Hauptstammlinien des euröpäischen Judentums

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die jüdische sepharadische sowie aschenasische Stammlinien, nicht wissenschaftlich valide

Ein Kennzeichen des historischen Judentums war, dass über die jüdische Namenskodierung, jüdische Stammlinien gepflegt wurden. Grund dieser Pflege war, dass z. B. der jüdische Messias noch nicht erschienen ist. Laut der Bibel muss der Messias dem Stamm Juda angehören (Genesis 49,10) und ein direkter männlicher Nachkomme (Sohn nach Sohn) von König David (1. Chronik 17,11, Psalm 89,29-38; Jeremia 33,17; 2. Samuel 7,12-16) und König Salomon sein. (1. Chronik 22,10; 2. Chronik 7,18). Aufgrund der Tatsache, dass das Christum behauptet, dass Jesus der Messias ist, entbrannt in der Antike ein theologischer Diskurs, ob Jesus ein Nachfahre von David und Salomon sei.[1]

Des Weiteren erlaubt die Pflege der jüdischen Stammlinie, wie beim Deutschen Adel, die Bedeutung der Familie zu betonen. Neben dem Judentum wissen z. B. auch noch viele Syrer, welcher biblischen Stammlinie sie entstammen.

--> siehe auch Juden als Rasse

--> siehe auch Jüdische Namenskodierung

1 Grundlage

Genetische Stammlinien

Die rabbinische Tradition unterteilt das europäische Judentum in Sepharad und in Aschenas. Der Grund dieser Einteilung war, um zwei jüdische Stammlinien in Zentral Europa von einander zu trennen.

2 Stammlinie Sepharad

Die etymologische Bedeutung Sepharad (Sephardi) bezieht sich im Alten Testament auf Spanien. Ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. ist Handel phönizischer Seefahrer mit den südspanischen Küstenregionen nachweisbar. Spätestens ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Phönizier Kolonien, die als Basen für den Handel dienten; später folgten Griechen, vor allem aus dem späteren Marseille. Nach dem Ersten Punischen Krieg gegen Rom eroberten die Karthager ab 237 v. Chr. den Süden und Osten. Cartagena war ihr wichtigster Stützpunkt. Nach der Niederlage im zweiten Krieg mussten die Karthager die Halbinsel 206/205 v. Chr. räumen. Der Widerstand gegen die Besetzung durch Rom dauerte im Süden von 197 bis 179 v. Chr. Nach dem Sieg des Tiberius Gracchus d. Ä. brach der Aufstand zusammen, 179 kam es zu einem Vertrag mit den Lusonern. Die ersten sicheren Dokumente von jüdischen Siedlungen auf spanischem Boden gibt es aus der Römerzeit. Schon vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 n. Chr. durch Titus leben Juden nicht nur in Palästina sondern im ganzen Mittelmeerraum. Eine verstärkte Ansiedlung von Juden in Spanien setzte mit den gescheiterten Aufständen der Juden gegen die römische Herrschaft (dem Jüdischen Krieg 66 bis 74 n. Chr. und dem Bar-Kochba-Aufstand 132 bis 135 n. Chr.) ein.

Somit scheint die heutige lateinische Bezeichnung Corpus Separatum für ein Gebiet ohne die volle Souveränität, über den Begriff Sepharad herleitbar. Es bezeichnet somit Juden, die nicht die vollen römischen Bürgerrechte hatten. Es scheint auch naheliegend zu sein, dass auch in Gallien, dem heutigen Frankreich, die dort lebenden Juden als sepharadkdinische Juden, durch Juden mit vollen römischen Rechten, bezeichnet wurden.

3 Stammlinie Aschenas

Die aschenasische jüdische Stammlinie wird sich auf eine jüdische Stammlinie beziehen, die wahrscheinlich über nicht römisch beherrschte Gebiete nach Zentral Europa eingewandert ist. Die Einwanderung dieser Stammlinie wird wahrscheinlich über die Region des Schwarzen Meers nach Zentral Europa vollzogen haben. Möglicherweise waren dieses chasarische Juden. Ein Hinweis hierauf ist, dass Aschkenasen nach eigenen Aussagen Nachfahren von Juden aus mittel-, nord- und osteuropäischen Ländern sind.


Des Weiteren kann es gut möglich sein, dass sich der Begriff Aschenas auf eine jüdische Stammlinie bezieht, die von Aschkelon in Israel über die Region des Schwarzen Meers nach Zentral Europa eingewandert ist. Aschkelon war schon in der Bronzezeit eine wichtige Handelsstadt. Lokal wurden Wein und Olivenöl produziert, die Stadt wurde aber vor allem durch den Zwischenhandel reich. Der Hafen diente dem Handel mit dem östlichen Mittelmeer, vor allem mit Phönizien im Norden und mit Zypern. Die Küstenstraße verband die Stadt mit Ägypten und Syrien. Wie Funde aus einem Wrack vor der spanischen Küste in Playa de la Isla, Mazarrón belegen, wurde Olivenöl aus Aschkelon in den typischen ovoiden Krügen auch in das westliche Mittelmeer exportiert.

--> siehe auch Alle aschkenasischen Juden stammen von nur 350 Vorfahren ab

Weitere sind die Kandidaten und die Karäer

  • Die Krimtschaken sind eine auf der Krim (Ukraine) ansässige turksprachige Minderheit jüdischen Glaubens. Sie gehören der talmudischen Richtung des Judentums an, deren Sprache als fast ausgestorben gilt.
  • Karäer: Einige vermuten als ethnischen Ursprung Teile des jüdischen Volkes, die nicht nach Palästina zurückgekehrt seien, nachdem sie um 720 v. Chr. aus dem Nordreich von den Assyrern verschleppt worden waren, oder nachdem das Babylonische Exil des Südreichs um 540 v. Chr. endete. Als Vorfahren der heutigen Karäer werden meist die Krim-Karäer vermutet, eine Volksgruppe, die im frühen Mittelalter (8.–10. Jahrhundert) in den Gebieten des Schwarzen und des Mittelmeeres siedelte. Diskutiert wird auch, ob sie Nachfahren oder lediglich Zeitgenossen der Chasaren (7.–11. Jahrhundert) sind, welche zu den Turkvölkern zählen. Jehuda ha-Levi erwähnt in seinem Buch Sefer haKuzari unter anderem folgendes: Die Tatsache, dass der damalige Oberbefehlshaber der chasarischen Armee, Bulan Bek, zu einer Art „nicht-normativem“ Judentum konvertierte und dass im Chasarenreich eine der ältesten Karäerschulen der „Tiflissim“ aktiv war, verweisen darauf, dass der Chasarenfürst selbst, seine Gefolgschaft und später auch der Kagan (Herrscher) zum jüdischen Karäertum konvertierten. Außerdem berichtet der Chasarenkönig Joseph in seiner Korrespondenz mit Chasdai ibn Schaprut, dass das sogenannte „normative“ Judentum erst vom Khan Obadiah, d. h. nach gut 200 Jahren eingeführt worden war.

4 Überschneidung der sepharadischen mit der aschenasischen Stammlinie

Aufgrund, dass deutschsprachige Juden als aschenasische Juden bezeichnet werden, ist die Region der Überschneidung der sepharadischen mit der aschenasischen Stammlinie Deutschland. Des Weiteren kann davon ausgegangen, dass die sepharadischen Juden über Italien und Frankreich nach Deutschland eingewandert sind und die aschenasischen Juden wahrscheinlich über die Donauländer.

5 Stand der Wissenschaft

In der Wissenschaft wurde die Migration von Juden ins Heilige Römische Reich nicht wissenschaftlich untersucht.

6 Literatur

Stand, reine Thesenbildung

7 Weblinks

Wikipedia

8 Einzelnachweise

  1. Der Messias des Judentums[1] abgerufen am 04.02.2017