Manuel Ochsenreiter: Unterschied zwischen den Versionen

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
K (Schützte „Manuel Ochsenreiter“: Editwar ([edit=sysop] (bis 9. Dezember 2012, 06:13 Uhr (UTC)) [move=sysop] (bis 9. Dezember 2012, 06:13 Uhr (UTC))))
K (Änderte den Schutz von „Manuel Ochsenreiter“ ([edit=autoconfirmed] (bis 9. Dezember 2012, 06:13 Uhr (UTC)) [move=autoconfirmed] (bis 9. Dezember 2012, 06:13 Uhr (UTC))))
(kein Unterschied)

Version vom 10. November 2012, 09:54 Uhr

Manuel Ochsenreiter (* 18. Mai 1976) ist ein deutscher Journalist.

1 Jugend, Ausbildung und frühe politische Betätigung

Ochsenreiter wuchs in Ellhofen im Allgäu auf und wurde katholisch erzogen.[1][2] Bereits während seiner Schulzeit war er als Journalist für die rechtskonservative Wochenzeitung Junge Freiheit tätig.[2] Nebenbei war er Mitglied der Jungen Union.[2] 1995 wirkte er als jüngster Autor beim Verfassen Buches Wir 89er mit, welches von seinen Autoren als „Bekenntnisschrift“ einer neuen Generation patriotischer Deutscher verstanden wurde, die sich nach der Wende 1989 die Entwicklung eines neuen deutschen Nationalgefühls zum Ziel gesetzt hatte.[3] Das Buch setzte sich dabei für eine Entdämonisierung der politischen Rechten und Abkehr von der „Gleichmacherei von links“ ein.[3] Er schrieb damals hierzu:

„Vielleicht merkt ihr doch irgendwann, daß das Leben eines jungen Rechten nichts mit Anschlägen auf Asylantenheime, Hakenkreuzfahnen und Hitlerbildchen zu tun hat, sondern mit der aufrichtigen Überzeugung, es anders machen zu müssen als ihr.“[3]

Ochsenreiter wurde im selben Jahr über den Inhalt des Buches vom Bayerischen Rundfunk interviewt.[2] Nach seinem Abitur am Gymnasium Lindenberg 1996 leistete er seinen Wehrdienst und studierte anschließend am Institut für Marketing und Kommunikation in Berlin Wirtschaftswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre.[4][5][1] Während seiner Studienzeit wurde er in die schlagende Studentenverbindung Berliner Burschenschaft der Märker aufgenommen.[6][1]

2 Deutsche Militärzeitschrift (DMZ)

Ende 2004 verließ Ochsenreiter nach langjähriger Mitarbeit die Junge Freiheit, wo er zuletzt Ressortleiter des Fachbereichs Innenpolitik gewesen war, um Chefredakteur der Deutschen Militärzeitschrift (DMZ) zu werden. Seine dortige journalistische Arbeit führte ihn auf mehrere Reisen in den Nahen Osten. Er verfügt durch diese Reisen über gute Kontakte zu verschiedenen religiösen und nicht-religiösen politischen Gruppen in der Region, sowie zur armenischen Diaspora, die häufiger Bestandteil seiner journalistischen Arbeit sind.

3 Zuerst!

Im März 2011 wurde Ochsenreiter Chefredakteur der Monatszeitschrift Zuerst!, bleibt jedoch weiterhin gleichzeitig Autor der DMZ.[7][8] In dieser Funktion löste er den bisherigen Chefredakteur Günther Deschner ab.[8]

Im Juli 2012 reiste Ochsenreiter nach Syrien, um vor Ort über die Lage in Damaskus zu berichten.[9] Dort wurde er vom syrischen Fernsehen[9] und Russia Today[10] interviewt. Er berichtete darüber täglich auf der Facebook-Seite von Zuerst!.[9] Dabei behauptete er, dass die Lage in Damaskus weit weniger instabil sei, als dies in den etablierten Medien dargestellt wurde und, dass das syrische Volk geschlossener denn je hinter der Regierung von Baschar al-Assad stehe.[9] Desweiteren behauptete er, dass die meisten Aufständischen selbst keine Syrer, sondern aus dem Ausland angereiste Kämpfer seien, die von den meisten einheimischen Syrern als ausländische Terroristen betrachtet werden würden.[9][11][12][13]

4 Politische Ausrichtung

Ochsenreiter ist für seine positive Haltung gegenüber dem Islam bekannt.[1] Anders als viele deutsche Rechte, ist er nicht islamfeindlich eingestellt. In einem Interview mit dem Internetportal Muslim-Markt hebt er stattdessen die Gemeinsamkeiten von Rechten und Muslimen hervor:

„Eine Gemeinsamkeit ist sicherlich das positive Verhältnis zum Eigenen, Natürlichen und Gewachsenen – die Achtung vor dem Leben und vor der Schöpfung. Weder für einen Konservativen noch für einen Muslim ist es hinnehmbar, wenn Kinder im Mutterleib getötet und alte Menschen per Spritze entsorgt werden. Beide stehen kritisch der Ideologie des Liberalismus gegenüber, die smart als „Freiheit“ daherkommt, in Wirklichkeit aber Auflösung, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit bedeutet.“[1]

Desweiteren betont er, dass bereits im 18. Jahrhundert muslimische Tataren nach Deutschland kamen, um in der preußischen Armee zu dienen, dass im preußisch-französischen Krieg, sowie im Zweiten Weltkrieg, diese und andere muslimische Freiwillige an deutscher Seite gekämpft haben und es „ein geschichtlich gewachsenes Verhältnis von Muslimen und Christen in Deutschland“ gebe.[1] Durch die momentane „Terrorhysterie“ und die „Gefahren der ungebremsten Massenzuwanderung nach Deutschland“ seien „solche geschichtlichen Wahrheiten“ jedoch „etwas ins Hintertreffen geraten“.[1] Er bedauert, dass Rechte, Konservative und Muslime sich dieser Gemeinsamkeiten nicht bewusst seien und die Muslime sich stattdessen lieber an die politische Linke anlehnen.[1] Laut ihm sei dies jedoch der falsche Weg, weil die Linken von den Muslimen langfristig gesehen „die Aufgabe ihrer religiösen Identität“ verlangen würden, um „aus gottesfürchtigen und wertebewussten Menschen, gut steuerbare Konsumtrottel zu formen“.[1]

Gegen-Rechts-Aktivisten wie Anton Maegerle und Webseiten wie redok werfen Ochsenreiter vor, an einer Zusammenarbeit mit Islamisten zu arbeiten.[14][15] Als Beleg dafür werten sie seine Kontakte zu den Organisationen Hisbollah und Hamas. Dem kann jedoch entgegen gehalten werden, dass er auch über Kontakte zu nicht-religiösen und säkularen Organisationen im Nahen Osten, wie der Baath-Partei und der SSNP, verfügt.[16] Anton Maegerle sieht grundsätzlich kein Problem in der Zusammenarbeit von linksextremen Gruppen und gemäßigt linken Parteien mit islamistischen oder von Islamisten beeinflussten Verbänden.[17] Ochsenreiters Nahost-Kontakte haben allerdings fast alle gemeinsam, dass sie antizionistisch sind. Die Vermutung, dass er selbst Sympathien für den Antizionismus hegt, wird dadurch weiter bekräftigt, dass er 2012 in Zuerst! einen wohlwollenden Artikel über den jüdisch-orthodoxen Antizionisten Reuven Israel Cabelman verfasst hat und mit diesem auch auf Facebook befreundet ist.[18][19]

5 Privatleben

Ochsenreiter ist verheiratet und Vater zweier Söhne.[1]

6 Veröffentlichungen

  • Wir ' 89er. Wer wir sind - was wir wollen. Ullstein Verlag, 1995 (Ko-Autor)
  • Staatsmord in Bagdad. Skizzen aus dem Leben des Saddam Hussein. Bonus-Verlag, 2007 (Herausgeber)

7 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 [1] Muslim-Markt interviewt Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur der DMZ 17.5.2005
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 [2] Bayerischer Rundfunk interviewt Manuel Ochsenreiter, 1995
  3. 3,0 3,1 3,2 [3] Focus: Die Gegen-68er, 08.10.1995
  4. [4] Screenshot von Ochsenreiters einstigem Profil bei studiVZ (Stand: 2006)
  5. [5] stayfriends.berlin.de
  6. [6] Gästebuch der Berliner Burschenschaft der Märker
  7. Artikel zu Manuel Ochsenreiter im sozialdemokratischen "Blick nach rechts" nach eigenen Angaben war er Ressortleiter Politik
  8. 8,0 8,1 Endstation Rechts: Ochsenreiter neuer Chefredakteur von ZUERST!, aufgerufen 3. März 2011
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 [7] Zuerst! Facebook
  10. Russia Today interviewt Manuel Ochsenreiter (englisch)
  11. Syrien Info: Interview mit Manuel Ochsenreiter über seine journalistische Arbeit in Syrien
  12. Dispatch from Damascus - guest article by Manuel Ochsenreiter
  13. Occupy Syria interviewed the German Jounalist: Manuel Ochsenreiter
  14. [8] Anton Maegerle: Glückwunsch für Ahmadinedschad
  15. [9] redok: Rechtsextremisten / AhmadineDschihad Pose auf dem Panzerwrack
  16. Zuerst!-Ausgabe vom Juli 2012
  17. Maegerle übte keine Kritik an der Zusammenarbeit von SPD und Grünen mit sehr rechten und zum Teil von säkularen Neofaschisten und antisemitisch Islamisten beeinflussten Islamverbände im Rahmen des Islamunterrichts in NRW. Vergl. Till-R. Stoldt: Rotgrün mach Türkische Radikale salongfähig. In: Die WELT 22 .April 2011
  18. Zuerst!-Ausgabe August/September 2012, S. 88-93.
  19. [10] Reueven Israel Cabelman Facebook