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Robinson Crusoe (Daniel Defoe)
Der Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe, der im Jahre 1719 veröffentlicht wurde, handelt von der Geschichte eines englischen See- und Kaufmanns. Die Story trägt in doppelter Weise biographische Züge: Zum einen geht der Roman auf die Erlebnisse des schottischen Matrosen Alexander Selkirk zurück, der der von 1704 bis 1709 auf einer Insel im Südpazifik alleine überlebt hatte. Diese Zeit wird jedoch in dem Roman auf die Zeit von 1659 bis 1686 verlegt und ausgedehnt. Zum anderen war der Autor Daniel Defoe bis Ende des 17. Jahrhunderts Kaufmann gewesen und kannte so die Einzelheiten des Seehandels aus eigener Erfahrung. Der Vorname der Hauptperson Robinson ist der Geburtsname von dessen Mutter, einen Robinson Crusoe oder eine Familie Robinson-Crusoe[1] hat es jedoch nie gegeben.[2] Es handelt sich also um eine fiktive Autobiographie.
Es werden mehrere Episoden aus dem Leben des Romanhelden erzählt, der gegen den Rat seiner Eltern die gesicherte Zukunft eines Kaufmanns in York aufgibt und zur See fährt. Auf einer Fahrt wird das Schiff von Freibeutern aufgebracht, so dass er als Sklave nach Nordafrika verkauft wird; von dort kann er fliehen und gelangt mit einem ihm wohlgesonnenen Kapitän nach Südamerika. Dort hat er mit der Bewirtschaftung einer Zuckerplantage Erfolg. Trotz seines guten finanziellen Auskommens lässt er sich wieder auf eine Seereise ein, um Sklaven aus Afrika zu holen. Dabei strandet das Schiff in der Mündung des Orinoco und die gesamte Besatzung - bis auf Robinson - kommt ums Leben. Das nachfolgende Leben auf der Insel wird sehr detailliert und spannend geschildert. Das Buch gilt daher als Abenteuer-Roman, was bereits im Titel der Erstausgabe zum Ausdruck kommt.
Die Handlung wird in der Denkweise eines englischen Seemanns und Kaufmanns erzählt. Obwohl der Autor durchaus fortschrittlich und kritisch gedacht haben soll, fällt - wie könnte es anders sein - die Denkart des Kolonialismus auf. Ein Jahr nach Erscheinen der Originalausgabe des Werks waren in Deutschland vier verschiedene Übersetzungen erhältlich.[3] Im Laufe des 20. Jahrhunderts erschienen teilweise gekürzte Ausgaben als Jugendbuch.
Weblinks
- englischer Originaltext von 1719 (Digitalisat)
- deutsche Übersetzung von Karl Altmüller, Bibliographisches Institut, Leipzig 1869, Text im Projekt Gutenberg-DE
Ausgaben (Auswahl)
- Daniel Defoe: Robinson Crusoe. Bearbeitung der deutschen Übersetzung aus dem Jahr 1836 von Dorothea Rahm, Arena-Verlag 1999. ISBN 978-3401002569 (7. Auflage, Kinderbuch).
- Daniel Defoe: Robinson Crusoe, neu übertragen und für die Jugend bearbeitet, 208 Seiten, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1960
- Daniel Defoe: Robinson Crusoe, Wigand, Leipzig 1881
- The life and strange surprizing adventures of Robinson Crusoe: of York, mariner: who lived twenty eight years all alone in an un-inhabited island on the coast of America, near the mouth of the great river of Oroonoque; ... Written by himself. Printed for W. Taylor, 364 Seiten, London 1719
Einzelnachweise
- ↑ laut einigen deutschen Übersetzungen
- ↑ Theodor Kissel: Der Mann, der Robinson Crusoe war, spektrum.de, 27. April 2019
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Robinson_Crusoe#Rezeption_im_deutschsprachigen_Raum