Kernenergie

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kernenergie
Kategorie
Slogan Weniger ist mehr.
Beschreibung Kurzartikel auf PlusPedia


Bild zum Thema
Bei der Kernspaltung eines Atoms entstehen neue chemische Elemente

Als Kernenergie (auch Atomenergie) wird gewöhnlich die Energie verstanden, die bei der Spaltung schwerer Atome frei wird. So kann etwa das Isotop Uran-235 in Kernreaktoren mit Hilfe von Neutronen gespalten werden. Durch einen Moderator kann die daraus folgende Kettenreaktion gesteuert werden. Bei einer Atombombe läuft derselbe Vorgang in Bruchteilen einer Sekunde ab.

Außer der Spaltung gibt es aber auch den umgekehrten Prozess: Die Verschmelzung von Atomen, was meist nur mit leichten Elementen wie dem Wasserstoff gelingt. Solche Kernverschmelzungsprozesse werden auch als Kernfusion bezeichnet und spielen sich zum Beispiel in der Sonne und in jedem Stern ab. Dabei wird meist mehr Energie frei als bei der Kernspaltung.

Eine weitere Begleiterscheinung der Kernenergie ist die Radioaktivität. Gegenwärtig gibt es auf der Erde rund 450 aktive Kernreaktoren.[1] Diese produzieren permanent Radionuklide, deren weitere Verwendung nicht immer wirtschaftlich oder unmöglich ist und zu bisher ungelösten Problemen zum Beispiel bei der Endlagerung führt.

1 Chronik

  • 1896: Henri Becquerel entdeckt die radioaktive Strahlung
  • 1911/1920: Ernest Rutherfords Experimente ergeben: Atome haben einen Kern und Elektronen
  • 1932: Chadwick entdeckt die Neutronen im Atomkern
  • 1938: Otto Hahn spaltet erstmals den Urankern durch Beschuss mit Neutronen
  • ab 1941: "Manhatten-Projekt" in den USA: enormer Personaleinsatz zur Produktion der Atombombe
  • 1942: Erste Kettenreaktion in einem einfachen Reaktor in Chicago durch Enrico Fermi
  • 1945: Erste Atombombe detoniert beim Trinity-Test; im August Abwurf zweier US-Bomben über Hiroshima und Nagasaki
  • 1951: Der kleine EBR-Reaktor in den USA erzeugt erstmals elektrischen Strom
  • 1952: Erster Test der Wasserstoffbombe (siehe Kernfusion) mit noch wesentlich höherer Zerstörungskraft
  • 1954: Erstes Klein-Kernkraftwerk in Obninsk (Sowjetunion). Erster atomarer U-Boot-Antrieb in den USA
  • 1957: Erstes Leichtwasserreaktor-Kernkraftwerk in Shippingport (USA). Erste erhebliche Umgebungs-Freisetzung von Radioaktivität im britischen Windscale-Reaktor zur Produktion von Waffen-Plutonium
  • 1970er Jahre: Deutlicher Aufschwung beim Bau von Leichtwasser-Kernkraftwerken; die Biblis-Blöcke in Deutschland überschreiten auch erstmals deutlich die 1000-MW(el.)-Leistungslimite
  • 1979: Kernschmelz-Unfall im Kernkraftwerk Three Mile Island
  • 1986: Nuklearkatastrophe von Tschernobyl mit grosser Radioaktivitäts-Freisetzung
  • 2011: Nuklearkatastrophe von Fukushima mit relativ grosser Radioaktivitäts-Freisetzung

2 Weitere Informationen

3 Einzelnachweise

  1. https://www.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/OperationalReactorsByCountry.aspx