Chaim Michael Dov Weissmandl

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Profil.png Profil: Weissmandl, Chaim Michael Dov
Beruf US-amerikanischer Rabbiner, Gelehrter, Rosch Jeschiwa und Judenretter während des Holocaust
Persönliche Daten
1903
Debrezin
1957
Mount Kisco NY


Michael Dov Weissmandl oder Michael Ber Weissmandl (geb. 1903 in Debrezin, Ungarn; gest. 1957 in Mount Kisco, New York) war orthodoxer Rabbiner, jüdischer Gelehrter, Autor (bekanntestes Werk: Min Hamezar), Rosch Jeschiwa und Schtadlan, der berühmt wurde als Retter der Juden der Slowakei während der Zeit des Holocaust.

Aufgrund der Aktivitäten seiner "Arbeitsgruppe" (gemeinsame Leitung mit Gisi Fleischmann) gelang es, offizielle Stellen in Deutschland (Dieter Wisliceny und andere) und der Slowakei mit grossen Summen zu bestechen und so die Massendeportationen von 1942 bis 1944 hinauszuzögern.

Zu den von ihm gewählten Massnahmen zählte auch Schmuggel, insbesondere Schmuggel von Briefen und damit die heimliche Information Dritter, worunter sich auch Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Papst Pius XII. befanden. Ebenso bat er als Erster die Alliierten dringend darum, die Bahngleise nach Auschwitz zu bombardieren, aber - wie bekannt - leider ohne jeden Erfolg.

Auch den Zionisten machte er bittere Vorwürfe, denen er Inaktivität und Kaltblütigkeit angesichts des massenhaften Mordens vorwarf. In einem Brief an die zionistische Führung in Palästina vom 15. Mai 1944 schrieb er:

"And you - our brothers in Palestine, in all the countries of freedom, and you, ministers of all the kingdom - how do you keep silent in the face of this great murder ? Silent while thousand on thousands, reaching now to six million Jews, were murdered. And silent now while tens of thousands are still being murdered and waiting to be murdered? Their destroyed hearts cry to you for help as they bewail your cruelty. Brutal you are and murderers too you are, because of the cold-bloodedness of the silence in which you watch."

Michael Dov Weissmandl überlebte mit Mühen und gewagten Fluchtaktivitäten die Shoah, blieb aber sein Leben lang gezeichnet von dem, was er erleben musste. Er verwand es nicht, dass es ihm nicht gelungen war, noch bedeutend mehr Juden zu retten, und litt unter ständigen Depressionen. Nur er konnte sich retten. Seine ganze Familie wurde in den Gaskammern von Auschwitz umgebracht.

Im November 1946 gründete er gemeinsam mit seinem Schwager Sholom Moshe Ungar die Nitra Yeshiva in Somerville, New Yersey (Wiedergründung), die 1949 ihren Sitz nach Mount Kisco, Westchester County, New York, verlegte und aus der die agrikulturell-selbstversorgende Gemeinschaft ("Yeshiva Farm Settlement") hervorwuchs, die heute unter dem Namen "Nitra Community" bekannt ist.

In seinen späteren Jahren litt er an chronischen Herzleiden und musste häufig das Krankenhaus aufsuchen. Anfang 1957 erlitt er einen schweren Herzinfarkt, an dessen Folgen er im November 1957 verstarb.

Er war zweimal verheiratet, seine erste Frau war Bracha Rachel Ungar; mit seiner zweiten Frau Leah Teitelbaum hatte er fünf Kinder.

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