Institut für Ökonomische Bildung

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Das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) ist ein Institut des Centrums für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung (CIW) an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, dass sich der Lehre und Forschung im Bereich der Ökonomischen Bildung widmet. Es wurde am 1. Januar 2000 mit dem Ziel gegründet ein Angebot für all jene Studiengänge zu organisieren und gestalten, deren Curriculum nur einen geringen Semesterwochenumfang an wirtschaftswissenschaftlichen Studien vorsieht. Hintergrund der Gründung des Instituts ist die steigende Nachfrage verschiedener Studiengänge nach Ökonomischer Bildung seit den 1980er Jahren. Für Lehre und Forschung sind zwei Professuren mit dem Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre sowie eine Professur mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre eingerichtet. Jährlich werden circa 3000 Studierende der Bachelor-Studiengänge „Politik und Wirtschaft“, „Economics and Law“ sowie des Zwei-Fach Bachelors "Ökonomik" betreut. Das Institut ist außerdem verantwortlich für die ökonomischen Anteile im Studiengang „Wirtschaftslehre/Politik“ des Bachelor BAB (Ausrichtung auf berufliche und allgemeine Bildung) und den Bachelorstudiengängen KiJu (Ausrichtung auf schulische und außerschulische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen). In Reaktion auf die universitären Veränderung im Rahmen des Bologna-Prozesses, wird seit dem Wintersemester 2008/09 am Institut für Ökonomische Bildung ein besonderes Schwerpunktmodell für das Studium des Bachelor "Ökonomik" angeboten.

1 Geschichtliche Hintergründe

Ende der 1980er Jahre wurden immer seltener Absolventen der Philosophischen Fakultät in den Staatsdienst aufgenommen. Immer mehr Absolventen drängten in die Privatwirtschaft. Um die Studierenden für die neue Arbeitsmarktsituation zu qualifizieren, wurde das „Institut für Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik“ an der Philosophischen Fakultät im Fachbereich Sozialwissenschaften gegründet. Hier konnten bestimmte Lehramtsstudiengänge und Magister- sowie Diplomstudiengänge die Nebenfächer „Wirtschaftspolitik“ und „Angewandte Kulturwissenschaft“ belegen. Die Nachfrage verschiedenster Studiengänge nach Ökonomischer Bildung in geringem Semesterwochenumfang stieg mit den Jahren rapide. Im Jahr 2000 entschied das Rektorat der Universität gemeinsam mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät die Neugründung des Instituts für Ökonomische Bildung mit nunmehr zwei angegliederten Lehrstühlen für Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre sowie insgesamt drei Professuren am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

2 Auftrag

Ziel und Auftrag des Instituts ist es in Forschung und Lehre zu einer zeitgemäßen Ökonomischen Bildung beizutragen. Dazu gehört die Förderung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die zur Bewältigung ökonomischer Probleme auf privater, betrieblicher, gesamtwirtschaftlicher und globaler Ebene befähigen. In diesem Sinn ist das Institut für Ökonomische Bildung zuständig für die ökonomischen Anteile in den Lehramtsstudiengängen und betreut Studiengänge in denen geringe wirtschaftswissenschaftliche Studienanteile nachgefragt werden.

3 Beiträge zur Ökonomischen Bildung in Theorie und Praxis (Auswahl)

Das Institut hat sich seit seiner Gründung im Jahre 2000 durch zahlreiche Projekte und Veröffentlichungen einen Namen im Bereich der Ökonomischen Bildung gemacht.

Das Modellprojekt „Praxiskontakte Wirtschaft – Wirtschaft in der Schule (PRAWIS)“ (2000-2004)[1] konnte in Nordrhein-Westfalen einen Beitrag dazu leisten, dass in der gymnasialen Oberstufe im Rahmen des Faches Sozialwissenschaften auch Wirtschaft als Schwerpunkt gewählt werden kann[2].

Von 2004 bis 2007 leitete Gerd-Jan Krol mit Andreas Zoerner den Facharbeitskreis „Ökonomische Bildung/Wirtschaft“ im gemeinsamen Projekt von Kultusministerkonferenz (KMK) und Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Erstellung des „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung“[3].

2010 erhielt Dirk Loerwald für seine Dissertation am Institut für Ökonomische Bildung den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung (DEGÖB). Die Dissertation wurde dafür ausgezeichnet dass sie „wissenschaftsorientiert der wirtschaftsdidaktischen Förderung der ökonomischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland sowie der Vertiefung des Theorie-Praxis-Bezugs dient“[4].

4 Die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die Lehre

Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurde auch in Bezug auf Lehramtsstudiengänge die Polyvalenz (Wirkungsoffenheit) des Studiums gefordert: Zwei-Fach-Bachelor Studierende sollen in Zukunft nicht allein auf einen lehramtsspezifischen Master (Master of Education) vorbereitet werden, sondern in gleichem Maße auf die außerschulische Praxis oder einen fachwissenschaftlichen Master (Master of Science). Um diese Offenheit des Studienziels zu gewährleisten hat das Institut für Ökonomische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaften und dem Institut für Soziologie ein spezielles Schwerpunktmodell entwickelt.

5 Das Münsteraner Schwerpunktmodell

Das Münsteraner Schwerpunktmodell wurde vom Institut für Ökonomische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaften und dem Institut für Soziologie speziell für Studierende konzipiert die ein Lehramt in Integrationsfächern wie Sozialwissenschaften anstreben. Bei Integrationsfächern ergibt sich in erhöhtem Maße die Schwierigkeit die Polyvalenz des Studiengangs zu gewährleisten. Aufgrund der Aufteilung des Faches in die Teildisziplinen (Sozialwissenschaften: Politikwissenschaften, Ökonomik, Soziologie) fällt ein zu geringes Studienkontingent auf die einzelnen Disziplinen ab. In den Teildisziplinen kann daher der Zugang zu entsprechenden außerschulischen Arbeitsfeldern oder zu einem eigenständigen fachwissenschaftlichen Master nicht mehr gewährleistet werden.

Das Münsteraner Schwerpunktmodell ermöglicht es Studierenden des Studiengangs Lehramt Sozialwissenschaften einen Schwerpunkt auf eine der drei Teildisziplinen zu legen. Im Laufe des Bachelorstudiums können die Studierenden entscheiden ob sie im Wahlpflichtbereich zu einem rein fachwissenschaftlichen Studium aufstocken indem sie das Schwerpunktfach weiter vertiefen - dieses würde sie sowohl für einen fachwissenschaftlichen Master als auch für das entsprechende außerschulische Arbeitsfelder qualifizieren - oder sich durch die ergänzende Belegung der anderen Teildisziplinen zum Bachelor Sozialwissenschaften mit Zugang zu einem Master of Education in Sozialwissenschaften qualifizieren.[5]

6 Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Kaminski, H./Krol, G.-J. (Hrsg.): Ökonomische Bildung: legitimiert, etabliert, zukunftsfähig. Stand und Perspektiven. Bad Heilbronn: Klinkhardt, 2007.
  • Krol, G.-J./Schmidt, A. (212002): Volkswirtschaftslehre. Eine problemorientierte Einführung. Stuttgart: UTB.
  • Loerwald, D./Wiesweg, M./Zoerner, A. (Hrsg.): Ökonomik und Gesellschaft. Festschrift für Gerd-Jan Krol. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2008.

7 Weblinks

8 Einzelnachweise

  1. http://www.prawis.de/
  2. Albers, H.-J. (2008): Geleitwort. In: Loerwald, D./Wiesweg, M./Zoerner, A. (Hrsg.): Ökonomik und Gesellschaft. Festschrift für Gerd-Jan Krol. Wiesbaden:Verlag für Sozialwissenschaften, S. 5-7.
  3. http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/Downloads/Hintergrundmaterial__national/Orientierungsrahmen_20f_C3_BCr_20den_20Lernbereich_20Globale_20Entwicklung.pdf
  4. http://www.degoeb.de/
  5. Krol, G.-J./Loerwald, D. (2007): Ökonomische Bildung in der gestuften Lehrerausbildung am Beispiel eines Schwerpunktmodells. In: Kaminski, H./Krol, G.-J. (Hrsg.): Ökonomische Bildung: legitimiert, etabliert, zukunftsfähig. Stand und Perspektiven. Bad Heilbronn: Klinkhardt, S. 239-245.



9 Init-Quelle

Entnommen aus der:

Erster Autor: Zauberberg09 angelegt am 25.11.2010 um 00:14,
Alle Autoren: JARU, Mogelzahn, Wangen, Zauberberg09, Okmijnuhb, WWSS1, NEXT903125, Komischn, Michileo


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