fußstapfen als Prediger folgt. Elisabeth hingegen betet für das Seelenheil von John und denkt ihrerseits über das viele Unglück in ihrem Leben nach. Während des Gottesdienstes am Abend von Johns Geburtstag fällt Elisha, ein 17-Jähriger, für den John schwärmerische Gefühle hegt, in religiöse Ekstase. Kurz darauf wälzt sich auch John in Verzückung auf dem Boden. Während dieser Trance hat er Visionen von der Hölle und vom Himmel. Als er Gott um Gnade bittet, durchströmt ihn ein Glücksgefühl. Die Familie und die Gemeinde sind überglücklich, dass der Heilige Geist über John gekommen ist. Auf dem Heimweg erzählt Florence ihrem Bruder, dass sie einen Brief hat, der seine einstige Zeugung eines unehelichen Kindes beweist. Sie droht, den Brief publik zu machen, falls er seine Familie nicht besser behandelt. An Gabriels Abneigung gegen John ändert dies aber nichts. Der Junge erklärt seinerseits, dass er nun seinen Weg kennt und bereit ist, ihn zu beschreiten. Ungeklärt bleibt, ob John tatsächlich in religiöse Ekstase geraten ist oder die Verzückung simuliert hat, um sich Ansehen in der Gemeinde zu verschaffen und sich so gegen Gabriel durchzusetzen.

2 Literatur[Bearbeiten]

  • Sidney E. Dean: James Baldwin, in: "Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur"