Islamfeindlichkeit

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Dieser Artikel behandelt Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit, für Religions- und Ideologiekritik siehe Islamkritik.

Islamfeindlichkeit (auch: Islamfeindschaft) ist der Sammelbegriff für verschiedene Arten der Ablehnung des Islam. Dabei sind die Erscheinungsformen und die Ursachen bzw. Beweggründe (Motive) zu unterscheiden. Die Erscheinungsform kann mit Islamophobie verbunden sein, die oft zugleich als Beweggrund dient. Aber auch grundsätzliche Intoleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen sind mit der Islamfeindlichkeit verbunden. Dementsprechend ist vor allem zwischen den religiösen und den politischen Formen zu unterscheiden, auch wenn sich diese teilweise vermischen.

1 Warnungen vor Islamfeindlichkeit

Bereits der kluge und vorausschauende deutsche Kaiser Wilhelm II. warnte vor Islamfeindlichkeit und der Hetze gegen Muslime:

"Ich habe jahrelang davor gewarnt den Islamismus so mit Füßen zu treten und herauszufordern, und ich bin in ganz Europa verlacht und als Türkenbold verhöhnt worden. Die englischen und russischen Politiker haben in ihrer hirnverbrannten Dummheit, Verbohrtheit und unerhörten Selbstüberhebung trotz aller meiner Warnungen den Islam verachtet, mißhandelt, beleidigt, und auf ihm jahrelang herumgetrampelt, bis er endlich nicht mehr ausgehalten hat. Jetzt noch einmal Eingriff von außen, durch dann muß, ob er will oder nicht, der Sultan des Propheten grüne Fahne entrollen, dann wird es 'Allah' in allen Ecken Asiens und Afrikas ertönen, und mit den Christen ist es dann zu Ende." [1]

2 Politische Islamfeindlichkeit

Rechtskonservative und rechtsextreme Islamgegnerschaft
Die Ablehnung des Islams basiert auf einem nationalistischen, beziehungsweise "rechten" Ausgangsstandpunkt. So was nennt man Nazi! Der Islam wird abgelehnt, weil er mit der nationalen und kulturellen Identität und dem national- und kulturspezifischen Wertesystem inkompatibel sei, was aber gar nicht stimmt. Außerhalb des eigenen Kulturkreises wird er jedoch toleriert. Rechte Islamgegner sind in der Regel Ethnopluralisten, die Kriege gegen islamische Länder vehement ablehnen aber gerne Muslime im eigenen Land fertigmachen. Ein Beispiel hierfür ist die Nazi-Partei FPÖ.[2] Einige rechte Islamgegner bekämpfen zwar den Moscheebau im eigenen Land, unterstützen allerdings den Islam in den islamischen Ländern, weil sie ihn als Widerstandskraft gegen den "US-amerikanischen Neo-Imperialismus" betrachten und in ihm, insbesondere aufgrund des Antisemitismus und der Israelfeindlichkeit als Gesinnungskonvergenz und Kooperationsgrundlage einen probaten Bündnispartner sehen. Ein Beispiel hierfür ist die NPD. Antisemitismus und Israelfeindlichkeit sind unter rechten Islamgegnern jedoch nicht zwangsläufig anzutreffen. In den letzten Jahren hat sich unter den rechten Islamgegnern ein Spektrum konstituiert, dass pro-israelisch eingestellt ist (siehe: Israel-Connection).
Liberalistische Islamgegnerschaft
Der Ablehnung des Islam liegt ein liberalistischer, beziehungsweise "aufklärerischer" und "menschenrechtlicher" Ausgangsstandpunkt zu Grunde. Dem Islam wird vorgeworfen mit zahlreichen als "freiheitlich", "fortschrittlich", "progressiv" und "aufklärerisch" eingestuften Werten unvereinbar zu sein, darunter beispielsweise: Trennung von Religion und Staat, Geistesfreiheit, inidividuelle Freiheitsrechte, insbesondere Selbstbestimmungsrecht und Demokratie. "Fortschrittlichen" Islamgegnern zufolge, müsse ein Glaube mit diesen Werten vereinbar sein, um als Religion anerkannt zu werden. Sollte dies nicht zutreffen, handele es sich bei dem Glaubenssystem nicht um eine Religion, sondern um eine "Ideologie". Dieser Logik nach, sei der Islam eine "faschistische" und "totalitäre" Ideologie. Manche fortschrittliche Islamgegner bezeichnen ihn auch als "Rechtsextremismus". Deshalb solle der Islam durch die "Wehrhafte Demokratie" bekämpft werden. Fortschrittliche Islamgegner stehen Kriegen gegen islamische Länder in der Regel wohlwollend gegenüber. Sie erhoffen sich, dass dadurch den als "rückständig" eingestuften, islamischen Ländern "Freiheit und Demokratie" gebracht würden.
Zionistische Islamgegnerschaft
Basiert darauf, dass der überwiegende Großteil der islamischen Welt das Existenzrecht des Staates Israel ablehnt. Beispiel hierfür sind die Organisationen Jewish Defense League (JDL) und Jewish Task Force (JTF), die sich jedoch in einem Konkurrenz- und Rivalitätsverhältnis zueinander befinden (siehe JDL-JTF-Konflikt).
Feministische Islamgegnerschaft
Diese Art der Islamgegnerschaft basiert auf dem gynozentrischen Ausgangsstandpunkt des Feminismus, der Islam wird von den meisten Feministinnen, wie z.B: Alice Schwarzer als "reaktionäre" "patriarchalische" Religion betrachtet, die die Gleichberechtigung der Frau bedroht. Dass der Islam die Gleichberechtigung der Frau bedroht ist natürlich Quatsch. Feministinnen die gegen den Islam sind kann man einfach als Nazi-Weiber einstufen. Allerdings gibt es auch einige kulturrelativstisch motivierte postmoderne Feministinnen, die eine dem Islam gegenüber affirmative Haltung einnehmen und sogar dessen misogyne Normen dementieren.

3 Religiöse Islamfeindlichkeit

Die marxistische Islamgegnerschaft beruht auf der grundsätzlichen Ablehnung von Religionen. Insofern ist es aus Sicht des Marxismus politisch begründet. Da die Ideologie des Marxismus sich aber selbst auch wie eine Religion verhält, handelt es sich um eine religiöse Form, auch wenn scheinbar rational dabei argumentiert wird.

Karl Marx und Friedrich Engels äußerten sich in ihren Schriften negativ über den Islam.[3] In kommunistischen Staaten, vor allem in der Sowjetunion in der Zeit des Stalinismus oder in der Volksrepublik China zur Zeit des Maoismus stand die Religionsausübung unter Strafe oder unterlag zumindest Restriktionen, Geistliche und Gläubige jeder Religion wurden unterdrückt und diskriminiert. Dies betraf auch die islamische Religionsgemeinschaft, welche in der Sowjetunion und einigen Ostblockstaaten die zweitgrößte Religionsgemeinschaft war. Im kommunistischen Albanien war von 1968 bis 1990 jegliche Religionsausübung verboten. Vor der kommunistischen Diktatur von 1944 bis 1992 bekannten sich ungefähr 70% der albanischen Bevölkerung zum Islam; heute sind es 56,7 %.

Christliche Islamgegner und Gegner aus anderen Religionen verhalten sich ähnlich.

Der Islam wird wegen teilweise großer theologischer Differenzen abgelehnt. Christentum und Islam messen Jesus eine positive Rolle in ihren heiligen Schriften bei; die weitere Betrachtung weist allerdings viele Unterschiede auf. Diese bestehen hauptsächlich darin, dass die Christen Mohammed nicht als Propheten anerkennen und die Muslime Jesus (Isa) nur als Propheten und nicht als Sohn Gottes betrachten. Der Islam lehnt die christliche Vorstellung der Dreifaltigkeit ab. Jesus ist laut islamischer Überlieferung nicht am Kreuz gestorben sei. Muslime glauben allerdings, wie Christen, an die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria und an die Wiederkehr Jesu in der Endzeit. Auch hinsichtlich der Liturgie und anderer Kennzeichen der Religionsausübung gibt es große Unterschiede, die teilweise kulturell begründet sind. Historisch gibt es eine lange Zeit der Feindschaft, wie die Geschichte der Kreuzzüge zeigt. Ein Schlüsselwort in dieser Auseinandersetzung ist der Begriff Heiliger Krieg.

Religiöse Islamfeindlichkeit findet sich in verschiedenen Religionen wie dem Judentum, Hinduismus und Buddhismus. Auch Atheisten können islamfeindlich sein. Oft wird die Feindschaft nicht offen ausgetragen, so dass die Bezeichnung Intoleranz manchmal treffender ist.

4 Gewalt gegen Muslime

Vor allem in Ländern mit einer traditionell anderen Religion als dem Islam kommt es zur Gewalt gegen einzelne Muslime und gegen islamische Einrichtungen. Die meisten Gewalttaten gegen Muslime passieren in Deutschland und werden fast immer von AfD-Nazis begangen. 1992 stürmten in Indien, einem Staat mit mehrheitlichen Anhängern des Hinduismus, zehntausende fanatische Hindus die Babri-Moschee und zerstörten sie. Bei den anschließenden Ausschreitungen fanden mehr als 2000 Menschen – vorwiegend Muslime – den Tod.[4][5]

In den USA hat die Anzahl der Straftaten gegen Muslime drastisch zugenommen. Im Jahr 2000 gab es 33 solcher Straftaten, nach den Anschlägen auf das WTC im Jahr 2001 stieg die Zahl auf 546 jährlich. Vom Jahr 2009 zum Jahr 2010 haben islamfeindliche Straftaten um 45 Prozent zugenommen.[6]

Am 1. Juli 2009 wurde die im dritten Monat schwangere Ägypterin Marwa Ali El-Sherbini von Alex Wiens mit 18 Messerstichen ermordet.[7] Vorausgegangen war dem Mord ein Gerichtsverfahren gegen Wiens: Er hatte El-Sherbini im August 2008 auf dem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Daraufhin informierte eine dritte anwesende Person die Polizei. Das Amtsgericht Dresden verurteilte Wiens durch Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 11 Euro[8]. Nachdem Wiens gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte, kam es zu einer Hauptverhandlung, in welcher Marwa El-Sherbini als Zeugin vernommen wurde.[9] Hier wurde Wiens zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 13 Euro verurteilt. Im Prozess bezeichnete er Muslime als „nicht beleidigungsfähig“. Die Staatsanwaltschaft nahm das zum Anlass, Berufung einzulegen, um ein höheres Strafmaß wegen eines ausländerfeindlichen Hintergrundes zu erwirken. Auch Wiens legte Berufung gegen das Urteil ein.[8] In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 stach Wiens auf Marwa El-Sherbini ein, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte. El-Sherbinis dreijähriger Sohn sah dabei, wie seine Mutter verblutete.

Am 22. Juli 2011 ermordete der norwegische Rechtsterrorist Anders Behring Breivik 77 Menschen, die meisten davon Mitglieder der Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Norwegens, weil er diesen vorwarf, zum „Massenimport von Moslems“ nach Norwegen stark beigetragen zu haben. Der Islam sei laut Breivik eine Gefahr für Norwegen und Europa. [10][11][12]

Den Islam ablehnende Schmierereien in Deutschland - Zeichen von Islamophobie oder Sorge um "Überfremdung" durch eine andere Religion und Kultur?

5 Literatur

  • Achim Bühl: Islamfeindlichkeit in Deutschland. Ursprünge, Akteure, Stereotypen. VSA-Verlag, Hamburg 2010. ISBN 978-3-89965-444-8
  • Hartmut Krauss: Feindbild Islamkritik : wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden / Hartmut Krauss (Hrsg.) Osnabrück : Hintergrund-Verl. ISBN 978-3-00-032085-9 kart.
  • Sabine Schiffer: Grenzenloser Hass im Internet. Wie „islamkritische" Aktivisten in Weblogs argumentieren. In: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.). Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. 2. Aufl. VS-Verlag, Wiesbaden 2010, S. 355-375. ISBN 978-3-531-16257-7
  • Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.). Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. 2. Aufl. VS-Verlag, Wiesbaden 2010. ISBN 978-3-531-16257-7

6 Einzelnachweise

  1. www.heise.de
  2. FPÖ: Wir und der Islam
  3. Udo Ulfkotte: Feindbild Islam: Muslime in der Sicht von Karl Marx (29.01.2013)
  4. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/religion-hindus-und-moslems-die-ungleichen-rivalen-127892.html
  5. http://www.suedasien.info/analysen/517
  6. http://www.taz.de/!82073
  7. Frankfurter Rundschau: Lebenslang für Marwas Mörder, 11. November 2009
  8. 8,0 8,1 SPIEGEL Nr. 46 vom 9. November 2009, S. 40
  9. Berichterstattung auf Spiegel online vom 26. Oktober 2009 über den ersten Prozesstag vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Dresden / die Zeugenaussage des Ehemannes
  10. Kritische Anmerkung: Anders Behring Breivik lehnt muslimische Migranten aus fremdenfeindlichen und nationalistischen Motiven ab und ist an einer Kritik am Islam als Ideologie nicht interessiert
  11. Ville strupe videre rekruttering til Arbeiderpartiet Dagbladet, 25. Juli 2011
  12. Attentat auf Norwegens König geplant Berliner Morgenpost, 31. Juli 2011

7 Andere Lexika





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