LAB-Profile

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Das LAB-Profile (Language and Behavior Profile) ist eine praktische Analyse- und Kommunikationsmethode. Das Instrument ermittelt über das Erkennen von Mustern in der verwendeten Sprache einer Person, wie diese Person ihre Motivation und ihre Informationsverarbeitung strukturiert.

Die Methode steht für angewandte Wahrnehmungspsychologie. Ihr Kern ist eine bestimmte Frage- und Verifikationstechnik, mit deren Hilfe die Informationen gewonnen werden. Der LAB-Profile-Interviewer achtet dabei auf die Sprachmuster seines Gegenübers. Zur Quelle der Information im LAB-Profile wird somit die Strukturebene der Kommunikation („wie“ jemand über etwas spricht), nicht die Inhaltsebene („worüber“ jemand spricht).

Hintergrund dieser Vorgehensweise ist es, dass jeder Mensch die Welt auf seine eigene Art wahrnimmt, quasi durch ein eigenes Filtersystems. Die Struktur dieses Filtersystems zu entschlüsseln gelingt mit dem LAB-Profile, wodurch Motivationen und Informationsverarbeitung von Personen in bestimmten Kontexten erklärbar werden. Das besondere am LAB-Profile ist, dass es neben der beschriebenen analytischen Möglichkeit gleichfalls eine praktische Anwendungskomponente besitzt. Durch das Verstehen der Filter des Anderen ergibt sich die Chance für eine schnelle Anpassung an die sprachlichen „Filtereinstellungen“ diese Person. Damit können Kommunikationsprobleme vermieden werden und Menschen in der für sie individuell motivierenden Form angesprochen werden.

1 Entwicklungsgeschichte

Das LAB-Profile wurde in den 1990er Jahren von Rodger Bailey entwickelt und von Shelle Rose Charvet für die Anwendung im Businessumfeld verfeinert. Die Methode steht auf dem Fundament der psychologischen Typen von C.G. Jung, welche unterschiedliche Wahrnehmungspräferenzen und Verhaltensbevorzugung bei verschiedenen Menschen darlegt. Diese Erkenntnisse wurden in der Arbeit von Katharine Briggs und Isabel Myers über Verhaltensbeschreibungen und –typisierungen weiterentwickelt (insbesondere im sog. MBTI). Ausgehend von diesen Erkenntnissen trug die zu den NLP-Pionieren zählende Leslie Cameron-Bandler in ihrer Arbeit rund 60 typische Wahrnehmungsfilter zusammen, welche auch als sog. „Metaprogramme“ bekannt wurden. Dieses theoretische Konstrukt über menschliche Wahrnehmungsfilter und ihren Ausdruck in Sprache und Verhalten, wurde mit dem LAB-Profile durch Rodger Bailey empirisch überprüft und strukturiert. Die Kanadierin Shelle Rose Charvet schließlich legte das LAB-Profile in seiner heutigen Form als anwendungsfreundliches Instrument vor. Sie schrieb das Standardwerk der angewandten Methode („Words that change minds“).

2 Aufbau des LAB-Profile

Der Aufbau des LAB-Profiles. Es wird in motivationale und informationsverarbeitende Kategorien unterschieden. Jede einzelne Kategorie ist dabei als Kontinuum zwischen zwei oder mehr Extrempolen im Verhalten angelegt. Die Ausprägungen in die eine oder andere Richtig dieser Pole nennt sich Muster.


Kategorien der Motivationsstruktur: (in Klammern die Musterauspräungen)

Kriterien (Werte einer Person in einem gegebenen Kontext. Es wird i.d.R. der Arbeitskontext gewählt).

Motivationsniveau (proaktiv – reaktiv)

Motivationsrichtung (hin zu etwas - von etwas weg)

Motivationsquelle (internal – external)

Motivationsgrund (Optionen – Prozeduren)

Entscheidungsfaktoren der Motivation (Gleichheit – Gleichheit mit Ausnahmen – Unterschiedlichkeit)


Kategorien der Informationsverarbeitung: (in Klammern die Musterauspräungen)

Informationsgröße (global - detailiert)

Richtung der Aufmerksamkeit (auf sich selbst - auf andere)

Reaktion auf Stressinformation (emotional - flexibel - kognitiv)

Stil der Informationsverarbeitung (unabhängig - flexibel - kooperativ)

Organisation Informationsverarbeitung (objektbezogen - personenbezogen)

Regel-Struktur der Informationsverarbeitung (Meine/Meine - Meine/egal – Keine/Meine – Meine/Deine)

Entscheidungs-Kanal der Information (sehen - hören - lesen - tun)

Entscheidungs-Modus der Information (Anzahl Beispiele - automatisch – konsistent, d.h. beständig - Zeitdauer)


3 Anwendungsfelder

Bevorzugte Felder für analytischen Einsatz

  • Personalauswahl und Teamzusammenstellung
  • Personalentwicklungsplanung / Audits zur Standortbestimmung
  • Kommunikationsanalyse (z.B. bei Werbemittel oder Stellenanzeigen)


Bevorzugte Felder für den praktischen Einsatz

  • Kunden im Marketing und Vertrieb in seiner Sprache abzuholen
  • Für das Selbst-Management, um die eigenen Motivationsauslöser zu erkennen
  • Zur Mitarbeitermotivation und effektiven Aufgabendelegation
  • Für die Gestaltung effektiver Präsentationen und für zielgruppengerechte Vorträge
  • Im Training, für optimierte Lernprozesse
  • Im Coaching und der Karriereberatung


4 Nutzergruppen

Das LAB-Profile wird besonders von Recruitern, Personalentwicklern, Trainern, Coaches, Marketingfachleuten, Unternehmensberatern, Verkäufern, Kundenservicemitarbeitern und Managern verwendet. Prinzipiell kann die praktische Anwendung der Methode jeder Person helfen Kommunikation zu optimieren. NLP-Anwender erleben die praktische Verwendung der LAB-Profile zudem oft als Erweiterung und Ergänzung ihrer methodischen Kompetenzen.

In Deutschland arbeiten einige HR-Berater und Trainer mit dem LAB-Profile. Der Nutzerkreis wächst jährlich. Kunden sollten auf die offizielle Trainerzertifizierung als Qualitätsmerkmal achten.


5 Ausbildung/ Zertifizierung

Die Arbeit mit dem LAB-Profile kann in Ausbildungen verschiedener Kompetenzstufen erlernt werden. Mit den Ausbildungen kann jeweils ein entsprechendes Zertifikat, autorisiert durch Shelle Rose Charvet, erworben werden. Basis-Level: LAB-Profile-Practitioner. Fortgeschrittenen-Level: LAB-Profile Master-Practitioner. Trainer-Level: LAB-Profile-Trainer/Consultant.

Die Ausbildungskurse dürfen nur von zertifizierten LAB-Profile-Trainern durchgeführt werden. Eine Übersicht aller weltweit durch Shelle Rose Charvet zertifizierten LAB-Profile-Trainer findet sich hier: Liste aller zertifizierten LAB-Profile-Trainer

Anerkannte LAB-Profile-Ausbildungen in Deutschland bieten insbesondere diese Anbieter an: Trainco, Spetrum Kommunikationstraining, Meta HR Unternehmenberatung GmbH, LAB-Profile-Academy.com., WiPeC-Werteinstitut für Persönlichkeitstraining & Coaching


6 Literatur

  • Shelle Rose Charvet, Wort sei dank,(Originaltitel: Words that change minds), Junfermann-Verlag 1998, ISBN 978-3873873704


7 Weblinks

8 Init-Quelle

Entnommen aus der:

Erster Autor: 145.253.109.92 angelegt am 09.03.2010 um 10:15,
Alle Autoren: Tom md, Weissbier, 145.253.109.92


9 Andere Lexika

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