Brühl (Rheinland)

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Schloss

Brühl ist eine Stadt die in Nordrhein-Westfalen (Rhein-Erft-Kreis) liegt.



1 Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Brühl (ca. 47.000 Einwohner) liegt im Süden des Rhein-Erft-Kreises am östlichen Rand des Vorgebirges, 12 km südlich von Köln und 15 km nordwestlich von Bonn im Deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen im Herzen Europas.


2 Statistik (vom Jahr 2009)[Bearbeiten]

* Einwohnerzahl: 46.448
* männlich 22.427 
* weiblich 24.021 
* Ausländer 5.255 
* Nebenwohnsitze: 1.722 
* Stadtgebiet: 3612   ha 
* Waldfläche: 1170   ha 
* Wasser: 182   ha 
* Landwirtschaft: 953   ha 
* Bebaut: 718   ha 
* Verkehr: 357   ha 
* Stadtmitte*: Kirchturm Kirche 
  St. Margareta 
* Klima (Klimazone): Kölner Raum 
  DIN 4108, 
* Wärmegebiet 1 
* Lufttemperatur**: + 9,5 Grad 
* Niederschläge**: 655 mm 
* 50 Grad 49' 50" nördlicher Breite, 006 Grad 54' 15" östlicher Länge, 
  64,005 m über NN, - 32' 23" gegen MEZ (langjähriger Mittelwert)

3 Geschichte[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnungen von Höfen in der heutigen Stadtgebiet gibt es um das Jahr 650. Brühler Keramikgefäßer aus Mittelalter sind heute die bedeutesten Kulturgüter. Um 650 Unter dem Kölner Bischof Kunibert werden die beiden Fronhöfe Pingsdorf und Merreche (Kierberg) aus fränkischem Königsgut der kölnischen Kirche geschenkt. Um 1180 Erzbischof Philipp von Heinsberg faßt die beiden Höfe zum Burghof "an dem Brule" zusammen. Seinen Namen erhält dieser Burghof durch die Lage am Rande eines sumpfigen Niederungswaldes, von dem heute noch ein Teil erhalten ist (Schloßpark). Im Jahr 1285 Verleihung der Stadtrechte durch Erzbischof Siegfried von Westerburg, der gleichzeitig dem Schöffenrat Rechtsprechung und Selbstverwaltung überträgt, Errichtung einer Stadtmauer und Bau der mittelalterlichen Wasserburg, die zu einer der stärksten Landesfesten im Rheinland ausgebaut wurde. Der Befehlshaber der Burg war gleichzeitig Amtmann über das Amt Brühl mit zahlreichen Unterherrschaften im ganzen Vorgebirge und in der Kölner Bucht. Von den ansässigen Handwerkern hatte die Töpferei überörtliche Bedeutung. Im 1530 ein großer Stadtbrand vernichtet Brühl fast völlig. Im Jahr 1689 Truppen Ludwigs XIV. sprengen die Wasserburg. Wieder vernichtet ein großer Stadtbrand fast die gesamte Stadt. 1725 Kurfürst Clemens August erbaut auf den Trümmern der zerstörten Wasserburg nach Plänen von Conrad Schlaun und später Francois de Cuvillés Schloß Augustusburg, bis 1994 Repräsentationssitz des Bundespräsidenten. 1847 wird Brühl in Einzelgemeinden aufgeteilt, die eigene Kataster, Kassenverwaltungen und Gemeinderäte erhalten. Um 1860 Brühl wird Villenstadt. Die reizvolle Lage Brühls veranlaßt zahlreiche wohlhabende K-ölner Kaufleute, prächtige Villen in verschiedenen Stilarten zu bauen, wovon einige heute noch erhalten sind und einen interessanten Kontrast zum modernen Brühl bilden. 1870 Gründung der Brauerei "Zum Vorgebirge", ab 1874 Friedrich-Giesler'sche Brauerei. 1876 Von 102 Brühler Bürgern wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1877 Am 1. März wird auf der Roddergrube das erste rheinische Brikett gepreßt. Auf der Basis der Braunkohle entstehen weitere Wirtschaftsbetriebe. Im Jahr 1878 durch zunehmende Industrialisierung findet Brühl zu städtischen Verhältnissen zurück. Auf dem Provinziallandtag der Rheinprovinz ist Brühl im Stand der Städte als Titularstadt vertreten. Im Jahr 1888 wird des Kölner Eisenwerks gegründet und fand Einweihung der evangelischen Kirche, Mayersweg statt. 1891 wird in der Schloßstraße 21 der weltberühmte Surrealist Max Ernst geboren und 1893 wird der Maler Will Küpper am 11.6. in Brühl geboren. 1938 Am Morgen nach der Reichsprogromnacht, dem 9. November ziehen SA-Abteilungen durch die Stadt, peinigen jüdische Mitbürger, zerstören jüdische Geschäfte und vernichten die Synagoge durch Brand. 1941 Bürgermeister Rudolf Feericks wird auf einer Naziparteiveranstaltung zum Rücktritt provoziert. Der NSDAP-Ortsgruppenleiter Peter Pick wird als sein Nachfolger eingesetzt.Erster größerer Bombenangriff auf Brühl mit Todesopfern. Am 28. Dezember 1944 findet der größte Luftangriff von der Stadtmitte aus in Richtung Süden statt. Durch Bombardierung am 4. März 1945 werden im Umkreis des Schlosses Augustusburg die evangelische Kirche, das Hotel Belvedere, das Schloß und vieles mehr schwer beschädigt. Einmarsch der Amerikaner am 7. März - Brühl ist bis Mai 1955 Besatzungszone. Die Amerikaner setzen am 7. März den von der NSDAP eingesetzten Bürgermeister Peter Pick ab und ernennen Kaplan Wilhelm Bodden zum kommissarischen Bürgermeister der Stadt Brühl. Am 5. April wird er von Martin Schmidt abgelöst. Zusammentritt des ersten, von den Alliierten ernannten Rates der Stadt Brühl (CDU 12, SPD 8 und KPD 8 Mitglieder).


In diesem Jahr im April feiert die Stadt Brühl ein Jubiläum: 725 Jahre Stadtrechte.


4 Stadtteile[Bearbeiten]

Brühl (Innenstadt) unterteilt in Brühl Mitte, Brühl Süd, Brühl Nord, Brühl West und Brühl Ost.

Stadtteile von Brühl:

  • Brühl (Innenstadt)
  • Badorf
  • Heide
  • Kierberg
  • Pingsdorf
  • Schwardorf
  • Vochem

5 Museen[Bearbeiten]

  • Max Ernst Museum

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR ist das weltweit erste und einzige Museum, das dem Werk des Jahrhundertkünstlers und Weltbürgers Max Ernst (1891-1976) gewidmet ist. Es zeigt einen Überblick über das umfangreiche Schaffen des Dadaisten und Surrealisten, dessen Bildwelten - wie bei kaum einem anderen Künstler des 20. Jahrhunderts - sich durch verblüffenden Einfallsreichtum und geniale Inspirationskraft auszeichnen. Max Ernst schuf nicht nur eine Vielzahl an Gemälden, Collagen, Grafiken, Plastiken und Assemblagen; seine unbändige Kreativität schlug sich auch in zahlreichen Büchern, Künstlermappen und Gedichten nieder. In seinen Bildwelten begegnen wir poetischen Landschaften, phantastischen Kompositionen und bizarren Wesen, deren Erfindungskraft und geistreicher Witz faszinieren und zugleich verwirren und beim Betrachter einen unaus- weichlichen Sog der Suggestion auslösen.

  • Keramik Museum

Ihre Erzeugnisse waren auf allen europäischen Märkten eine begehrte Handelsware. Das ist ein außerordentlicher Beitrag zur Kulturgeschichte, aber auch zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters. Im 13. Jahrhundert vollzog sich im deutschsprachigen Raum der epochale Stilwandel von der Romanik zur Gotik. Für die rheinische Töpferkunst lässt sich dieser Wandel nirgendwo anders und anschaulich und reich belegen wie in der Töpferstadt Brühl. Das Brühler Keramikmuseum ist in einem vorbildlich sanierten Fachwerkgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts untergebracht. Es beherbergt im Dachgeschoss eine Töpferwerkstatt, in der Repliken mittelalterlicher Gefäßkeramik, aber natürlich auch moderne Keramik hergestellt wird.

  • Museum für Altgeschichte

Mit Unterstützung durch die Kulturstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen konnte das 1744 erbaute, auch für die Hausforschung bedeutende Fachwerkgebäude originalgetreu wiederhergestellt werden. Günter Krügers umfangreiche Sammlung zur Kultur- und Sozialgeschichte hat hier ihre Bleibe gefunden. So etwas sieht man selten. So finden wir uns im Grunde in einer einzigen großen Kunstinstallation wieder, mit uns selbst als Teil davon.

  • Museumbahnhof Brühl-Vochem

Seit 1982 sammelten die "Köln-Bonner Eisenbahnfreunde" 32 Originalfahrzeuge, die die Herzen von Eisenbahnfans höher schlagen lassen. Darunter fünf Schienenbusse, die Dampfspeicherlok DEA-UK 2 und die legendäre Güterzuglok E 3 "Krokodil" aus dem ehemaligen Besitz der Rheinbraun sind nur einige schwergewichtige Schätze, die nach vorheriger Absprache auf dem Betriebslände der Häfen- und Güterverkehr Köln AG, Römerstraße Ecke Renault-Nissan-Straße, besichtigt werden können.

6 Quelle[Bearbeiten]

7 Weblinks[Bearbeiten]

8 Andere Lexika[Bearbeiten]