Umweltpolitik

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Der Begriff Umweltpolitik, der um 1970 aus dem englischen Begriff environmental policy gebildet wurde, bezeichnet die Gesamtheit der politischen Bestrebungen, welche die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen sowie der Natur an sich bezwecken.

Die Herausbildung der Umweltpolitik als eigenständiger Politikbereich war eng verknüpft mit der Entstehung eines immer weiter verbreiteten Umweltbewusstseins in den 1970er Jahren, das seinerseits eine Reaktion auf drastisch zunehmende Umweltprobleme war. Motor dafür waren soziale Bewegungen wie die Umweltbewegung und die Anti-Atomkraft-Bewegung sowie die Nachwirkungen der Protestbewegung der 1960er-Jahre (siehe auch 68er-Bewegung).

In den Vereinigten Staaten war die Zivilgesellschaft der eigentliche Motor der Umweltpolitik. Bereits im 19. Jahrhundert gab es Diskussionen über die Umweltverschmutzung durch die Kohle als Energieträger in den Großstädten.[1]

Mit Beginn der von SPD und FDP geführten Regierungskoalition in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte die Identifizierung der grundlegenden, am deutlichsten wahrnehmbaren Umweltbelastungen und die Entwicklung allgemeiner Problemlösungsinstrumente. 1970 verabschiedete die Bundesregierung unter Willy Brandt ein Sofortprogramm zum Umweltschutz und am 29. September 1971 das erste Umweltprogramm.

Mit der Ölkrise von 1973/1974 geriet der Umweltschutz nach der ersten erfolgreichen Etablierung gegenüber wirtschaftlichen Argumenten ins Hintertreffen. Erstmals wurde die Phrase „Jobkiller Umweltschutz“ verwendet.[2]

1 Literatur

  • Edda Müller: Innenwelt der Umweltpolitik. Sozial-liberale Umweltpolitik – (Ohn)macht durch Organisation? Westdeutscher Verlag, Opladen 1995
  • Hans Werner Sinn, Das grüne Paradoxon: Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik. Econ Verlag, 2008,

2 Andere Lexika




3 Einzelnachweise

  1. Frank Uekötter: Wie neu sind die sozialen Bewegungen? Revisionistische Bemerkungen vor dem Hintergrund der umwelthistorischen Forschung, Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, Heft 31/2004, Seite 118
  2. Sabine Weiland: Politik der Ideen: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Großbritannien und den USA. 1. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, Seite 141

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