Walter Ulbricht

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Walter Ulbricht auf einer DDR-Briefmarke 1961

Walter Ernst Paul Ulbricht (* 30. Juni 1893 in Leipzig; † 1. August 1973 in Groß Dölln) war ein Politiker in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Ulbricht kämpfte nach der Verhaftung von Ernst Thälmann um den Parteivorsitz bei der KPD. Stalin säuberte erbarmungslos und ließ zahlreiche Emigranten in Lager schicken oder erschießen. Wer überleben wollte, musste verraten. Ulbricht überlebte.[1]

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verteidigte Ulbricht den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt mit dem Argument, das Hitlerregime werde unter anderem wegen der Stärke der Roten Armee nun im Gegensatz zu England notgedrungen einen friedlichen Weg einschlagen. „Die deutsche Regierung erklärte sich zu friedlichen Beziehungen zur Sowjetunion bereit, während der englisch-französische Kriegsblock den Krieg gegen die sozialistische Sowjetunion will. Das Sowjetvolk und das werktätige Volk Deutschlands haben ein Interesse an der Verhinderung des englischen Kriegsplanes“, so Ulbricht.[2] Im Jahr 1940 verurteilte Walter Ulbricht in der von ihm herausgegebenen Stockholmer Zeitschrift Welt die Vorschläge anderer Widerständler, England im Krieg gegen Deutschland zu unterstützen. Er schrieb, dass fortschrittliche Kräfte nicht „den Kampf gegen den Terror und gegen die Reaktion in Deutschland führen“, nur um stattdessen dem „englischen Imperialismus“ zum Sieg zu verhelfen.

Von 1950 bis 1971 stand er an der Spitze des Zentralkomitees der SED. Außerdem war er von 1949 bis 1960 stellvertretender Ministerpräsident und von 1960 bis zu seinem Tod Vorsitzender des Staatsrats der DDR. 1961 gab er den Befehl zum Bau der Berliner Mauer. Noch etwa zwei Monate zuvor hatte er wörtlich erklärt „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“[3] Dabei verstieg er sich zu der Behauptung, dass es Menschen in Westdeutschland gäbe, die das wünschten. Er war ein überzeugter Marxist-Leninist, als Machthaber der DDR zeigte er während der 1960er Jahre allerdings auch etliche Liberalisierungstendenzen und wollte innerhalb des prosowjetischen Ostblocks eigenständige Positionen behaupten, was schließlich zu seiner Ablösung durch den des Russischen nicht mächtigen, aber kritiklos moskauhörigen Erich Honecker führte. Unter Honecker wurde dann die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik eingeleitet.

1 Einzelnachweise

  1. vgl.: Zeit-Online: Staatschefs der ersten Stunde
  2. Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Lit Verlag, 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4, S. 224–225.
  3. Walter Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin am 15. Juni 1961

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