Erklärungen in Deutschland lebender Muslime gegen Hass, Gewalt und Terror im Namen des Islam

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In unzähligen Moscheen in Deutschland, wie hier der DITIB-Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh, verkündet der Imam jeden Freitag die Botschaften des Koran

Die Erklärungen in Deutschland lebender Muslime gegen Hass, Gewalt und Terror im Namen des Islam zeigen, dass muslimische Verbände in Deutschland und viele einzelne Muslime seit Jahren immer wieder klare und eindeutige Statements gegen vom Islam ausgehenden Hass, Gewalt und Terror und für Toleranz und Versöhnung abgegebem haben. Den in Deutschland lebenden Muslimen wird von Medien und der Politik immer wieder fälschlicherweise vorgeworfen, sie würden sich nicht ausreichend klar gegen im islamischen Namen verübte Gewalt und Terror positionieren, und diese Verbrechen damit tolerieren bzw. sogar indirekt unterstützen. Diese Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage.

1 Details[Bearbeiten]

  • Die in Deutschland lebenden, überwiegend gut integrierten, arbeitsamen, gesetzestreuen und freundlichen Muslime sind starker Diskriminierung seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt und haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Von vielen Deutschen wird jeder Muslim für einen potentiellen Terroristen gehalten, der die Scharia durchsetzen, Menschen die Hand abhacken möchte oder seine Frau täglich verprügelt. Oft reicht es schon aus, einen langen Bart zu tragen, um als Islamist und Terrorist abgestempelt zu werden.
  • Rechtspopulistische und/oder islamophobe Politiker, Verbandsfunktionäre und Meinungsmacher, wie z.B. Lale Akgün von der SPD, [1] Dieter Graumann, [2], Armin Laschet [3], Thomas Strobl von der CDU [4] oder die BILD-Zeitung [5] betreiben gerne Islam-Bashing mit inhaltsleerer Kritik an Vertretern des Islam in Deutschland.
  • In Wirklichkeit folgen die in Deutschland lebenden Muslime aber nur den Lehren des Koran, einer Religion des Friedens und der Versöhnung. So haben viele islamische Organisationen eindeutige Erklärungen gegen Gewalt und Terror und für Toleranz und Mitmenschlichkeit abgegeben.
    Im Koran, hier eine Seite aus der ältesten Koranhandschrift aus dem späten 7. Jahrhundert, wird Frieden, Toleranz, Versöhung und der Glaube an den einen Gott, und nicht Hass, Gewalt oder gar Terror vom gläubigen Muslim gefordert
  • Gleich nach den Anschlägen von 9/11 verurteilte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) diese klar:
"Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist erschüttert und entsetzt über die Serie der heutigen Terroranschläge in den USA. Unser tiefstes Mitgefühl gilt den unschuldigen Opfern und Hinterbliebenen. Wer immer die Hintermänner dieser blutigen Tat sind, bei dem Islam können sie keine Rechtfertigung für ihre Tat finden. Wer sich des Terrorismus, der Gewalt und Ermordung unschuldiger Zivilisten als politisches Mittel bedient, kann sich nicht auf den Islam berufen." [6]
  • Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, verurteilte im Jahr 2004 den islamistischen Terror ausdrücklich. Er verwies dabei auch auf frühere Distanzierungen von islamistischem Terror:
"Die Forderungen an die Muslime, sich vom Terror zu distanzieren, ist berechtigt. Sie darf aber nicht den Eindruck entstehen lassen, dies wäre bis jetzt nicht erfolgt." [7]
  • Im Jahr 2006 hat Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, die Pläne von Bundesinnenminister Schäuble, die muslimischen Organisationen in die Terrorbekämpfung einzubeziehen, begrüßt. Er meinte u.a.:
"Es gibt keinen Terror im Namen des Islam, es gibt Terror im Namen von Verbrechern."
  • Der ZMD begrüßte im Jahr 2007 die Festnahme dreier terrorverdächtiger Personen. Der Generalsekretär des ZMD, Aiman Mazyek, meinte dazu u.a.:
"Terroristen sind Feinde des Islam und der Menschheit. Mit dem friedliebenden Islam und den Muslimen in Deutschland hat das nichts zu tun. Ich bin froh, dass die Sicherheitsbehörden erfolgreich ermittelt und uns alle wahrscheinlich vor einer Katastrophe bewahrt haben." [8]
  • Selbstkritisch setzte sich Aiman Mazyek im selben Jahr auch mit den Gründen für islamistischen Terror auseinander. An vom Hass verblendete Muslime stellte er u.a. die Frage:
"Ist den Mördern – und nur so kann ich diese Selbstmordattentäter bezeichnen, die meinen, unschuldiges Blut in ihrem vermeintlichen Krieg vergießen zu müssen – denn entgangen, dass der Koran Mord und Selbstmord verbietet? Der Prophet –Friede sei auf Ihn - hat selbst in den bedrängtesten Momenten, als die schiere Existenz seiner Gemeinde auf dem Spiel stand, kein Kamikaze- und kein Himmelfahrtskommando angeordnet." [9]
  • Im Jahr 2007 veranstaltete der ZMD mit dem Landeskriminalamt NRW und der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) die erste landesweite Fachtagung unter dem Motto Gemeinsam für Vertrauen – gemeinsam gegen Extremismus und Gewalt.
  • Im Jahr 2009 verurteilte der ZMD islamistische Hassvideos. Er meinte u.a.:
"Der ZMD fordert die Extremisten auf, dem Terrorismus und der Gewalt abzuschwören. Terrorismus hat nichts mit Islam zutun. Hass und Gewalt ist nicht die Lehre des Islam. Wir Muslime sind ein Teil Deutschlands. Auch wir Muslime leiden unter dem Terror. Wir sitzen in einem Boot. Auch wir wollen in Frieden und in Sicherheit leben." [10]
  • Im November 2011 verurteilte der ZMD die islamistischen Anschläge auf Christen in Syrien. [11]
  • Unter dem Motto Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht wollen die vier im Koordinationsrat der Muslime vertretenen Religionsgemeinschaften (DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD) und ihre angeschlossenen Landes- und Regionalverbände am 19. September in über 2000 Moscheen eine bundesweite Aktion durchführen, welche in sieben ausgewählten Städten im Anschluss des muslimischen Freitagsgebetes mit einer Mahnwache und Friedenskundgebung gemeinsam mit Bürgern Bürgern vor Ort begleitet wird. [12]
  • Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani hält im Jahr 2014 amerikanische Luftschläge und Waffenlieferungen an die Kurden für unzureichend und fordert ein stärkeres Engagement der Weltgemeinschaft gegen die Terrororganisation Islamischer Staat. [13]
  • Anlässlich aktueller antisemitischer Vorfälle haben Organisationen von Christen, Juden und Muslimen im Juli 2014 zu einem gemeinsamen Gebet in Berlin aufgerufen.
  • In einer gemeinsamen Stellungnahme haben am 1. September 2014 zahlreiche prominente islamische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich gegen den Terror des IS gewandt. In der Erklärung heißt es unter anderem:
"Deutungen des Islam, die ihn zu einer archaischen Ideologie des Hasses und der Gewalt pervertieren, lehnen wir strikt ab und verurteilen diese aufs Schärfste." [14]
  • Die Kölner Initiative Salaam-Schalom verbindet Muslime und Juden im gemeinsamen Gebet und Engagement für Frieden und Toleranz. Dafür wurden Vertreter der Initiative sogar von Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen. [15]

2 Siehe auch[Bearbeiten]

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SPD-Politikerin kritisiert Islamverbände
  2. Graumann kritisiert Untätigkeit von Islamverbänden
  3. Integration - Laschet attackiert Islamverbände
  4. Kampf gegen Islamisten - CDU-Vize fordert Markierung von Personalausweisen
  5. Presserat rügt islamkritischen Artikel der „Bild“-Zeitung
  6. Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. - Terroranschläge in den USA 11.09.01
  7. Wie der Terror in Zukunft bekämpft werden kann - Gespräch mit Nadeem Elyas
  8. "Terroristen sind Feinde des Islam"
  9. Selbstkritischer Umgang mit dem muslimischen Extremismus - Muslimische Wort im SWR von Aiman Mazyek
  10. Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. - 25.09.09 ZMD verurteilt Hass Gewalt in den jüngsten Hassvideos
  11. Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. - 01.11.11 ZMD verurteilt Anschlag auf Christen in irakische Kirche
  12. 19.09.2014 Nach dem Freitagsgebet: "Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht"
  13. Navid Kermani - Terrorgruppe „Islamischer Staat“ stoppen
  14. Islamische Theologinnen und Theologen in Deutschland verurteilen IS-Terror
  15. Berliner Verein von Juden, Muslimen und Christen - "Salaam-Schalom" – gemeinsam für Frieden und Toleranz

4 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Erklärungen in Deutschland lebender Muslime gegen Hass, Gewalt und Terror im Namen des Islam) vermutlich nicht.