Paul Nikolaus Cossmann: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 14. Oktober 2010, 21:17 Uhr

Profil.png Profil: Cossmann, Paul Nikolaus
Beruf deutscher Journalist und Kulturphilosoph
Persönliche Daten
6. April 1869
Baden-Baden
19. Oktober 1942
KZ Theresienstadt


Paul Nikolaus Cossmann (* 6. April 1869 in Baden-Baden; gest. 19. Oktober 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt) war ein deutscher politischer Schriftsteller und Redakteur.

1 Leben

Er wurde im Jahr 1869 als Sohn des jüdischen Cellisten Bernhard Cossmann geboren. Im Jahr 1905 konvertierte er inklusive Taufe zum katholischen Christentum. 1887 begann er in Berlin Naturwissenschaften und Philosophie zu studieren. [1] Nach Beendigung seiner Studien wurde er ab 1893 in München als Privatgelehrter aktiv, wo er in Freundschaft mit etlichen bekannten Personen des Geisteslebens der Stadt, wie z.B. Oswald Spengler, trat.

Von 1903 bis 1933 fungierte Cossmann als Herausgeber der von ihm mitbegründeten Süddeutschen Monatshefte. Ab 1907 zeichnete er für die Herausgabe allein verantwortlich. Außerdem schrieb er er Artikel für die Münchener Neuesten Nachrichten. Politisch stand er in der Zeit des Kaiserreiches nationalliberalen Positionen nahe.

Während des Ersten Weltkriegs wandte sich Cossmann von seinen früheren nationalliberalen Überzeugungen teilweise ab, um sich eher konservativ-monarchistischen Anschauungen zuzuwenden.

1920 wurde er Herausgeber der Münchner Neuesten Nachrichten. [2] In der Weimarer Republik trat Cossmann als Kritiker der Kriegsschuldthese des Friedensvertrages von Versailles wie der Staatsform der Republik auf. Cossmann vertrat trotz seiner jüdischen Abstammung antisemitische Auffassungen. [3] [4]

Cossmann wurde im April 1933 während eines Aufenthaltes in Bad Wörishofen von der Geheimen Staatspolizei in Schutzhaft genommen. Nach Cossmanns Inhaftierung setzte sich der mit ihm befreundete Komponist Hans Pfitzner bei Paul von Hindenburg und Reinhard Heydrich persönlich für dessen Freilassung ein. [5] [6] 1938 wurde er im Lager Berg am Laim gefangen gehalten und 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er im Oktober des selben Jahres starb.

2 Schriften

  • Elemente der empirischen Teleologie von 1899.
  • Ein Jahr russische Revolution, von 1918 zusammen mit Maxim Gorki.
  • Kriegsgefangen in Skipton von 1920 zusammen mit Fritz Sachse
  • Die deutschen Träumer - Gesammelte Aufsätze von Paul Nikolaus Cossmann und Karl Alexander von Müller von 1925
  • Der Dolchstoßprozess in München - Oktober-November 1925 von 1925
  • Cossmann schrieb die Texte für die beiden Lieder Die Bäume wurden gelb und Widmung von Hans Pfitzner. [7]

3 Literatur

  • Wolfram Selig: Paul Nikolaus Cossmann und die Süddeutschen Monatshefte von 1914 bis 1918, Osnabrück 1967

4 Siehe auch

5 Einzelnachweise

  1. Cossmann, Paul Nikolaus auf www.ghetto-theresienstadt.info
  2. Paul Hoser: Münchner Neueste Nachrichten; auf www.historisches-lexikon-bayerns.de
  3. Donald L. Niewyk: The Jews in Weimar Germany, 2001, S. 99
  4. Karl Kraus und Herwarth Walden: Feinde in Scharen - Ein wahres Vergnügen dazusein, 2002, S. 641
  5. Walter Abendroth: Ich warne Neugierige - Erinnerungen eines kritischen Zeitbetrachters, Verlag List, München, 1966, S. 182
  6. John Williams: The music of Hans Pfitzner, Oxford University Press, 1992, S. XII
  7. Pagine dedicate al compositore - Hans Erich Pfitzner auf http://www.italianopera.org

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