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Version vom 20. März 2017, 23:00 Uhr

1 Lotharingien und Herzogtum Lothringen (843–1766)

Das Lotharii Regnum (lateinisch für „Reich Lothars“), auch Mittelreich genannt, war der mittlere Teil des Fränkischen Reiches, der nach der Reichsteilung vom 10. August 843 im Vertrag von Verdun Kaiser Lothar I. als unmittelbarer königlicher Herrschaftsbereich zufiel. Dieses langgestreckte Mittelstück des Reiches, das Lothar als ältestem Sohn des 840 verstorbenen Kaisers Ludwig der Fromme nach dem verlorenen Machtkampf gegen seinen Bruder Ludwig dem Deutschen und seinen Halbbruder Karl dem Kahlen verblieben war, reichte von der Nordsee bis ans Mittelmeer, von Friesland über die Niederlande, Aachen, das Rheinland, Burgund, die Provence und Oberitalien bis zur Kaiserstadt Rom in Italien.

Nachfolger Lothars I. als König im Norden des Reiches (jedoch ohne die Kaiserwürde) wurde Lothar II.; er gab dem Gebiet die Bezeichnung „Lotharingien“ („dasjenige, was Lothar zugehört“). Nach Lothars II. Tod im Jahre 869 wurde das einstige Mittelreich 870 im Vertrag von Meersen neu verteilt: Der ostfränkische König Ludwig der Deutsche, Onkel Lothars II. und mittlerer Bruder Lothars I., erhielt den Ostteil Lotharinigens, der westfränkische König Karl der Kahle, Halbonkel Lothars II. und Halbbruder Lothars I., den Westteil. 879 gaben die Enkel Karls des Kahlen, schriftlich fixiert 880 im Vertrag von Ribemont, auch diesen Westteil Lotharingiens an den ostfränkischen König Ludwig III.; damit gehörte Lotharingien von nun an (mit einer Unterbrechung von 911 bis 925) in seiner Gesamtheit zum Ostfrankenreich und bildete darin das Herzogtum Lothringen. 959 wurde das Herzogtum in die Herzogtümer Oberlothringen und Niederlothringen geteilt.

1.1 Entstehung Lotharingiens

Nach dem Tode Kaisers Ludwig der Fromme im Jahre 840 wurde das Fränkische Reich 843 im Vertrag von Verdun unter seinen Söhnen aufgeteilt. Das „Mittelreich“ fiel als Lotharii Regnum („Reich des Lothar“) – zusammen mit der Kaiserwürde – an Lothar I.; es erstreckte sich von den „niederen Landen“ (heute Niederlande und Belgien) über Burgund bis zur Kaiserstadt Rom in Italien. 855 wurde dieses Reich in der Prümer Teilung erneut aufgeteilt. Lothar II. erhielt den Teil zwischen Maas und Rhein, der Nordseeküste und Besançon, und nach diesem erhielt es seinen Namen Lotharingien.

Dieses karolingische Lotharingien umfasste außer dem heutigen Lothringen noch das Saarland, Luxemburg, Trier und die (deutsche) Mosel, Wallonien, den Niederrhein mit Aachen, Köln und Duisburg und den Süden der Niederlande im Bereich Maastricht, Eindhoven, Breda. Nach dem Tod Lothars II. wurde Lotharingien 870 im Vertrag von Mersen zunächst zwischen dem Ostfrankenreich und dem Westfrankenreich aufgeteilt. Dabei fiel der reichere Osten mit Utrecht, Köln und Straßburg, vor allem aber mit der Kaiserstadt Aachen, an das Ostfrankenreich. 876, nach dem Tode des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen, versuchte der westfränkische König Karl der Kahle auch die Osthälfte Lotharingiens zu erobern. In der Schlacht bei Andernach wurde er aber von Ludwig III., einem Sohn Ludwigs des Deutschen, geschlagen.

877 starb Karl der Kahle, 2 Jahre danach auch sein Sohn Ludwig der Stammler, so dass es Ludwig III. gelingen konnte, im Vertrag von Ribemont 880 auch den Westteil Lotharingiens zu gewinnen. Fortan gehörte ganz Lotharingien zum Ostfrankenreich. Zwischen 900 und 911 zerfiel im Ostfrankenreich unter Ludwig dem Kind die Zentralgewalt, und es bildeten sich Stammesherzogtümer. Auch Lotharingien wurde Herzogtum. Nach dem Aussterben der Karolinger im Ostfrankenreich (911) schloss sich das Herzogtum Lothringen wieder dem Westfrankenreich an. Nachdem König Heinrich I. die Zentralgewalt im Ostfrankenreich wiederhergestellt hatte, unterwarf sich ihm 925 auch der lothringische Herzog Giselbert. Heinrich gliederte das Herzogtum Lothringen als fünftes Stammesherzogtum in das Ostfrankenreich ein und stellte damit die territorialen Verhältnisse des Jahres 880 wieder her. Die Karolinger aus dem Westfrankreich versuchten mehrfach, Lothringen zurückzugewinnen. 942 musste Ludwig IV. nach dem Krieg von 940 endgültig auf Lothringen verzichten.

Datei:Herzogtum Lothringen 1000.PNG
Herzogtum Lothringen um 1000 mit Ober- und Niederlothringen

1.2 Aufteilung in Ober- und Niederlothringen

959 wurde das Herzogtum in zwei Herzogtümer aufgeteilt: Oberlothringen (umfasst das heutige Lothringen, die Saar, Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz) und Niederlothringen (im Norden). 978 versuchte König Lothar von Frankreich abermals Lothringen zu vereinnahmen, nachdem Otto der Große gestorben war (Überfall auf Otto II. in Aachen). 980, Vergeltungszug Otto II. bis kurz vor Paris. Frankreich stellte (vorläufig) seine Eroberungsversuche ein. (Wohl) im 12. Jahrhundert wurde der Grenzverlauf zwischen Ober- und Niederlothringen geändert: Luxemburg, Trier, Prüm und Koblenz fielen an Niederlothringen. Im Zuge der Entwicklung von Territorien innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ca. 1210-1360 zerfiel Niederlothringen in die Herzogtümer Luxemburg, Limburg, Jülich und Brabant sowie zahllose weitere Herrschaften. In Oberlothringen spaltete sich mit dem Herzogtum Bar ebenfalls ein Herzogtum ab, ein großer Teil des Landes blieb aber unter dem Namen „Herzogtum Lothringen“ eine politische Einheit mit der Hauptstadt Nancy. Metz, Toul und Verden (Verdun) wurden freie Reichsstädte; die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun erwarben ebenfalls kleinere reichsunmittelbare Territorien.

1380 kam es zur Wiedervereinigung der Hälfte des Herzogtums Bar mit dem Herzogtum Lothringen. 1430-1473 erwarben die Herzöge von Burgund den größten Teil Niederlothringens, nämlich den Hennegau, Brabant, Limburg, Luxemburg, Holland, Seeland und Geldern. Diese Teile Niederlothringens fielen später (1477) in das burgundische Erbe und damit an das deutsche Fürstenhaus Habsburg, später an Spanien bzw. die Niederlande und entfremdeten sich dem Römisch-Deutschen Reich. Der Rest Niederlothringens (Niederrhein, Aachen, Trier) blieb beim Reich, der Name Niederlothringen ist aber nicht mehr gebräuchlich. Der Name „Lothringen“ beschränkte sich nunmehr auf Oberlothringen bzw. auf das dortige Herzogtum Lothringen. 1475 eroberte Herzog Karl der Kühne von Burgund auch das Herzogtum Lothringen, woraufhin Bern ihm den Krieg erklärte, ihn 1477 in der Schlacht bei Nancy besiegte und die Unabhängigkeit Lothringens innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wiederherstellte. 1542 wurde im Vertrag von Nürnberg die Bindung Lothringens zum Reich durch Herzog Anton den Guten gelockert, der in den Jahren zuvor schon ein Übergreifen der Reformation auf Lothringen verhindern konnte.

1.3 Wachsender Einfluss Frankreichs

1552 verkaufte Moritz von Sachsen in einem Komplott gegen den Kaiser Karl V. das Reichsvikariat über die drei Reichsstädte Metz, Toul und Verdun mit einer mehrheitlich französischsprachigen Bevölkerung für 70.000 Goldkronen monatliche Unterstützung an Frankreich: Es wird auch für gut erachtet, daß die Königl. Majestät zu Frankreich sofort die Städte, so zum Reich von alters her gehört haben und nicht deutscher Sprache sind, als nämlich Cambrai, Toul, Metz und Verdun, ohne Verzug einnehme und die als Vikar des Reiches innehabe und behalte (Vertrag von Chambord). Der französische König Heinrich II. ließ Lothringen besetzen und Christina von Dänemark, eine Nichte Karls V., die für ihren minderjährigen Sohn Karl III. im Sinne der Habsburger regierte, vertreiben. Der Krieg zwischen dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und Frankreich um diese drei Städte dauerte bis 1556, als der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Ferdinand I. den Krieg einstellte. Die Städte blieben bei Frankreich. Auch die bischöflichen Territorien fielen an Frankreich. Karl III. wurde 1559 mit Claudia von Valois, der Tochter Heinrichs II. verheiratet.

Im Zuge der Fronde wurde Lothringen im September 1633 auf Geheiß Richelieus besetzt. Im Westfälischen Frieden von 1648 blieb es unberücksichtigt und erst im Frieden von Vincennes 1661 wurde der Abzug der Franzosen festgelegt. Dabei verblieben strategisch wichtige Orte bei Frankreich, das eine Landverbindung von Verdun und eine von Toul bis ins Elsass erhielt, wodurch Lothringen in drei unverbundene Territorien aufgespalten wurde.

Als Herzog Franz Stephan von Lothringen beabsichtigte, Maria Theresia zu heiraten, die nach dem Willen ihres Vaters Thronerbin von Österreich werden sollte (Pragmatische Sanktion), protestierte Frankreich, das ein Wiedererstarken der österreichischen Macht am Rhein befürchtete. Daraufhin tauschte Franz Stephan sein Land im Vertrag von Wien 1735, der den Polnischen Thronfolgekrieg beendete, gegen das Großherzogtum Toskana. Er heiratete 1737 Maria Theresia und wurde 1745 als Franz I. römisch-deutscher Kaiser. Der polnische König Stanislaus I. Leszczyński erhielt Lothringen auf Lebenszeit zugesprochen, nach seinem Tod am 23. Februar 1766 fiel es vereinbarungsgemäß an Frankreich.

2 Herzöge von Lothringen

3 Herzöge von Oberlothringen

3.1 Wigeriche

Haus Bar:

Haus Verdun:

3.2 Matfriede, Haus Châtenois

3.3 Jüngeres Haus Anjou

3.4 Haus Vaudémont, Haus Lothringen

  • René II., 1473–1508
  • Anton II., 1508–1544, dessen Sohn
  • Franz I., 1544–1545, dessen Sohn
  • Karl III., 1545–1608, dessen Sohn
  • Heinrich II., 1608–1624, Sohn Karls III.
  • Nicole, 1624 bis 21. November 1625, † 1657, dessen Tochter
  • Karl IV., deren Ehemann, ab 1624 (uxor nomine),
  • Franz II., 21.–26. November 1625, Bruder Heinrichs II., Herzog durch Beschluss der Generalstände, tritt nach fünf Tagen zurück
  • Karl IV., ab 26. November 1625 aus eigenem Recht, tritt am 19. Januar 1634 zurück, deren Ehemann, Sohn von Franz II.
  • von 1634 bis 1697 regiert der König von Frankreich offen das Herzogtum Lothringen, zeitweise über eingesetzte Herzöge, zeitweise direkt
  • Nikolaus II. Franz, 19. Januar bis 1. April 1634, Bruder Karls IV.
  • 1634–1641 unter französischer Besatzung
  • Karl IV., April bis Juli 1641 (2. Mal)
  • 1641–1659 unter französischer Besatzung
  • Karl IV., 1659–1670 (3. Mal), 1670–1675 titularisch
  • 1670–1697 unter französischer Besatzung
  • Karl V., 1675–1690, Sohn von Nikolaus II., Titularherzog
  • Leopold, 1690–1697 (Titularherzog), 1697–1729 aufgrund der Friedens von Rijswijk Herzog
  • Franz III. Stephan, 1729–1736, 1736 Großherzog der Toskana, 1745 als Franz I. Kaiser des Hlg.röm.Reichs, Ehemann von Kaiserin Maria Theresia

Nach dem Polnischen Thronfolgekrieg bringt der Frieden von Wien eine Einigung: der Kandidat der französischen Partei, Stanislaus I. Leszczyński, verzichtet auf die polnische Krone und erhält dafür Lothringen, auf das wiederum Franz Stephan zugunsten der Toskana verzichtet. Ferner wird vereinbart, dass das Land nach dem Tod Leszczynskis an Frankreich fällt, dies tritt 1766 ein. Durch die Hochzeit Franz Stephans mit Maria Theresia, der Erbin des Hauses Habsburg entsteht 1736 das Haus Habsburg-Lothringen.

4 Industrialisierung, Elsass-Lothringen

Wasserturm, mit dem Metzer Bahnhof zur Versorgung von Lokomotiven erbaut Form des Lothringer Kreuzes (Detail des Denkmals für de Gaulle)Um 1850 begann die Industrialisierung in der Region Nancy. 1850 wurde die Bahnstrecke Nancy–Metz eröffnet, 1851/52 die durchgehende Eisenbahnstrecke von Reims über Nancy nach Straßburg und von Metz über Saarbrücken nach Mannheim. Frankreich begann ab 1867 mit dem Bau eines Moselkanals zwischen Frouard und Metz, um Lothringen mit dem französischen Kanalnetz zu verbinden. Eine nutzbare Moselkanalisierung erfolgte aber erst in den Jahren 1958 bis 1979. Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten im Deutsch-Französischen Krieg 1871 wurden die Gebiete mit einer mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung im Nordosten Lothringens sowie Metz zusammen mit dem Elsass als Reichsland Elsaß-Lothringen dem neu gegründeten Deutschen Reich einverleibt. Danach entstand eine leistungsfähige Schwerindustrie beiderseits der Grenze im Bereich Metz, Diedenhofen, Nancy. 1893 wurde der Marne-Rhein-Kanal von Reims über Nancy und die Zaberner Steige nach Straßburg eröffnet.

4.1 Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg 1914–1918 war Lothringen Hauptkriegsschauplatz, wie der Grenzschlacht in Lothringen (1914) und der Schlacht um Verdun (1916). Nach der deutschen Niederlage wurde 1918 der nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich getrennt und wieder Teil Frankreichs. Danach galt die französische Sprache gesetzlich als alleinige Amts- und Schulsprache, auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

4.2 Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lothringen 1940 von Truppen der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach der Kapitulation Frankreichs wurde das Département Moselle als „CdZ-Gebiet Lothringen“ einem Chef der Zivilverwaltung unterstellt und faktisch wie Reichsgebiet behandelt. Für die deutschsprachige Bevölkerung galt wieder die Muttersprache als Amts- und Schulsprache. Die förmliche Eingliederung des Gebietes in das Deutsche Reich erfolgte nicht mehr.

1944/1945 wurde Lothringen im Zuge der Schlacht um Lothringen von alliierten Streitkräften zurückerobert und wieder Teil Frankreichs. Die französische Sprache wurde wieder alleinige Amts- und Schulsprache – auch für die deutschsprachige Bevölkerung.

4.3 Lothringer Kreuz

Das Lothringer Kreuz (Croix de Lorraine) war das Zeichen des (jüngeren) Hauses Anjou, das von 1431 bis 1473 in Lothringen herrschte. Bekannt wurde es vor allem als Symbol des freien Frankreich und der französischen Exil-Regierung unter Charles de Gaulle sowie ihrer militärischen Verbände. 1972 wurde das Lothringer Kreuz als Motiv für die Gedenkstätte für Charles de Gaulle in Colombey-les-Deux-Églises (Haute-Marne) gewählt.

4.4 Gründung der Region

Die Region Lothringen entstand 1960 mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissement public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

5 Anmerkungen

  1. Im 16. Jahrhundert versuchten lothringische Geschichtsschreiber, die Legitimität der Herzöge von Lothringen durch eine direkte Verbindung mit den Karolingern zu erhöhen; sie bezeichneten daher den 991 gestorbenen Herzog Karl von Niederlothringen als Karl I. und begannen die Zählung der Herzöge von (Ober)lothringen dieses Namens mit Karl II.; diese Vorgehensweise hat sich bis heute erhalten.

6 Literatur

  • Uwe Anhäuser: Lothringen. Zwischen Vogesen und Champagne, an Maas und Mosel. Dumont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4426-0 (Dumont Kunstreiseführer)
  • Irmgard Grünewald: Die Elsass-Lothringer im Reich 1918–1933: ihre Organisationen zwischen Integration und „Kampf um die Seele der Heimat.“ Lang, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-8204-5478-0 (zweisprachige Dissertationsschrift an der Universität Karlsruhe von 1983)
  • Michel Grunewald (Hrsg.): Le problème de l'Alsace-Lorraine vu par les périodiques (1871-1914) Die Elsass-Lothringische Frage im Spiegel der Zeitschriften (1871-1914) Brockmeyer, Bochum 1993, ISBN 3-8196-0130-9 (Dissertationsschrift an der Universität Bochum von 1991)
  • Karl Kautsky: Elsaß-Lothringen. Eine historische Studie. Dietz, Stuttgart 1917.
  • Michel Parisse (Hrsg.); Hans-Walter Herrmann (Bearb. d. dt. Ausg.): Lothringen – Geschichte eines Grenzlandes. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1984, ISBN 3-921646-54-5 (Übersetzung eines französischen Werkes: Histoire de la Lorraine)
  • Franz Pesendorfer: Lothringen und seine Herzöge. Im Zeichen der drei Adler. Styria, Graz 1994, ISBN 3-222-12273-3
  • Max Rehm: Reichsland Elsass-Lothringen. Regierung und Verwaltung 1871 bis 1918. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1991, ISBN 3-922923-77-1
  • Eva Rimmele: Sprachenpolitik im Deutschen Kaiserreich vor 1914. Regierungspolitik und veröffentlichte Meinung in Elsass-Lothringen und den östlichen Provinzen Preussens. Lang, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-631-30228-2
  • Walther Kienast: Der Herzogstitel in Frankreich und Deutschland (9. bis 12. Jahrhundert). München 1968.
  • Rüdiger E. Barth: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert. Sigmaringen 1990, ISBN 3-7995-4128-4.
  • Matthias Werner: Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit, in: Stefan Weinfurter (Hg.), Die Salier und das Reich. Band 1: Salier, Adel und Reichsverfassung, Sigmaringen 1991, S. 367–473.

7 Andere Lexika

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Erster Autor: 86.70.172.22 angelegt am 18.09.2010 um 12:37