Becken-Bein-Gips

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Ein Becken-Bein-Gips ist ein orthopädischer Dauergips zur Ruhigstellung von Becken und Beinen. Er umfasst in der Regel den Hüftbereich bis zum Nabel sowie eines oder beide Beine. Der Becken-Bein-Gips ist heute nur noch in Kliniken in Gebrauch.

Beidseitiger Becken-Bein-Gips

1 Entwicklung und Einsatz[Bearbeiten]

Ein Becken-Bein-Gips war lange Zeit eine gängige Behandlungsmethode spezifischer Verletzungen und Fehlstellungen von Becken und Beinen. Es wurde etwa bei einer Oberschenkelfraktur auch Knie und Hüfte ruhiggestellt. Der Becken-Bein-Gips ist effektiv und bei Orthopäden als wirksam anerkannt, bei den Patienten wie auch beim Pflegepersonal allerdings ungeliebt. Das Anlegen ist komplex und verlangt viel Zeit, die Pflege des Patienten ist aufwändig. Gerade jüngere Patienten, die Becken-Bein-Gipse oft als Dauergips zur Stellungskorrektur tragen mussten, verfielem in Wut, da ihre Bewegungsfähigkeit gegen null sank und sie auf sehr lange Zeit ans Bett gefesselt waren.

2 Ersatz[Bearbeiten]

Mit dem Aufkommen moderner Orthesen wurde der Becken-Bein-Gips in den Industrienationen zur Rarität und wird allenfalls noch in Kliniken angewendet. In der Dritten Welt kommt der Becken-Bein-Gips noch öfter vor. Der Vorteil der Orthesen ist die leichtere Pflege, da diese leicht an- und abgelegt werden können. Die Körperhygiene ist vereinfacht, das Anlegen eines Katheters und anderer störender Begleithilfsmittel ist bei Orthesenbehandlung meist unnötig.

3 Literatur[Bearbeiten]

  • Das Ärzteblatt: Arztgeschichten: Der Beckengips. Dtsch Arztebl 2004; 101(19): A-1329 / B-1100 / C-1064
  • Raingard M. Aigner: Orthopädie und orthopädische Chirurgie : das Standardwerk für Klinik und Praxis. Becken, Hüfte. Thieme 2004