Abbundanlage

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Abbundmaschinen sind CNC-gesteuerte Holzzuschnittanlagen. Die erste, noch mechanisch geregelte, Anlage wurde von Weiss und Fezer im Jahre 1963 entwickelt. Im Jahr 1984 wurde dann die erste tatsächlich computergesteuerte Abbundanlage "P8" von der Hans Hundegger Maschinenbau GmbH entwickelt und vorgestellt.

1 Arbeitsweise[Bearbeiten]

Datei:Prrofile 03.jpg
Verschiedene Profile die mit einer computergesteuerten Abbundanlage hergestellt wurden

Abbundmaschinen bearbeiten die Bauhölzer, die der Zimmermann benötigt, um ein Haus in Holzständerbauweise (Holzrahmenbau, Fachwerk) oder einen Dachstuhl aufzubauen. Der Zimmermann konstruiert das Haus bzw. die Holzkonstruktion mit einem Abbundprogramm (z.B. cadwork, Zirbel, S & S, Dietrichs, Sema) nach den Vorgaben des Architekten oder Statikers. Im Regelfall werden diese Daten dann an den Computer der Abbundmaschine übergeben.

Dieser Computer enthält eine Software, mit der jedes einzelne Holz nachbearbeitet wird. Je nach Hersteller und Baujahr dieser Anlagen werden die Hölzer dann einzeln von Hand oder automatisch an die Maschinensteuerung übergeben. Diese entscheidet nun, welche Werkzeuge zur Herstellung dieses Bauteils (z.B. Säule mit Zapfenverbindung) zur Verfügung stehen und wie das Bauteil mit diesen Werkzeugen am schnellsten hergestellt werden kann. Das Werkstück wird dann in der Regel dem jeweiligen Aggregat(sägen, fräsen, markieren...)zugeführt und bearbeitet.

2 Werkzeuge[Bearbeiten]

Datei:Untertischkappsäge.jpg
Auftrennen mit der Säge


Eine Untertischschwenkkappsäge führt sämtliche Arten von Sägeschnitten, wie Schifter-, Hexen-, Verjüngungs- und Gehrungsschnitte in jedem Winkel, jeder Neigung und in allen Längen vollautomatisch und millimetergenau aus.

Auskehlungen, Abgratungen und Nuten sind in jeder beliebigen Länge möglich. Stellbrettnuten können in jeder Breite und in jedem Winkel bearbeitet werden.

Datei:Revolverfraese 01.jpg
Mit verschiedenen Werkzeugen ausgestatteter Fräskopf

Automatisiertes Umkanten und 5-achsige Bearbeitung ermöglichen dabei fast jede denkbare Ausarbeitung des gewünschten Werkstückes.




Um die Flexibilität der Abbundmaschinen zu steigern werden 5-Achsfräsaggregate eingesetzt. Diese können mit einer zusätzlichen Neigungsachse auch Fräsungen für steigende Kerven, schräge Bohrungen, konische Schwalbenschwanzzapfen am Schifter, Abgraten und Auskehlen usw. ausführen. Besonders deutlich wird der Vorteil der 5-Achsbearbeitung bei den immer häufiger eingesetzten konischen Schwalbenschwanzverbindungen. Nur auf diese Weise lassen sich derart komplizierte Holzverbindungen, wie konischer Schwalbenschwanzzapfen am Schifter, wirtschaftlich herstellen.




Mehrfach-Bohrgeräte bringen besonders beim Blockhaus-Bau Vorteile, wo sie für sämtliche Bohrungen zum Einsatz kommen können. Diverse, immer wiederkehrende Bohrbilder, können natürlich auch als Makro abgespeichert und jederzeit abgerufen werden. Revolverkopffräsen haben vier Werkzeugaufnehmer. Die Winkeleinstellung der Fräse ist um volle 360° drehbar. Mit horizontal und vertikal angebrachten Aggregaten können Bearbeitungen an allen Bauteilseiten durchgeführt werden. Es können damit auch schräge Bohrungen oder Ausblattungen gefertigt werden.


3 Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Die Vorteile solcher Anlagen liegen vor allem bei der Genauigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit. Für den Abbund wird nur eine Person und ein Gabelstapler benötigt.

Abbundanlagen sind ein enormer Zugewinn für die Zimmerei und den Holzbau als ganzes. Sie ermöglichen die äußerst präzise, schnelle und wirtschaftliche Herstellung neuer und traditioneller Konstruktionen, ersetzen aber natürlich nicht das solide Wissen über sinnvolle und funktionierende Holzkonstruktionen. Ausfalläste, Harzgallen oder sonstige Holzfehler erkennt die Maschine nicht. Auch auf Absplitterungen reagiert sie nicht. Wie jede Maschine ist sie nach wie vor auf den handwerklichen Sachverstand und die Kenntnisse des Bedieners angewiesen.

Hinsichtlich der Genauigkeit kann der konventionelle Abbund mit der Maschine konkurrieren, da mit heutigen Handmaschinen mithilfe von Führungsschienen und Präzisionslehren sehr genaue Ergebnisse zu erzielen sind. Es ist dazu aber ein sehr hoher personeller und zeitlicher Aufwand notwendig.

Der Anschaffungspreis einer neuen Maschine beginnt in der Grundausstattung bei ca. 120.000 Euro (Hundegger Speed Cut) und ist daher nicht für jeden Zimmereibetrieb rentabel. Um Nutzen und Vorteile modernster Abbundanlagen auch kleineren Betrieben zugänglich zu machen haben sich in den letzten Jahren in ganz Europa Abbundzentren gegründet. In diesen Abbundzentren werden im Lohnauftrag die vom Zimmerer bestellten Holzbauteile bearbeitet ohne sich selbst mit Montage oder Ausbau beschäftigen.

Auch der kleine Zimmereibetrieb kann so dass vorhandene Know-How nutzen ohne zu große wirtschaftliche Risiken eingehen zu müssen.

4 Init-Quelle[Bearbeiten]

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Erster Autor: Alutic angelegt am 31.08.2010 um 13:53


5 Andere Lexika[Bearbeiten]

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