Islamisierung

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Arabischer Koran mit persischer Übersetzung
Der Begriff Islamisierung bezeichnet den Übertritt von Personengruppen oder ganzen Bevölkerungen bzw. Kulturkreisen zum Islam. Historisch fand sie vor allem durch die islamische Expansion im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika sowie auch auf der iberischen Halbinsel im 7.-10. Jahrhundert statt.

Der Begriff Re-Islamisierung bezeichnet wiederum das Wiedererstarken religiös-islamischer Lebenseinstellungen und Werthaltungen zusammen mit einer sozialen und politischen Entsäkularisierung, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einigen islamisch geprägten Ländern zu beobachten ist.[1]

1 Historische Islamisierung

Anders als die Konversion einer einzelnen Person zum Islam umfasst der Begriff "Islamisierung" einen kollektiven Transformationsprozess in historisch-politischer Dimension - teilweise analog zur Christianisierung.

Historisch führte die islamische Expansion zur Islamisierung der jeweiligen Gebiete unter islamischer Herrschaft: Zwar bestand aufgrund der hohen Bedeutung der Dschizya für die damaligen Steuereinnahmen von Seiten der muslimischen Herrscher wenig Interesse an einer Konversion von Nicht-Muslimen zum Islam,[2] aber aufgrund ihres niedrigeren Rechtsstatus als nicht-muslimische Schutzbefohlene zogen diese oft dennoch eine Konversion zum Islam vor.

Die letzte Islamisierung auf europäischem Boden fand ab dem 15. Jahrhundert durch die Expansion des osmanischen Reichs auf dem Balkan (Bosniaken, Albaner) statt, während sie in Griechenland durch den starken kulturellen Widerstand gegen die osmanische Vorherrschaft nur sehr begrenzt wirkte.

2 Die Ausbreitung des Islam in Europa

Sure 2 sagt in Bezug auf die Ungläubigen: "Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.";
Anmerkung: Dieses Zitat bezieht sich auf den Fall, dass der Islam aus einer seiner 'traditionellen' Gegend wieder vertrieben wird.
Die Ausbreitung des Islam in Europa vollzog sich in vier voneinander unabhängigen Phasen, die jeweils verschiedene Regionen Europas betrafen. Während der beiden ersten wurde der Islam vor allem durch Eroberungen verbreitet und ebenso wieder zurückgedrängt. Die dritte vollzieht sich in Form von Zuwanderung und hält bis heute an. Dabei zeigte sich der Islam im Mittelalter als fortschrittliches und tolerantes System, der europäischen Kultur wesentliche Impulse gegeben hat, was in der Öffentlichkeit aber oft verschwiegen wird. Die Religionssoziologin Hindelah Farah meint dazu:
"Heute beziehen wir uns in Europa auf eine jüdisch-christliche Tradition - ein ungemeiner Fortschritt, verglichen mit den nationalistischen Selbstdefinitionen des 20. Jahrhunderts; seine arabischen Wurzeln aber hält Europa immer noch versteckt. Doch auch dieser Identitätswandel wird eines Tages kommen." [3]
  • 1354 setzten die Osmanen über die Dardanellen nach Europa und eroberten in den folgenden Jahrzehnten große Teile des Balkans sowie 1453 die größte christliche Stadt, Konstantinopel. Die Expansion führte bis an die Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs, Wien (1529 und 1683). Die zweite erfolglose Belagerung Wiens gilt als das Ende dieser zweiten islamischen Expansionswelle in Europa. Das Osmanische Reich geriet daraufhin in die Defensive und wurde in zahlreichen Kriegen bis 1913 auf die heutigen türkischen Grenzen zurückgedrängt. Im Gegensatz zur ersten jahrhundertelangen islamischen Herrschaft in Südwesteuropa hatte die zweite im Südosten bleibende Folgen: Die Albaner und Bosniaken blieben auch nach der Rückeroberung mehrheitlich muslimisch, in Ländern wie Griechenland und Bulgarien verblieben türkische Minderheiten.
  • Die aktuelle, bis heute andauernde muslimische Expansion nach Europa findet in Form von Zuwanderung in wohlhabende Industriestaaten statt und begann in größerem Umfang in den 1950er Jahren. Zielländer waren zunächst Staaten im nördlichen Westeuropa, etwa Frankreich, Großbritannien, die skandinavischen, Benelux- oder die deutschsprachigen Länder. In jüngerer Zeit sind auch Spanien und Italien Ziel muslimischer Zuwanderer. Die Immigranten stammen überwiegend aus Nordafrika, der Türkei oder Pakistan, mit unterschiedlicher Verteilung in den betreffenden Zielländern. In vielen europäischen Ländern sind Muslime durch Immigration zu starken und einflussreichen Minderheiten geworden.
  • Darüber hinaus findet, trotz teilweise sinkender Zuwanderungszahlen, eine weiterer demographischer Wachstum statt. Einwanderer aus islamischen Gesellschaften und deren Nachfahren gehen kaum Ehen mit Angehörigen der einheimischen Bevölkerungen ein und bleiben über Generationen somit weitestgehend homogene Gruppen, die zudem deutlich höhere Geburtenraten haben als die autochthonen Populationen ihrer jeweiligen Gastgeberländer, sowie darüber hinaus eine deutlich jüngere Bevölkerungsstruktur und kürzere Geburtenfolgen aufweisen.[4][5] Die muslimische Bevölkerung in Europa nimmt deswegen beträchtlich zu, während gleichzeitig die indigene europäische Bevölkerung schrumpft, was beträchtliche Größenverschiebungen in der Bevölkerungszusammensetzung innerhalb der jüngeren Generation zur Folge hat

So befindet sich beispielsweise Deutschland in der Situation, dass in demselben Zeitraum, in dem bei den muslimischen Migranten die Anzahl der Personen pro Altersklasse um achtzig Prozent steigt, diejenige der Deutschen sich um die Hälfte vermindert.[6] Dies hat zur Folge, dass alleine aufgrund der höheren Geburtenrate der Muslime ohne Berücksichtigung zusätzlicher muslimischer Migration (etwa durch Familienzusammenführungen) das Zahlenverhältnis zwischen Einheimischen und Muslimen in der Generation der Kinder nur noch bei 3 zu 1 (circa 5,8 Millionen Einheimische Deutsche zu 1,8 Millionen Muslime) liegt. Eine Generation weiter gerechnet stehen in der Enkelgeneration bereits 4,5 Millionen Muslime nur noch 2,5 Millionen Deutschen gegenüber.[6]

3 Ausbreitung des Islams im Europa der Gegenwart

Der US-amerikanische Politologe Daniel Pipes meint:

"Ich glaube, Europa ist mit vielen Problemen und trostlosen Situationen konfrontiert. ich sehe dabei zwei wahrscheinliche Varianten. Eine wird mit dem Wort "Eurabia" bezeichnet, was die Steigerung der Trends der letzten 55 Jahre bedeutet: mehr Muslime, mehr Islam, mehr Scharia und mehr Islamisierung. Das Symbol dafür ist eine Moschee Notre Dame in Paris. Die andere Variante beinhaltet den Widerstand gegen die drohende Islamisierung." [7]

Eine Islamisierung Europas bestätigt auch der vielen als Doyen der Islamwissenschaft geltende Bernard Lewis; er geht von einer Islamisierung Europas in den nächsten hundert Jahren aus:

"Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs. Dafür sprechen Migration und Demografie. Europäer heiraten spät und haben keine oder nur wenige Kinder. Aber es gibt die starke Immigration: Türken in Deutschland, Araber in Frankreich und Pakistaner in England. Diese heiraten früh und haben viele Kinder. Nach den aktuellen Trends wird Europa spätestens Ende des 21. Jahrhunderts muslimische Mehrheiten in der Bevölkerung haben."[8]

In einer Studie zur muslimischen Bevölkerung Europas schreibt Timothy M. Savage:

"By 2015, Europe’s Muslim population is expected to double, whereas Europe’s non-Muslim population is projected to fall by at least 3.5 per cent. ... [C]onservative projections estimate that, compared to today’s 5 percent, Muslims will comprise at least 20 percent of Europe’s population by 2050. Some even predict that one-fourth of France’s population could be Muslim by 2025 and that, if trends continue, Muslims could outnumber non-Muslims in France and perhaps in all of western Europe by mid-century."

"Es wird erwartet, dass sich die muslimische Bevölkerung bis zum Jahr 2015 verdoppeln wird, während Europas nichtmuslimische Bevölkerung um mindestens 3,5 Prozent abnehmen wird. ... [K]onservative Hochrechnungen schätzen, dass verglichen mit den heutigen 5%, Muslime bis 2050 mindestens 20% der Bevölkerung Europas ausmachen werden. Einige sagen sogar voraus, dass 2025 ein Viertel der französischen Bevölkerung muslimisch sein wird, und dass, wenn dieser Trend anhält, Muslime bis Mitte des Jahrhunderts in Frankreich und vielleicht in ganz Westeuropa gegenüber Nichtmuslimen in der Mehrzahl sein können."[9]

Grund dafür seien die hohen Geburtenraten der Muslime, die hohen Einwanderungszahlen aus islamisch geprägten Ländern und die mangelnde Integration. Es wird deshalb ein "Kulturkrieg" in Europa befürchtet, wobei die Unruhen der Immigranten in den Vorstädten Frankreichs als Vorboten gesehen werden. Der Historiker Walter Laqueur geht bereits von einem unwiderruflichen Untergang Europas in seiner gegenwärtigen Form aus.

Wissenschaftliche Studien, die in Zukunft nicht von einer signifkanten Steigerung der muslimischen Bevölkerung Eurpoas ausgehen, gibt es nicht.

Die Daten für Prognosen sind teilweise nicht ausreichend vorhanden, da es nur in wenigen europäischen Ländern aktuelle oder gesicherte Zahlen über den Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung gibt. Eine Reihe von Ländern, darunter Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Luxemburg und Spanien, stellen die Frage nach dem Glaubensbekenntnis weder in Volkszählungen noch anderen offiziellen Dokumenten. In Deutschland wurde diese Frage zuletzt bei der Volkszählung im Jahr 1987 erhoben.[10]

Bassam Tibi fasst zusammen:

"Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung. (...) Eine solche Weltanschauung ist weder mit dem Kultur- noch dem Religionspluralismus westlicher Gesellschaften vereinbar, und sie wirkt daher im heutigen Europa wie ein Fremdkörper."[11]

4 Die Islamisierung Europas als biopolitisches Großprojekt

Minarett in Saudi-Arabien

Die Islamisierung ist eine großangelegte und planmäßige Strategie zur vollständigen Einverleibung Europas in das Dar-al-Islam (Haus des Friedens). Die Architekten dieses biopolitischen Großprojekts sind: staatstragende politische Kräfte wie z.B: das saudische Königshaus, offizielle religiöse Institutionen islamischer Länder wie beispielsweise die türkische Religionsbehörde Diyanet, zivilgesellschaftliche Massenbewegungen wie etwa die Muslimbruderschaft oder Staatseliten wie die Regimeführung der Islamischen Republik [[Iran] sowie insbesondere die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, eine internationale Organisation, der 57 islamische Staaten angehören und die als zentraler Akteur den globalen Herrschaftsanspruch des Islam in der Gegenwart vertritt. Das Hauptinstrument bei der Umsetzung dieses Großprojekts bildet die Hijra (Migration): die Massenimmigration von Muslimen in nicht-muslimische Länder und die durch biologische Reproduktion erfolgende kontinuierliche Erhöhung des eigenen Bevölkerungsanteils in diesen Ländern bis zur Verdrängung der ursprünglichen, nicht-muslimischen Populationen. Das Kernmoment dieser Strategie bildet die Aufrechterhaltung einer höheren Geburtenrate gegenüber der nicht-muslimischen Bevölkerung, was durch die umfassende Kontrolle über die Lebensführung, insbesondere das Heiratsverhalten der weiblichen Angehörigen der muslimischen Migrationsbevölkerung garantiert wird. Die Basis dieses biopolitischen Großprojekts bildet eine generationsübergreifende Gewährleistung einer islamkonformen Lebensumwelt und Sozialisation für den muslimischen Bevölkerungsteil in den nicht-islamischen Ländern.

Die Vorbedingung hierfür ist: Die Installierung von islamischen Einflusszonen (Parallelgesellschaften) in den nicht-muslimischen Aufnahmegesellschaften, in denen die Aufrechterhaltung einer islamkonformen Lebensweise sowie der Aufbau eines solchen Gemeinwesens (inklusive eigener an der Scharia orientierter Rechtsprechung) gewährleistet werden kann. Der Auf- und Ausbau dieser informellen islamischen Sozialräume wird zusätzlich durch finanzielle Zuwendungen etwa für Moscheebauprojekte aus den islamischen Länder gezielt forciert. Die Voraussetzung für die Errichtung dieser islamischen Gegengesellschaften ist zunächst die Erlangung von politischer Vertretungsmacht für die gesamte muslimische Migrationsbevölkerung durch orthodox-islamische Vertreter-Organisationen (islamische Organisationen, Vereine und Verbände) und die daran anschließende Errichtung eines Netzwerks aus Alltagsinstitutionen, Firmen, Medien, insbesondere Moscheen, Koranschulen und anderen Indoktrinationsstätten, das der Organisierung einer informellen, islamischen Gemeinschaft unter Unterbindung jeglicher "nicht-islamischer" Einflüsse von Seiten der Aufnahmegesellschaft, dient. Die zentrale Aufgabe der Vertreter-Organisationen besteht im Grunde, darin eine multidimensionale, d.h alle Ebenen betreffende (z.B: im Rechtswesen: zumindest partielle Einführung der Scharia) Etablierung des Islams in der Aufnahmegesellschaft durchzusetzen. Die informellen orthodox-islamischen Sozialmilieus sollen z.B. durch die Erzwingung der Akzeptanz von islamischen Traditionen z.B. sogenannter "arrangierter Ehen" bei der Aufnahmegesellschaft durch gezielte Lobbyarbeit konsolidiert werden.[12]

Gegenwärtig erzeugt die islamistische Terror-Organisation IS vorsätzlich eine enorme Fluchtmigrationsbewegung nach Europa zur Generierung eines Druckmittels gegen den Kontinent und zur Erhöhung der muslimischen Bevölkerungsanteile in den betreffenden europäischen Aufnahmeländern, wobei gleichzeitig eigene Terrorkommandos eingeschleust werden.[13]

5 Die Ausbreitung des Islam Deutschland

Siehe Hauptartikel: Islamisierung Deutschlands

Infolge weiterer muslimischer Migration, vor allem aber infolge höherer Geburtenraten, einer deutlich jüngeren Bevölkerungsstruktur, eines größeren Anteils von Frauen im gebärfähigen Alter und einer kürzeren Geburtenfolge nimmt der Bevölkerungsanteil der Muslime in Deutschland kontinuierlich zu, während gleichzeitig die einheimische deutsche Bevölkerung und auch die nicht-muslimische Migrationspopulation schrumpft. Die Folge sind Verschiebungen im Größenverhältnis zwischen muslimischer und nicht-muslimischer Bevölkerung, insbesondere in den jüngeren und zukünftigen Generationen.[6]

In Ballungsgebieten mit hohen Anteilen von Migranten ist diese demographische Entwicklung besonders weit fortgeschritten. So wird im Bundesland Berlin nach einer unter der Leitung des Migrationsforschers Gustav Lebhart erstellte Expertise, die im Rahmen des Familienberichts der Bundesregierung erarbeitet wurde, bereits im Jahr 2026 jedes zweite Berliner Kind einen (überwiegend muslimschen) Migrationshintergrund haben.[14]

Der Tagesspiegel berichtet über die Ergebnisse der Expertise:

„Untersucht wurde beispielsweise die Geburtenrate bei deutschen und ausländischen Müttern. Demnach gebären die deutschen Mütter im Durchschnitt 1,1 Kinder, die ausländischen 1,7 und die türkischen 2,1 – knapp doppelt so viele wie die deutschen. Hinzu kommt, dass insbesondere Türkinnen wesentlich früher Kinder bekommen: Sie sind im Schnitt fünf bis sieben Jahre jünger als die Deutschen. Das führt dazu, dass die Generationen in kürzerer Zeit aufeinander folgen. Und schließlich gibt es bei den ausländischen Berlinern wesentlich mehr Menschen im gebärfähigen Alter: Sie waren 2002 im Schnitt 35 Jahre alt (Deutsche: 42,5). Unter 30 Jahren waren bei den Ausländern über 40 Prozent (Deutsche: 30 Prozent).

Diese Bedingungen haben dazu geführt, dass es zwischen 1992 und 2002 bei den Ausländern einen Geburtenüberschuss von 48 000 Kindern gab, bei den Deutschen aber ein Minus von 133 000. „Unter den gegebenen Bedingungen wird sicherlich in 20 Jahren die Hälfte der Schüler in Berlin aus einer Migrantenfamilie kommen“, sagt der Verfasser der Expertise, Gustav Lebhart. ...

[In] diesem Jahr [2006] [stammen] über ein Drittel (34 Prozent) der Erstklässler aus Migrantenfamilien stammen. Auch die Rasanz der gesamten Bevölkerungsverschiebung lässt sich anhand der Schulstatistik ablesen: Noch vor zehn Jahren hatte nur jedes fünfte Kind einen Migrationshintergrund. Angesichts dieser Entwicklung ist leicht nachzuvollziehen, dass aus den jetzt 34 Prozent infolge der hohen Geburtenrate und des anhaltenden Zuzugs von Ehepartnern und anderen Verwandten sehr schnell ein Anteil von 50 Prozent erreicht werden kann.

5.1 Gegenbewegungen

Unter dem Eindruck der Islamisierung haben sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Gegenbewegungen formiert: Eine dieser Gegenbewegungen bilden rechtsextremistische und rechtspopulistische Kräfte, aber auch nicht-islamische religiöse, z.B. christliche, jüdische oder hinduistische Fundamentalisten, die in populistischer Manier die begründeten islamkritischen Einstellungen der autochthonen nicht-muslimischen Mehrheitsbevölkerungen ihrer jeweiligen Länder zur Durchsetzung ihrer eigentlichen Ziele ausbeuten und sich dabei gleichzeitig der Verbitterung und zunehmenden Staats- und Politikverdrossenheit der nicht-muslimischen Bevölkerungsmehrheit über die Verharmlosungs- und Verleugnungspolitik der pro-islamisch ausgerichteten politischen Klasse und der pro-islamischen Orientierung der meisten anderen Parteien bedienen. Diese Kräfte sind grundsätzlich an einer Kritik am Islam im allgemeinen sowie an der Islamisierung im besonderen nicht interessiert, sondern instrumentalisieren diese nur als Vorwand für die ihren eigentlichen politischen Zielen dienende Agitation.

Die andere Gegenbewegung stellen demokratisch orientierte Kräfte dar, die den Islam als eine in Hinblick auf ihre Werteordnung grund- und menschenrechtswidrige, vormoderne Herrschaftsideologie, deren Etablierung und Expansion als eine Gefahr für den Bestand einer säkular-demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung und einer an den Menschenrechten orientierten Rechtsordnung auffassen.

Zu dieser Gegenbewegung gehören Religions- und Ideologiekritiker, Menschenrechtler, Humanisten sowie alle potenziellen Opfer einer islamisch bestimmten (schariatischen) Herrschaftsordnung: Darunter sämtliche Anhänger anderer Religionen z.B. Juden und Christen, aber auch insbesondere alle Religionslosen sowie Frauen und Homosexuelle. Allerdings gibt es auch unter den demokratisch orientierten Gegnern der Islamisierung Kräfte, die den Islam primär aus konkurrenzreligiösen und/oder konkurrenzkonservativen Motiven ablehnen, wenngleich sie den Islam als Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung erkennen.

In Antwerpen (Belgien) stellten im Januar 2008 die Politiker Heinz-Christian Strache (Freiheitliche Partei Österreichs) und Filip Dewinter (Vlaams Belang) sowie Markus Beisicht von der Bürgerbewegung pro Köln eine „Europäische Städteallianz gegen Islamisierung“ vor.[15] Ihre Forderungen umfassten unter anderem die Eintragung der Religionsgemeinschaft in jedem Reisepass und die Sammlung von Fingerabdrücken von „Personen mit islamischem Hintergrund“. Strache zeigte sich „entsetzt über den Islamisierungs- und Überfremdungsgrad“ Antwerpens und forderte einen sofortigen Einwanderungsstopp, da nur so „Europa jetzt noch vor dem drohenden Untergang“ zu retten sei.[16]

Im Zusammenhang mit der demographischen und politischen Islamisierung Europas wird auf gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen hingewiesen. So warnt der französische Philosoph Robert Redeker vor einer „Islamisierung des Denkens“ und nennt als Beispiele dafür „in den öffentlichen Badeanstalten Schwimmzeiten nur für Frauen, das Verbot, diese Religion zu karikieren, der Anspruch auf einen Sonderspeiseplan für muslimische Kinder in den Schulkantinen, der Kampf für das islamische Kopftuch an den Schulen“ und schließlich den „Vorwurf der Islamophobie gegen alle freien Denker“.[17]

Demokratische Kritiker der Islamisierung unterscheiden dabei zwischen dem Islam und den Muslimen sowie zwischen orthodoxem Islam und dem islamischen Fundamentalismus, wobei viele Islamkritiker den Islam als Ideologie betrachten und den Islamismus lediglich als selektive Radikalisierung dieser Ideologie begreifen. Der reformistische, muslimische Soziologe Bassam Tibi meint dazu:
„Wer sich in der Islam-Diaspora Europas auskennt, weiß, dass nicht nur die Islamisten von einem islamischen, von der Scharia beherrschten Europa träumen; auch orthodoxe Moslems tun dies und rechnen Europa durch demographische Islamisierung durch Migration zum Dar al-Islam/Haus des Islam.“, fügt aber hinzu, es gehe „nicht darum, den Islam aus Europa zu entfernen, sondern ihn mit Europa als Euro-Islam zu versöhnen.“[18]

Die deutsche Feministin Alice Schwarzer kämpft bereits seit Anfang der 1980er Jahre gegen die von ihr befürchtete schleichende Islamisierung Europas und den damit einhergehenden Verlust von bürgerlichen Freiheiten, Menschen- und insbesondere Frauenrechten.

Der US-amerikanische Autor Bruce Bawer, der in Amsterdam lebt und in der Schwulenbewegung aktiv ist, gibt in seinem Buch While Europe Slept: How Radical Islam is Destroying the West from Within der Befürchtung Ausdruck, dass Errungenschaften wie Demokratie und Menschenrechte, darunter beispielsweise Schwulen- und Frauenbefreiung durch die seiner Meinung nach schnell fortschreitende Islamisierung Europas wieder vernichtet werden.

Frank Schirrmacher sprach im Zusammenhang mit den muslimischen Parallelgesellschaften bereits von "Vorbereitungsgesellschaften" für ein zukünfiges muslimisches Europa. Ähnlich äußerte sich Botho Strauß.

In Dänemark hat das Buch zweier führender Sozialdemokraten mit dem Titel Islamister og Naivister: et anklageskrift (Islamisten und Naivisten: eine Anklageschrift), das vor einer Islamisierung Europas warnt, großes Aufsehen erregt und kam bis auf Platz eins der dänischen Bestsellerliste. Die Autoren warnen darin eindringlich davor, die islamistische Absicht, Europa zu islamisieren, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Udo Ulfkotte beschreibt in seinem Buch "Heiliger Krieg in Europa" detailliert den muslimischen Plan, Europa zu islamisieren. Hauptriebfeder ist dabei die Muslimbruderschaft, die auch die strategischen Konzepte zur Umsetzung dieses Vorhabens entwirft.

Der niederländische Soziologe und Politiker Pim Fortuyn schrieb ein Buch mit dem Titel Gegen die Islamisierung unserer Kultur.[19]

Der französische Philosoph Robert Redeker warnt vor einer Islamisierung des Denkens und führt als Merkmale u.a. an:

"... in den öffentlichen Badeanstalten Schwimmzeiten nur für Frauen, das Verbot, diese Religion zu karikieren, der Anspruch auf einen Sonderspeiseplan für muslimische Kinder in den Schulkantinen, der Kampf für das islamische Kopftuch an den Schulen." [20].

Auch Samuel P. Huntigton sieht in der zunehmenden Islamisierung eine gefährliche Quelle für zukünftige, auch gewalttätige Konflikte. Er schreibt u.a.:

"Das tiefere Problem für den Westen ist nicht der islamische Fundamentalismus. Das tiefere Problem ist der Islam, eine andere Kultur, deren Menschn von der Überlegenheit ihrer Kultur überzeugt sind und von der Unterlegenheit ihrer Macht besessen sind. (...) Muslimische Länder haben mit nichtmuslimischen Minderheiten vergleichbare Probleme wie nichtmuslimische Länder mit muslimischen Minderheiten. Noch mehr als das Christentum ist Islam eine absolutistische Religion. Er verschmilzt Religion und Politik und zieht einen klaren Trennungsstrich zwischen den Menschen im Dar al-Islam und denen im Dar al-Harb. Infolgedessen haben Konfuzianer, Buddhisten, Hinduisten, westliche Christen und orthodoxe Christen weniger Schwierigkeiten, sich aufeinander einzustellen und mit ihnen zu leben." [21]

5.2 Kritik des Begriffes „Islamisierung“

In weiten Teilen der westeuropäischen politischen Linken wird der Prozess der Islamisierung relativiert, verharmlost oder bestritten.

Daneben wehren sich jedoch viele Linke durch die fremdenfeindliche Benutzung des Begriffs durch Teile der AfD, Pegida und Identitären Bewegung. Auffallend hierbei ist, dass die Angst vor einer "Islamisierung" gerade von den Leuten vertreten wird, die meistens überhaupt nicht oder nur wenige Muslime kennen. Gegen Fremdenfeindlichkeit setzt sich unter anderem die SPD-Abgeordnete Lale Akgün ein und vertritt einen Islam, der das Grundgesetz anerkennt, da viele Muslime auch nur friedlich in Deutschland leben wollen.

Kritikern und Gegnern der Islamisierung wird vorgehalten, sie würden aufgrund xenophober Reflexe das Fremde für schlecht halten und erlägen alten Überfremdungsängsten.[22] Diese Gegenposition erkennt keine Islamisierung, sondern eine sogenannte "Islamophobie".

6 Zwangsislamisierung

Der Begriff Zwangsislamisierung bezeichnet die erzwungene Konversion zum Islam. Gemäß islamischem Recht ist sie bei Polytheisten, Atheisten[23] und Apostaten[24] sowie auch unter bestimmten Umständen bei Frauen, Kindern und Kriegsgefangenen[25] gestattet: Sie können vor die Wahl zwischen der Konversion zum Islam oder dem Tod gestellt werden.

Als der islamische Religionsstifter Mohammed 632 n.Chr. starb, erstreckte sich der islamische Machtbereich über die gesamte arabische Halbinsel.[26] Einige arabische Stämme, die mit der islamischen Gemeinschaft auf verschiedenem Wege verbunden waren,[27] weigerten sich nach Mohammeds Tod, die finanziellen Abgabebedingungen des Islam (Zakat) weiterhin zu erfüllen. Im Verlauf der sogenannten Ridda-Kriege unter Führung des ersten Kalifen Abu Bakr wurden diese Stämme bezwungen und zwangsislamisiert.

Die osmanische Knabenlese, bei der ein bestimmter Anteil christlicher Knaben aus den besetzen Gebieten abgeliefert werden musste, die dann zu muslimischen Soldaten ausgebildet wurden, war eine organisierte Form der Zwangsislamisierung.

Auch wird eine Konversion vom Islam zu anderen Relgionen in muslimischen Ländern nicht toleriert. Diskriminierung und Ausgrenzung sind das Mindeste, was Konvertiten in muslimischen Ländern zu erwarten haben. Mit dem christlich-westlichen Verständnis von Religionsfreiheit haben diese muslimischen Vorstellungen absolut nichts gemeinsam:

"Religionsfreiheit im Islam bedeutet die Freiheit der Muslime, ihren Glauben zu leben. Daneben gewährt sie den sogenannten Schriftbesitzern - Juden und Christen - die Möglichkeit, ihren Glauben gegen Zahlung einer Abgabe zu behalten und zu praktizieren. Schließlich bedeutet Religionsfreiheit die Freiheit aller, den Islam anzunehmen. (...) Der Muslim hat nicht das Recht, zu einer anderen Religion zu konvertieren. Nicht-Muslime dürfen zu keiner anderen Religion als dem Islam konvertieren. Für die Apostasie, den Abfall vom Glauben, sieht das klassische islamische Recht die Todesstrafe vor, was durch eine Reihe von Koranversen untermauert und legitimiert wird. (...) Neben die drohende Todesstrafe treten bei Abkehr vom Islam schwerwiegende soziale Konsequenzen: Bekennende Konvertiten verfügen in traditionellen islamischen Gesellschaften faktisch über keinen wirklichen rechtlichen Status und werden kaum Arbeit oder Wohnung finden." [28]

7 Siehe auch

8 Literatur

8.1 Historisch

  • Yohanan Friedmann: Tolerance and Coercion in Islam. Interfaith Relations in the Muslim Tradition. Cambridge University Press, 2006. ISBN 0-521-02699-7
  • Adel Th. Khoury: Toleranz im Islam. Grünewald, 1980. ISBN 3-459-01250-1
  • Bat Ye'or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. Vom Dschihad zum Schutzvertrag. Resch, Gräfelfing 2002. ISBN 3-935197-19-5.
  • Anton Minkov: Conversion to Islam in the Balkans. Kisve Bahasi Petitions and Ottoman Social Life, 1670-1730. Leiden 2004 (The Ottoman Empire and its heritage, Bd. 30). ISBN 90-04-13576-6

8.2 Aktuell

  • Ralph Ghadban: Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas. Schiler, Berlin 2006, ISBN 3-89930-150-1.
  • John L. Esposito: The Islamic Threat. Myth or Reality?. Oxford University Press, 1992. ISBN 0-19-507184-0
  • Manfred Kleine-Hartlage: Das Dschihadsystem. Wie der Islam funktioniert. Resch Verlag: Gräfeling 2010. ISBN 3935197969

9 Einzelnachweise

  1. Artikel Re-Islamisierung bei der Bundeszentrale für politische Bildung
  2. Albrecht Noth: Früher Islam. In: Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. C. H. Beck, 1991. S. 92 f.
  3. Hindelah Farah: Aufgang des Morgenlandes; in Die ZEIT Geschichte, Nr. 1 im Jahr 2010, Seite 58
  4. Adrian Michaels "Muslim Europe: the demographic time bomb transforming our continent", The Dailey Telegraph, 08 August 2009
  5. Von Susanne Vieth-Entus: Jedes zweite Kind stammt aus einer Einwanderer-Familie. 12.05.2006 In: Der Tagesspiegel
  6. 6,0 6,1 6,2 Manfred Kleine Hartlage: Djihad und der Selbstmord des deutschen Volkes. In: Korrektheiten. 1. Mai 2009
  7. Daniel Pipes: Den Islamismus können nur Muslime überwinden; in Felix Strüning: Der Islam und der Westen, Gustav Stresemann Stiftung e.V., Jena/Berlin, 2012, Seite 80
  8. Europa wird am Ende des Jahrhunderts islamisch sein: In: Die Welt, Mittwoch, 28. Juli 2004, Seite 6
  9. Timothy M. Savage: Europe and Islam: Crescent Waxing, Cultures Clashing In: The Washington Quaterly, Nr.4 2004
  10. Focus: Islam im demographischen Aufwind, 23. April 2007
  11. Bassam Tibi: Selig sind die Betrogenen - Christlich-islamischer Dialog - Täuschungen und westliches Wunschdenken; in Ursula Spuler-Stegmann: Feindbild Christentum im Islam - Eine Bestandsaufnahme, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2004, Seite 54 und 55
  12. Hartmut Krauss- Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft eine kritische Bestandsaufnahme-Teil 3 Muslimische Gegengesellschaft- ISBN 978-3-00-024512-1
  13. http://www.gam-online.de/Bilder/Islam%20und%20Ungl%C3%A4ubige%206-2014.pdf
  14. Susanne Vieth-Entus: Jedes zweite Kind stammt aus einer Einwanderer-Familie. 12.05.2006 In: Der Tagesspiegel
  15. Die Presse: FPÖ vs. Islam: Strache gründet "Allianz gegen Islamisierung", 16. Januar 2008
  16. FPÖ-Presseaussendung: Strache bekräftigt in Antwerpen Städtepartnerschaft gegen drohende Islamisierung in Europa, 18. Januar 2008.
  17. Michaela Wiegel: Ein Philosophielehrer auf der Flucht, FAZ, 6. Oktober 2006
  18. Bassam Tibi: Europa droht eine Islamisierung, Die Welt, 28. Mai 2002
  19. Bassam Tibi: Selig sind die Betrogenen - Christlich-islamischer Dialog - Täuschungen und westliches Wunschdenken; in Ursula Spuler-Stegmann: Feindbild Christentum im Islam - Eine Bestandsaufnahme, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2004, Seite 54
  20. Michaela Wiegel: Ein Philosophielehrer auf der Flucht, FAZ, 6. Oktober 2006
  21. Samuel P. Huntigton: Kampf der Kulturen - Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Europa Verlag Gmbh, München, 1996, Seite 350 und 418
  22. taz: Die Islamisierung in den Köpfen
  23. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 9, S. 484
  24. Yohanan Friedmann: Tolerance and Coercion in Islam. Interfaith Relations in the Muslim Tradition. Cambridge University Press, 2003. S. 121
  25. Yohanan Friedmann: Tolerance and Coercion in Islam. Interfaith Relations in the Muslim Tradition. Cambridge University Press, 2003. S. 121 sowie 106
  26. Für eine Zusammenfassung siehe: W. Montgomery Watt: Muhammad at Medina. Oxford University Press, 1962. S. 78-151; Elias Shoufani: Al-Ridda and the Muslim Conquest of Arabia. University of Toronto Press, 1973. S. 10-48
  27. siehe: Albrecht Noth: Früher Islam. In: Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. C.H. Beck, 1991. S. 39
  28. Rita Breuer: Wie du mir so ich dir? - Die Freiheit des Glaubens zwischen Christentum und Islam; in Ursula Spuler-Stegmann: Feindbild Christentum im Islam - Eine Bestandsaufnahme, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2004, Seite 38 und 40

10 Weblinks

10.1 Demographische Islamisierung

10.2 Deutschsprachige

10.3 Englischsprachige

10.4 Videos

11 Andere Lexika