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Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen
| Wappen | |
|---|---|
| Wappen der Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen | |
| Kurzinformationen | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Universität: | Universität Siegen |
| Gründung: | 1. Januar 1903 in Bad Frankenhausen |
| Restitution: | 1958/1959 |
| Verband: | ADB |
| Aufnahme in die DB: | SS 2000 |
| Austritt aus der DB: | SS 2013 |
| Kürzel: | B! Th |
| Wahlspruch: | Freiheit, Vaterland, Recht |
| Zirkel: | Datei:Zirkelthuringia.jpeg |
| Adresse: | Im Kalten Born 5 57076 Siegen |
| Website: | http://www.thuringia-siegen.de |
| E-Mail: | aktivitas@thuringia-siegen.de |
Die Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen ist eine der in Siegen ansässigen Burschenschaften und Studentenverbindungen, die der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (ADB) angehört. Sie ist die älteste Studentenverbindung in Siegen und gehörte bis 2013 zur Deutschen Burschenschaft (DB).
Allgemeines
Nach ihrem Selbstverständnis ist die Thuringia konfessionell ungebunden und parteipolitisch neutral. Sie ist nach dem Lebensbundprinzip organisiert und verbindet die studierenden Mitglieder, die sogenannte Aktivitas, mit den Alten Herren über die Studienzeit hinaus. Zum Selbstverständnis gehören der fachliche und persönliche Austausch zwischen den Generationen.
Das Verbindungsleben umfasst neben studentischen Traditionsveranstaltungen auch Fachvorträge, Diskussionsabende zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen.
Geschichte
Die Thuringia wurde im November 1902 mit Hilfe der Burschenschaft Sulfia zu Bingen gegründet. Als offizielles Gründungsdatum gilt der 1. Januar 1903, an dem sie als "Technisch-Wissenschaftlicher Verein Thuringia" am Kyffhäuser-Technikum in Frankenhausen konstituiert wurde. Die Verbindung führte die Farben grün-gold-rot und war zunächst mit zwei Pflichtmensuren pflichtschlagend. Am 25. März 1906 wurde der Altherren-Verein gegründet. Im Sommersemester 1907 erfolgte die Umbenennung in Freie Verbindung Thuringia; zugleich wurde die ursprünglich grüne Samtmütze durch eine rote Tuchmütze ersetzt.
Während des Ersten Weltkriegs ruhte der Aktivenbetrieb. Im Sommersemester 1919 reaktivierten 24 Thuringen die Verbindung als Akademische Verbindung Thuringia. Am 18. August 1919 ging zudem die am 9. Februar 1901 in Rudolstadt gegründete Freie Verbindung Teutonia mit den Farben rot-weiß-blau in der Thuringia auf. Elemente der Teutonia wurden später auch in das Wappen und das Couleur der Thuringia übernommen.
Am 19. Juni 1921 nahm Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Kyffhäuser das Ehrenburschenband der Thuringia an.
Bereits Anfang der 1920er Jahre gab die Akademische Verbindung eigene Mitteilungsblätter heraus. Eine erhaltene Ausgabe vom Januar/Februar 1922 trägt bereits die Bezeichnung 3. Jahrgang, Nr. 1.
Am 23. Juni 1923 beschloss ein außerordentlicher Generalconvent, die Thuringia in Frankenhausen zu suspendieren und den Aktivenbetrieb an der Technischen Hochschule in Hannover fortzuführen. Nachdem dieser Versuch nicht den gewünschten Erfolg hatte, beschloss der Generalconvent am 21. September 1924 die Reaktivierung am ursprünglichen Hochschulort.
1926 ist eine Satzung des Altherrenverbandes in der Vereinsregisterüberlieferung des damaligen Amtsgerichts Frankenhausen nachweisbar. Im Juli 1927 beschloss der Altherrenverband die Bezeichnung Alt-Herren-Verband der Burschenschaft Thuringia e.V.. Im Sommersemester 1928 wurde die Verbindung anlässlich ihres 25. Stiftungsfestes endgültig in Burschenschaft Thuringia umbenannt. Beim 20. Alt-Herren-Tag im Jahr 1929 war der langjährige Direktor des Kyffhäuser-Technikums, Prof. Sigmund Huppert, als Redner zu Gast.[1]
Im Wintersemester 1935 wurde der Aktivenbetrieb der Burschenschaft Thuringia im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung des Verbindungswesens eingestellt. Neben der Burschenschaft Thuringia stellten in Bad Frankenhausen in dieser Zeit auch folgende Verbindungen ihren Betrieb ein:
- Freie Verbindung Saxonia gegr. 30.11.1896
- Technische Verbindung Markomannia, gegründet am 15. Oktober 1903
- Wissenschaftl. Verbindung Arminia gegr. 18.05.1919
- Sängerschaft Arion, gegründet am 2. Februar 1920
- Sportliche Verbindung Borussia gegr. 15.11.1923
- Katholische tech. Verbindung Winfridia gegr. 1926
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es am ursprünglichen Hochschulort zu keiner Reaktivierung. Bad Frankenhausen lag zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR, während ehemalige Mitglieder der Thuringia überwiegend in der Bundesrepublik den Kontakt untereinander aufrechterhielten.
Am 1. November 1958 fand in Bad Pyrmont der erste Alt-Herren-Tag nach dem Krieg statt. Am 4. April 1959 beschlossen die Alten Herren, die Thuringia in Siegen zu reaktivieren.
Am 8. und 9. Oktober 1960 fand das erste Stiftungsfest der Thuringia in Siegen statt. Die heutige Universität Siegen entstand später unter anderem aus den damaligen Ingenieurschulen.[2]
Am 6. Mai 1961 fand der erste Mensurtag der Thuringia in Siegen statt. 1962 beschloss die Aktivitas mit Zustimmung des Altherrenverbandes, die bis dahin vorgeschriebenen zwei Pflichtmensuren abzuschaffen. Seitdem ist die Burschenschaft Thuringia fakultativ schlagend.
Am 4. Oktober 1969 erfolgte die Umbenennung in Studentengemeinschaft Thuringia. Im Dezember 1977 nahm die Verbindung wieder den Namen Burschenschaft Thuringia an.
Am 20. Juni 1987 trat die Thuringia der Deutschen Ingenieur-Burschenschaft bei, die später in Deutsche Hochschulburschenschaften (DHB) umbenannt wurde. Im Sommersemester 2000 erfolgte der Beitritt zum Dachverband Deutsche Burschenschaft.
Im Jahr 2013 trat die Thuringia wieder aus der Deutschen Burschenschaft aus. In einer damaligen Presseerklärung wurden unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Ausrichtung des Dachverbandes sowie die Beschäftigung mit aus Sicht der Thuringia rückwärtsgewandten innerverbandlichen Fragestellungen als Gründe angeführt.
Vom 30. September bis zum 3. Oktober 2016 beteiligte sich die Burschenschaft Thuringia in Jena an der Gründung der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft. Vertreter der Aktivitas und der Altherrenschaft nahmen an der Gründungstagung teil. [3]
Couleur
Die Farben der Aktivitas sind Grün-Gold-Rot mit goldener Perkussion, die Farben der Füchse Grün-Gold-Grün mit goldener Perkussion. Die Farbe der Pekeschen ist rot. Dazu wird eine rote halbsteife Tellermütze getragen.
Der Wahlspruch lautet "Freiheit, Vaterland, Recht".
Bekannte Mitglieder
- Paul von Hindenburg (* 1847; † 1934), Reichspräsident aus dem deutschen Adelsgeschlecht von Beneckendorff und von Hindenburg
- Prof. Dr.-Ing. h.c. Karl Willy Wagner, (* 1883; † 1953) Dekan des Kyffhäuser-Technikums
- Prof. Dr.-Ing. Siegmund Huppert, (* 1874; † 1945) Gründungsbursch
Direktor des Kyffhäuser-Technikums. Er schuf 1908 den ersten Lehrstuhl Deutschlands für Flugzeugbau; gewann Carl Wilhelm Witterstätter als Dozenten. - Gustav Albrecht, (* 1890; † 1947) ehem. Direktor des DNB
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ulrich Hahnemann: Prof. Ing. Sigmund Israel Huppert – ein jüdischer Hochschuldozent zwischen Lehre und Antisemitismus in den Jahren 1902–1931, Diplomarbeit, Fachhochschule Potsdam, 2007.
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4t_Siegen#Vorl%C3%A4ufer,_Gr%C3%BCndung_und_erste_Jahre
- ↑ https://wirsiegen.de/2016/10/neuer-aufbruch-der-burschenschaftlichen-bewegung/174168/
Andere Lexika
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- Löschdiskussion bei Wikipedia
- Erster Autor: Thuringe, weitere Autoren: Batke, Q-ß, Achim Jäger, Der Bischof mit der E-Gitarre