Aicardi-Syndrom

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Unter dem Begriff Aicardi-Syndrom versteht man ein eine X-Chromosomale, dominant vererbte Missbildung mit Symptomen an den Augen, dem Gehirn, dem Knochenbau des Oberkörpers, der Rippen und des Rückgrats. Die extrem seltene Erkrankung wurde 1969 vom Neurologen Jean Aicardi (Frankreich) erkannt und benannt.[1]

1 Symptome[Bearbeiten]

Die Missbildungen des Gehirns zeigen sich meist als Corpus-Callosum-Agenesie, strukturelle Veränderungen des Balkens zwischen den Gehirnhälften und andere Störungen der Hirnreifung. Die Augensind durch Fehlbildungen der Netzhaut und Plexuspapillome in Mitleidenschaft gezogen, die Skelettveränderungen imponieren klinisch als Skoliose, häufig mit Wirbelkörperfehlbildungen und Rippendeformationen. Das Syndrom zählt mit rund 1/100.000 zu den seltenen Krankheiten und betrifft praktisch nur das weibliche Geschlecht. Grund hierfür ist eine Mutation auf dem X-Chromosom, die bei männlichen Individuen in der Regel zur frühzeitigen Fehlgeburt führt. Patienten des Aicardi-Syndrom zeigen Behinderungen auf der kognitiven und motorischen Ebene. Muskelkrämpfe und Anfälle (meist epileptiform) kommen vor, die Lebenserwartung ist meist eingeschränkt.[2]

2 Verwechselungsgefahr[Bearbeiten]

Das Aicardi-Goutières-Syndrom ist eine andere erbliche Hirnentwicklungsstörung mit ähnlichem Namen.

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kroner et al.: New Incidence, Prevalence, and Survival of Aicardi Syndrome From 408 Cases. In: J. Child Neurology 2008
  2. Rosser: Aicardi syndrome. In: Arch Neurology 2003

4 Andere Lexika[Bearbeiten]