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Deutsche Romantik

Die Deutsche Romantik wird im In- und Ausland oft als eine prägende Zeit für den Volkscharakter der Deutschen genannt.
Allgemeines
Historisch hat die Deutsche Romantik ihre Wurzeln in der besonders in Deutschland starken literarischen Bewegung der Romantik zwischen 1770 und 1830. Doch auch nach dem Ende dieser Epoche beeinflussten romantische Denkweisen bis heute Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle und prägten mal mehr mal weniger auch die Einstellung der Deutschen zu politischen und sozialen Fragen.[1] Rüdiger Safranski schreibt dazu u.a.:
- "Es ist nicht nur ein deutsches Phänomen, aber es hat in Deutschland eine besondere Ausprägung erfahren, so sehr, dass man im Ausland bisweilen die deutsche Kultur mit Romantik und dem Romantischen gleichsetzt." [2]
- Rainer Stollmann meint in einem Interview in der Zeitschrift Focus dazu u.a.:
- "Vorurteile sind selten ohne jeden Wirklichkeitsbezug. Die Deutschen sind humorlos, weil sie Romantiker sind. Die Romantik war die deutsche Epoche, die andere Völker so nicht kennen. So wie die Renaissance italienisch und der Barock spanisch ist. Der wichtigste Begriff der Romantik ist „Sehnsucht“. Wer sich vor Sehnsucht verzehrt und gern Weltschmerz empfindet, lacht nicht. (...) In der klassisch-romantischen Epoche wurde die Ernsthaftigkeit geboren, die noch heute als Markenzeichen deutscher Kultur auf der Welt gilt, besonders in der „ernsten“ Musik und der Philosophie." [3]
1770 bis 1830
- Die Romantik begann in den Jahren zwischen 1770 und 1830 als Protest der Jugend gegen die Normen der älteren Generation. In Literatur und Kunst war sie ein Aufbegehren gegen den Klassizismus, der in ihren Augen alles Schöpferische und Spontane im künstlerischen Ausdruck ersticke. Sie war ein Aufbegehren gegen den Rationalismus und die Aufklärung.
- Die Romantik war gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Emotionalität und Überschwang, Weltfremdheit sowie einer Betonung des Irrationalen.
- Sie war besonders in Deutschland stark. Auf das Ausland, besonders das rationalistisch geprägte Frankreich, übte sie eine eigenartige Faszination aus. Schon bald wurde sie im Ausland als Merkmal des deutschen Volkscharakters gesehen.
- Die Romantiker waren eher unpolitisch eingestellt, denn sie begriffen weder die Fragen ihrer Zeit noch den Prozess, durch den praktische Lösungen für die aktuellen Probleme gefunden werden mussten. Wenn sie eine politische Positionierung hatten, waren sie eher konservativ eingestellt. [4]
Weblinks
- Rüdiger Safranski: Romantik - Eine deutsche Affäre, Hanser, München, 2007
Videos auf Youtube
Einzelnachweise
- ↑ Gordon A. Craig: Über die Deutschen, dtv, München, 1982, S. 216 ff.
- ↑ Rüdiger Safranski: Romantik - Eine deutsche Affäre, Hanser, München, 2007, Vorwort
- ↑ „Wir sollten Ernst und Humor häufiger mischen“ - Warum die Deutschen als humorlos gelten
- ↑ Gordon A. Craig: Über die Deutschen, dtv, München, 1982, S. 217 bis 220
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