Chiemgau-Einschlag (Pro-Artikel)

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"Chiemgau Impakt" (oder Chiemgau-Einschlag)[1] bezeichnet einen mittlerweile vielfach belegten Meteoriteneinschlag (entgegen Aussagen vermeintlicher Spezialisten hier und in Wikipedia - siehe Pubikationen im Artikel) als ein außergewöhnliches Ereignis in vorgeschichtlicher Zeit (Bronzezeit, Keltenzeit), bei dem ein kosmischer Körper (Komet oder Asteroid) in Südostbayern einschlug und ein großes Kraterstreufeld mit allen einschlägig wichtigen Belegen hinterließ. Die Forschung ist Interdisziplinär aufgestellt und wird von namhaften nationalen und internationalen Instituten und Firmen unterstützt. Natürlich gibt es auch Kritiker, welche sich entweder nie vor Ort ein Bild von dem Ereignis gemacht haben oder mit der Impaktforschung keinerlei Erfahrungen haben. Ein Beispiel ist die irreführende Bohrung am Rande des Tüttensees, welche von den Kritikern als Beleg[2][3] für ein Toteisloch verwendet wird. Die im Tüttenseewall und Umgebung vorgefunden Schockeffekte und anderen Beweise[4][5] werden dabei nicht berücksichtigt. Das Chiemgau Impact Research Team ( CIRT), welches auch die Entdecker des Ereignisses sind, treiben die Forschung intensiv voran.

Anmerkung: Dass wohl kaum renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt, darunter hochspezialisierte Experten von Zeiss und Oxford Instruments und aus der Diamantforschung und Nano-Mineralogie, mit dem allermodernsten zur Verfügung stehenden Equipment der Elektronenmikroskopie (REM, TEM, EBSD), der Raman-Spektroskopie, der AFM-Rasterkraft-Mikroskopie, der Röntgendiffraktometrie und -fluoreszenzspektroskopie, der differentiellen Thermoanalyse sowie der Kohlenstoff-Isotopenanalyse dem Chiemgau-Impakt ihre “Aufwartung” machen würden, wenn sie nicht von der absoluten Realität dieses Ereignisses überzeugt wären. Und sie würden nicht gemeinsam mit den CIRT-Forschern in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften und auf renommierten internationalen Kongressen (Lunar and Planetary Science Conference LPSC, Meteoritical Society Meeting, American Geophysical Union AGU, International Geological Congress IGC, European Mineralogical Conference) publizieren.

Wenn dann die vielen selbsternannten “Experten” auf den Gebieten der Impaktforschung, der Geologie, Geophysik und Mineralogie ihre “Weisheiten” in Internetblogs und bei anderen Gelegenheiten von sich geben, zeigt es nur, dass sie absolut nichts verstanden haben, nichts verstehen wollen und wohl auch nicht die Fähigkeit haben, etwas von den wissenschaftlichen Themen mit den Stichworten Xifengit, Gupeiit, Suessit, Hapkeit, Moissanit, Khamrabaevit, Krotit, Dicalcium-Dialuminat, calcium-aluminum-rich inclusions CAIs, Zirkon, Baddeleyit, Wollastonit, diaplektisches Glas, akkretionäre Lapilli, Uran-Blei-Systeme, Schock-Spallation, planare Deformationsstrukturen PDFs, Shatter Cones, Chiemit, diamantähnlicher Kohlenstoff DLC, Carbine, carbinähnlicher Kohlenstoff, Airburst, Plasmabildungen, Electrical Imaging, Rock Liquefaction und anderes zu verstehen. Siehe auch Abschnitt: Wissenschaftliche Publikationen

Stand des Artikels ist der 12.07.2014.



Anmerkung: Bitte diesen Artikel nur nach Absprache mit den Hauptautoren unter federführender Leitung von Karl01 bearbeiten und eventuell über die Diskussionsseite klären.


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

Zum ersten Mal im Jahr 2004 in der Online-Zeitschrift „Astronomy“ publiziert [1], hat die Hypothese großes Aufsehen erregt und ist inzwischen mit vielfältigen wissenschaftlichen Beweisen belegt. Aber wie es bei solchen spektakulären Entdeckungen die Regel ist, gibt es natürlich noch immer diverse Diskussionen [siehe unten: 3 Kontroverse]. Die Entdeckung geht auf eine Gruppe von Heimatforschern mit archäologischer Orientierung um Werner Mayer zurück, die Funde von bisher unbekannten metallischen Partikeln im Unterboden und offenbar häufig damit assoziierte kraterähnliche Hohlformen als Anzeichen für einen meteoritischen Einschlag vermuteten. Die Idee wurde von einigen universitären Forschern aufgegriffen[6][7][8][9], aber auch ein industrieller Ursprung der als Eisensilizide bestimmten metallischen Partikel postuliert[10][11]. Seit 2004 haben sich die Heimatforscher mit einer Reihe von Fachwissenschaftlern aus Geologie, Geophysik, Impaktforschung (Kord Ernstson, Andreas Neumair), Astronomie und Archäoastronomie (Michael A. Rappenglück), Vor- und Frühgeschichte (Till Ernstson) und Geschichtswissenschaft (Barbara Rappenglück) zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT) zusammengetan, das die Erforschung des postulierten Impaktereignisses betreibt.

2 Aufstellung der Forschungsbereiche - Interdisziplinäre Forschung

Seit der Gründung des CIRT kooperieren weitere Wissenschaftler aus der Mineralogie, Elektronenmikroskopie, physischen Geographie, Geomorophologie, Bodenkunde, Archäometrie und Archäologie, und es bestehen enge Kontakte zu Wissenschaftlern der Holocene Impact Working Group (HIWG), sowie University of the Aegean für OSL-Datierungen. Seit 2011 besteht ein Koorporationsvertrag mit dem Labor für Diamant-Mineralogie, Geologisches Institut, Komi-Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Syktyvkar.


3 Die Hypothese[12]

Kleiner Krater bei Mauerkirchen mit 8m Durchmesser. Zeigt die typischen Schockeffekte, sowie die magnetischen Anomalien. Quelle: CIRT

3.1 Das Streufeld und die Krater

Das ellipsenartig geformte Streufeld in der Region zwischen Burghausen/Altötting/Marktl und den Voralpenbergen südlich des Chiemsees hat eine Ausdehnung von ganz grob 60 km x 30 km und beherbergt über 80 dokumentierte Kraterstrukturen, die meist einen Ringwall und Durchmesser zwischen wenigen Metern und einigen hundert Metern besitzen. Als größter Krater gilt der Tüttensee-Krater[13] mit einem Durchmesser der Wallkrone von 600 m. Nach detaillierten Echolot-Sonarmessungen soll es am Boden des Chiemsees einen Doppelkrater mit Ringwall der Größe etwa 900 m x 400 m geben.[14]

3.2 Gesteinsdeformationen und -korrosionen

Als ein Kennzeichen des Impaktes gilt das Auftreten ungewöhnlich stark deformierter und korrodierter Gerölle im Kraterstreufeld mit einer Konzentration bei den Kratern. Die vielfach als Hochdruck-/Kurzzeit-Deformationen charakterisierten Veränderungen umfassen Gesteinszertrümmerungen (Brekziierungen), plastische Verformungen und vielfach offene Brüche, die als Wirkung von Schock-Spallation[15] erklärt werden. Tiefgreifende Korrosion der silikatischen und karbonatischen Gerölle wird als Folge hoher Temperaturen (Karbonatschmelze, Kalkbrennen) und/oder Säureeinwirkung (Abregnen von Salpetersäure nach dem Einschlag) erklärt.

Großes, stark deformiertes Sandstein-Geröll mit Kruste aus grünem Glas aus dem Kaltenbach-Krater. Bild CIRT

3.3 Schmelzgesteine und Gläser

Schmelzgesteine treten vor allem in Form von bimssteinähnlichem Material auf, das in der Region im 17. und 18. Jh. als Werkstein im Häuser- und Stallbau verwendet wurde. Das CIRT bezeichnet Seetone des Chiemsees als vermutliches Ausgangsgestein der Schmelze [16] Auch einige Krater weisen verbreitet Schmelzgesteine in Form an- und aufgeschmolzener Gerölle auf, die schon in der Anfangsphase der Impakthypothese beschrieben wurden[17][18]. Charakteristische Glasbildungen finden sich auf silikatischen Geröllen in Form hauchdünner Glasüberzüge, die sich nach Ansicht der Forscher nur bei extrem kurzer, extrem starker Erhitzung bilden konnten. Weitere Glas-/Schmelzbildungen finden sich in Form von Gesteinstrümmern, die von Glas verkittet wurden, und von Glaskügelchen (Glassphärulen). Siehe Bild, dazu sollte man sich auch die Messwerte (Bild Messwerte Kaltenbach-Krater) ansehen.

3.4 Chiemsee: Regmaglypten auf Kalk- und Silikatgesteinen

Regmaglypten bezeichnen ein Relief, das man häufig auf Oberflächen von Meteoriten vorfindet. Eine partielle Materialschmelze, die beim Passieren der Atmosphäre durch die Luftreibung erzeugt und erodiert wird, ist die Ursache. Man spricht von einer Ablation (Svetsov 2003; und Andere).[19]

Regmaglyptische Strukturen wurden im Bereich des Chiemsees auf Geröllen aus Kalkgestein und karbonatisch gebundenem Silikatgestein vorgefungen.[20] und im Zusammenhang mit dem Chiemgau-Impaktereignis gedeutet. Danach ist die Ablation beim Einschlag von kosmischen Projektilen in den Chiemsee (siehe: Das Streufeld und die Krater) durch Dekarbonisierung/Schmelzen beim unter extrem hoher Geschwindigkeit erfolgten Auswurf der Gerölle entstanden. Ein Vergleich wird mit nahezu identischen regmaglyptischen Ablationsstrukturen auf Kalksteinen aus den Auswurfmassen der spanischen Rubielos de la Cérida-Impaktstruktur angestellt[21].

3.5 Chiemsee: Bimsstein / Impaktit

Seit wenigen Jahren hat die intensive Erkundung der Geologie des Krater-Streufeldes des Chiemgau-Impaktes zu reichlich Funden von Bimsstein-Geröllen im Randbereich des Chiemsees geführt.[22]

Bild PDF - Dünnschliff mit Schockeffekt in Form diaplektischem Muskovit aus einem kleineren Krater des Chiemgau Impakt / Chiemgau Einschlag. Bildbreite 1mm. Aufnahme CIRT

3.6 Schockeffekte (Schockmetamorphose): moderate Schockeffekte und impakt-beweisende Schockeffekte (PDFs, diaplektisches Glas)

Schockeffekte sind mikroskopische Veränderungen in Mineralen als Folge des Durchganges von Schockwellen (Stoßwellen). Sie werden von verschiedenen Stellen im Kraterstreufeld beschrieben. Neben moderaten Schockeffekten wie Knickbändern in Glimmern, planaren Brüchen in Quarz oder Mikrozwillingsbildungen in Calcit, die sich auch bei sehr starken tektonischen Kräften bilden können, werden von den CIRT-Forschern vor allem die planaren Deformationsstrukturen (PDF, englisch: planar deformation features) herausgestellt, die als untrügliches Kennzeichen von Schock und Meteoriteneinschlag gelten[23].Noch höhere Drücke als die Entstehung von PDFs verlangt die Bildung von diaplektischem Glas[24], das in geschockten Proben des Kraters 004 im nördlichen Bereiches des Streufeldes nachgewiesen wurde.[25]

Inzwischen gibt es neue Befunde mit starken Schockeffekten (diaplektische Gläser in Feldspat und Muskovit) in Gesteinen aus einem der kleineren Krater im Streufeld. Der im Bild (Bild PDF) gezeigte Dünnschliff (links einfach pol. Licht, rechts xx Pol.) zeigt außer wohlbekanntem diaplektischem Feldspat (Maskelynit) auch einen bisher in der Impaktforschung nicht beschriebenen Schockeffekt in Form von diaplektischem Muskovit.

3.7 Tüttensee und Umgebung: Messungen der Schwerkraft (Gravimetrie)

Messungen der Schwerkraft (Gravimetrie)und in seiner Umgebung haben eine ungewöhnliche Anomalie ergeben, die in einer breiten ringförmigen Zone erhöhter Schwere (relativ positive Anomalien) etwa konzentrisch zum Tüttensee besteht.[26] [27] [28] Die Impaktverfechter erklären die Anomalie durch eine Schockverdichtung der lockeren und äußerst porösen Gesteine, die im Untergrund beim Impakt anstanden.

3.8 Tüttensee und Schockeffekte: Planar deformation features [29] (PDFs)

Planar deformation features (PDFs), welche am Tüttensee vorgefunden und auch zur Konferenz "100 Jahre Tunguska" in Krasnoyarsk (2008) vorgestellt wurden [30], sind nach dem Stand der heutigen Wissenschaft ein eindeutiges Merkmal für das Auftreten von extrem hohen Drücken, wie sie bei Impakten entstehen.

Shatter Cones - Vergleich Tüttensee und Crooked Creek-Meteoritenkrater in Missouri(USA)

3.9 Tüttensee und Schockeffekte: Shattercones

Am Tüttensee bei Grabenstätt wurde im Bereich des Tüttensee-Ringwalles ein Stein mit klaren Shattercone-Strukturen aufgefunden.[31]

Shatter Cones gelten als Beweis für meteoritischen Impakt.

3.10 Tüttensee: "Glaziale Entstehung?" Untersuchung J. Gareis (1978)

Von Robert Huber wurde in seinem kritischen Blog zum Chiemgau Impakt ein Artikel[2] aus den 70er Jahren über den Tüttensee als Gegenargument eingebracht. "Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis für die Art des spätwürmzeitlichen Eisschwundes, Würzburger Geographische Arbeiten", J.Gareis 1978 (101 Seiten)[32] . Doch eine kritische Analyse des CIRT [33] zeigt auf, dass Gareis doch an der ein oder anderen Stelle des Tüttensees sehr vorsichtig mit einer Toteisgenese umging und eine "Glaziale Enstehung" sogar ausschloss.

3.11 Auswurfmassen (Ejekta)

Eine geologisch ungewöhnliche, bis zu 1 m mächtige Brekzienschicht, die mehr oder weniger stark ausgeprägt in Dutzenden von Schürfen um den Tüttensee erschlossen wurde, wird vom CIRT als Schleier von Auswurfmassen des Kraters gedeutet. [34] Außer zertrümmerten Geröllen eines bunten Spektrums alpiner Gesteine enthält die Schicht viel organisches Material (zersplittertes Holz, Holzkohle, Schilfreste, zerbrochene Knochen und Zähne, Haarbüschel) sowie archäologische Objekte aus Stein und Keramik. Das CIRT berichtet Schockeffekte in den Gesteinen der Schicht.[35] Ein ähnlicher Horizont, der bei einer archäologischen Ausgrabung in Chieming-Stöttham angeschnitten wurde, wird ebenfalls mit Auswurfmassen - hier des vermuteten Doppelkraters im Chiemsee - in Verbindung gebracht].[36]

Messwerte Kaltenbach-Krater. Nivellement und geophysikalische Magnetfeldmessungen am Krater Kaltenbach. Bild: CIRT

3.12 Geophysik

Ungewöhnliche magnetische Eigenschaften in Form eines deutlich anomalen Peaks der magnetischen Bodensuszeptibilität wurden zunächst im Norden des Streufeldes bei Altötting gefunden[37], dann aber auch vom CIRT in vergleichbarer Form in der Nähe des Tüttensees bei Marwang nachgewiesen, wo sie einen dünnen Horizont mit zerbrochenen Geröllen, schlackeartigem Glas und Kohlekügelchen markieren.[38]

Magnetfeldmessungen an Kratern geringerer Durchmesser belegen ein ungewöhnliches magnetisches Verhalten mit bisher ungeklärten gesteinsmagnetischen Eigenschaften, die vom CIRT als Folge möglicher thermischer Magnetisierung oder/und Schockmagnetisierung angesehen werden[39]

Der geologische Schurf im Jahre 2011 an einem Donnerloch bei Kienberg demonstriert den heftigen Schock von unten. a = die Perforation der Nagelfluhplatte; b = Intrusion von sandig-kiesigem Material; c = Aufwölbung der hangenden Schichten; d = aus der Nagelfluhplatte herausgebrochene und hochgedrückte Nagelfluhbrocken. Die helle, weißliche Schicht am unteren Bildrand ist die Nagelfluhschicht. Bild CIRT

3.13 Donnerlöcher von Kienberg und Umgebung: Plötzliche Erdfälle als Spätfolge von Schock-Liquefaktion

Bodeneinbrüche im Bereich von Kienberg und Umgebung, welche von den dortigen Bewohnern als "Donnerlöcher" bezeichnet wurden, gaben der Wissenschaft schon seit längerem Rätsel auf. Bodenkundler und Geologen konnten sich das Phänomen nicht erklären und so wurden diese schnell zu "Toteislöchern" deklariert (Interview von Kienberger Bürgermeister Hans Urbauer mit Radio Bayernwelle SüdOst). Nach neuen Untersuchungen des CIRT sind diese Einbrüche das Ergebnis von Bodenverflüssigungen welche durch die Schockwellen, ähnlich wie bei Erdbeben, entstanden sind. In dem beschriebenen Bereich gibt es Nagefluhschichten, welche von unten nach oben durchgedrückt wurden. Blöcke des Nagelfluhs mit mehreren hundert Kilo waren mehrere Meter in dem Untergrund nach oben gedrückt worden. In diesem Bereich gab es keine so schwerern Erdbeben welche ein solches Phänomen verursachen hätten können, somit bleibt nur die Erklärung der Bodenverflüssigung mit extrem hohem Druck. Dies konnte bei mehreren Grabungen mit tiefen von 4-6 Metern nachgewiesen werden und wurde auch in einem wissenschaftlichen Magazin des Springerverlags im "peer review" veröffentlicht.[40] Schlagzeilen in den Medien sorgte ein Donnerloch, welches am 15.10.2013 in einem Waldstück bei Kienberg - Sonnau von Pilzsuchern entdeckt wurde. Die Ausmaße: kreisrunde Öffnung mit ca. 1 Meter, Tiefe 7-8 Metern. Nach Geophysikalischen Messungen des CIRT vom 2.11.2013 ist dies allerdings nur die sichtbare Öffnung, das Donnerloch erstreckt sich unter der Erde über eine Länge von 7 Metern.[41]

3.14 Ungewöhnliches Material

Als weiteren Beleg für den Impakt präsentiert das CIRT verbreitet Funde von metallischen, Glas- und Kohlekügelchen (Sphärulen), akkretionärer Lapilli und fremdartigem Material in Form von Eisensiliziden[42], die bereits den ursprünglichen Entdeckern des Phänomens aufgefallen waren. Nach neuesten Untersuchungen[43] bestehen die Eisensilizide aus einer Mischung verschiedenster Eisen-Silizium-Verbindungen, neben vorherrschend Xifengit und Gupeiit auch Eisensilizide (vermutlich Hapkeit, das auf der Erde bisher nur von einem Mondmeteoriten bekannt ist).
Chiemgau Einschlag / Chiemgau Impakt: Khambraevite(grün) und Moissanit(orange) in einer Matrix aus verschiedenen Eisensiliziden. Probe aus dem Chiemgau-Impaktstreufeld.Quelle: www.chiemgau-impakt.de; Oxford Instruments (Dr. F. Bauer)

In der Matrix der Eisensilizide befinden sich Kristalle von Moissanit (Siliziumkarbid) des kubischen Kristallsystems und Kristalle von extrem reinem Titankarbid, ferner viele weitere Elemente, darunter Zirkon und Uran. Die Autoren schließen eine irdische Entstehung praktisch aus und favorisieren einen extraterrestrischen Ursprung. Verbreitet im Kraterstreufeld auftretende kohlige Substanzen bis hin zu glasähnlicher Kohle und graphithaltigen Partikeln werden als möglicher Ausdruck eines Kurzzeit Inkohlungsprozesses beschrieben, den der Impakt-Schock ausgelöst haben könnte. [3] Extremes Produkt einer solchen Inkohlung könnten Nanodiamanten in Karbonkügelchen aus einer Glasschicht eines Gerölls vom Krater 004 sein.[44][45]

3.14.1 Neue Befunde 2013 zu kosmischem Material (eine vermutlich neue Art von Meteoriten beim Chiemgau-Impakt)

Eisensilizide FE5 SI3, Mineral Xifengit, FE3Si, Mineral Gubeiit, und Fe2Si, Mineral Hapkeit, Karbide SiC, Mineral Moissanit, und (Ti,V,Fe)C, Mineral Khambraevit, CAIs (Calcium-Aluminum-Inclusions) Minerale Calciumaluminate CA2AI2O5 und CaAI2O4 als wesentliche Bestandteile in den metallischen Funden im Chiemgau-Impaktstreufeld. (Nachweis mit REM, TEM und EBSD durch Dr. F. Bauer Oxford Instruments GmbH NanoScience, Wiesbaden und Dr. M. Hiltl Carl Zeiss Microscopy GmbH, Oberkochen). Siehe Bild.

3.15 Neues Impakt-Gestein (Impaktit) im Kraterstreufeld - "Chiemit" (englisch: Chiemite)

Im Rahmen der "43rd Lunar and Planetary Science Conference (2012)" wurde eine Arbeit mit dem Titel "ENIGMATIC POORLY STRUCTURED CARBON SUBSTANCES FROM THE ALPINE FORELAND,SOUTHEAST GERMANY: EVIDENCE OF A COSMIC RELATION" [46] veröffentlicht. Der Chiemit besteht aus > 90% glasähnlichem Kohlenstoff mit Anteilen von O, S, Si, Al, Ni und submikroskopischen Einschlüssen von Ca, Cl, O, Mn, Cr, Fe, Na, Al, Si, P. Er ist eine Mischung aus amorphem Kohlenstoff und Kohlenstoff in Kettenbindung aus der Gruppe der Kohlenstoff-Carbine. Carbine sind Hochdruck-/Hochtemperatur-Bildungen des Kohlenstoffs: 40 – 60 Kilobar, 2500 – 4000 Grad. Der Chiemit hat keine bisher bekannte Beziehung zu einem natürlichen irdischen Material und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schock-Produkt. Zur Gruppe der Carbine gehört das Mineral Chaoit, eine Hochdruckmodifikation des Kohlenstoffs, die man zum ersten Mal in geschockten Gesteinen des Nördlinger Rieskraters entdeckt hat.

Dem Material wurde am 30.3.2012 der Name "Chiemit" verliehen.

3.16 Zeitstellung

Eine untere Grenze in der Datierung des Ereignisses wird von den Impaktforschern in die Bronzezeit gelegt, weil dem Impakt zugeordnete Katastrophenschichten entsprechende archäologische Objekte enthalten oder über bronzezeitlichen Siedlungsresten liegen. [47][48]. Dokumente aus der Römerzeit über Impaktbefunden, z.B. am Tüttensee, sowie verbreitet Siedlungsspuren aus der Latène-Zeit sollen eine obere zeitliche Marke für den Impakt festlegen, während das Zeitfenster dazwischen noch Raum für Diskussionen lässt[49].

4 Untersuchungen anderer, nicht dem CIRT angehörigen Forschergruppen

4.1 Arbeitsgruppe der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Eine Forschergruppe der Eberhard-Karls-Universität Tübingen hat im Bereich des Streufeldes eine "krateränhliche Struktur" untersucht. Die Struktur hat einen Durchmesser von ca. elf Metern. Auffällig waren deren Gesteine, welche Temperaturen von bis zu 1500 °C ausgesetzt gewesen sind. Fazit: Die Entstehung dieser Struktur durch einen Impakt sollte in Betracht gezogen werden, könne derzeit aber noch nicht bewiesen werden.

Veröffentlichung zum: 68th Annual Meteoritical Society Meeting (2005) im Original (Auszug)

Results: The investigated structure is a bowl-shaped, circular depression of 11 m rim-to-rim diameter in Holocene, glacial till beds. It has a pronounced rim wall of ca. 0.5 m height and a bottom ca. 0.5 m deeper than the surrounding. The crater wall consists of thermo-plastically deformed bed rocks indicating temperatures exceeding 1500°C throughout the whole crater wall of ca. 20 m diameter. XRD spectra indicate high temperature phases of quartz but no indication for shock metamorphism could be confirmed by microscopic observation. The GPR survey shows that the morphology of the crater walls continues into depths of several meters with strong reflections from the crater floor. Both magnetic surveys show strong magnetic anomalies associated with the thermally altered crater wall material. The magnetic susceptibility of the wall material is significantly higher than that of the surrounding. Magnetic mapping shows a strong magnetic anomaly, consisting of a large number of individual small-scale dipole-structures, probably representing strongly re-magnetized boulders from the glacial till beds. In the surrounding soil and in melt crusts of thermally altered bed rocks, spherules and inclusions of iron silicon [3] and carbon [4] materials could be found.
Interpretation: In contrast to previous interpretations, we have to conclude that the thermal effects and depth structure of the investigated object cannot be explained by glacial geology, by archaeology, by bombing, or by primitive industrial processes. The occurrence of FeSi materials indicates a high-energy, reducing environment [5]. Despite a positive proof at present, an impact-related origin of the investigated structure should be considered.
References: [1] F. Weber 1909. Die vorgeschichtlichen Denkmale des Königreiches Bayern, 1. Munich. [2] G. Doppler 1980. PhD thesis Univ. Munich. [3] D. Schryvers, B. Raeymaekers, 2004, Abstract #MS16.P13 13th European Microscopy Congress, Antwerp, Belgium. [4] W. Rösler et al. 2005. this issue. [5] A. A. Sheffer et al. 2003. Abstract #1467 Lunar and Planetary Science Conference.[50]

4.2 Möglicher verwandter Impakt im Saarland

Über einen möglichen sehr jungen Impakt im Saarland mit sehr ähnlichen Befunden, wie sie im Chiemgau angetroffen werden (polymikte Brekzien, Schmelzbrekzien, verglaste Gerölle, glas-ähnlicher Kohlenstoff, Spallations-Effekte, vermutetes meteoritisches Material, wahrscheinliche Schockeffekte) ist im Internet[51] und auf der Tagung der Meteoritical Society 2011[52] berichtet worden. Ein Zusammenhang mit dem Chiemgau-Impakt im Rahmen eines synchronen Einschlags aus einem großräumig zerlegten Impaktor (Komet, locker gebundener Asteroid) heraus wird diskutiert[53].

5 Die Kontroverse

5.1 Das Streufeld und die Krater

Gegner der Impakthypothese behaupten, dass ein solch großes Kraterstreufeld nach Computermodellierungen physikalisch nicht möglich sei und Meteorite für die Erzeugung kleiner Krater, wie sie im Chiemgau-Streufeld auftreten, die Erdatmosphäre nicht durchdringen würden. Die Forscher des CIRT halten dagegen, dass das Argument des viel zu großen Streufeldes für feste Stein- oder Eisenmeteorite gelten mag, aber nicht berücksichtigt, dass nach Modellierungen des CIRT der Impaktor ein Objekt sehr geringer Dichte mit vermutlich einer sehr lockeren Materialbindung gewesen sein muss.[54] Sie weisen das Argument der Gegner auch mit dem Verweis auf die großen Streufelder von Campo del Cielo und Bajada del Diablo[55] in Argentinien zurück, die sehr viel größer als die von den Gegnern modellierten Streufelder der Größenordnung 1 km sind und im Fall von Bajada del Diablo eine mit dem Chiemgau-Streufeld vergleichbare Ausdehnung besitzen.[56] Das Argument der Gegner, dass die Bildung solch kleiner Einschlagkrater nicht möglich sei, wurde bereits durch den aktuell beobachteten Steinmeteoriteneinschlag von Carancas (Peru) widerlegt[57], der einen Krater mit einem Durchmesser von ca. 13 m erzeugte und Schockeffekte im betroffenen Gestein hinterließ.

5.2 Gesteinsdeformationen und -korrosionen

Die von den CIRT-Forschern dem Impakt zugeschriebenen z.T. extremen Deformationen der Gerölle werden einer tektonischen Beanspruchung in den Alpen vor dem Transport mit Gletschern und Flüssen oder einer Auflast durch Gestein oder Eis zugeschrieben, die tiefgreifende Korrosion hingegen auf Verwitterung im Boden zurückgeführt[58][59]. Das CIRT argumentiert, dass die z. T. sehr fragilen und scharfkantigen Gerölle einen Transport mit Eis oder Wasser nicht mal kleinste Strecken überlebt hätten, sondern dass die Deformationen nur an Ort und Stelle entstehen konnten.[60] Ein Überlagerungsdruck durch Eis oder Gestein hätte riesige, völlig unrealistische Überlagerungsmächtigkeiten verlangt, um die Druckfestigkeit von Kalkstein, Dolomit oder Quarzit zu überschreiten.[61]

5.3 Schmelzgesteine und Gläser

Schmelzgesteine und Gläser werden von den Impakt-Gegnern ausnahmslos anthropogen erklärt und mit Verhüttungsprozessen oder Kalkbrennen in Verbindung gebracht[62]. Die Impaktbefürworter verweisen auf den Krater 004[63] mit 11 m Durchmesser im nördlichen Teil der Streuellipse bei Altötting/Burghausen, in dem reichlich Schmelzgesteine und Gläser auftreten, ohne dass es den geringsten Hinweis auf Erzverhüttung oder Merkmale von Kalkbrennöfen gibt. Ein den Krater umgebender Hof (Halo) von 20 m Durchmesser hat nach mineralogischen Untersuchungen Temperaturen von über 1500 °C erfahren[64][65], für die es keine Erklärung durch menschliche Tätigkeit gibt. In den bimsähnlichen Schmelzgesteinen zeigen mikroskopische Untersuchungen weder Partikel aus Eisen noch aus Erz, dafür aber Schockeffekte, die auch in angeschmolzenen Gesteinen des Kraters 004 nachgewiesen wurden[66]. Glassphärulen in dem Impakt zugeordneten Horizonten aus Zeiten vor der Industrialisierung schließen eine Anlieferung aus Hochöfen und anderen Anlagen aus. Die Ähnlichkeit von glasierten Geröllen, die heute in einem historischen Kalkbrennofen für Touristen produziert werden, mit verglasten Geröllen, die die Impaktforschern vorgelegen, ist nach Ansicht des CIRT ein Ausdruck von Konvergenz, dass nämlich ganz verschiedene Prozesse zu sehr ähnlichen Ergebnissen führen können[67]. Auch die Schockeffekte in glasierten Gesteinen lassen sich nicht mit dem Kalkbrennvorgang vereinbaren.

5.4 Tüttensee und Bohrung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (BLfU)

Tüttensee:Bohrung des LfU am "angeblichen Kesselboden" - Darstellung: Prof. Kord Ernstson
Tüttenseebohrung analog am Beispiel des Barringer Kraters - Darstellung: Prof. Kord Ernstson

Im August 2010 erregte eine Pressemitteilung des geologischen Dienstes am LfU (Bayerisches Landesamt für Umwelt) einiges Aufsehen mit folgender Textüberschrift: Neue Altersdaten: Kein “Kelten-Komet” im Chiemgau”. Die Pressemitteilung bezog sich auf eine Bohrung des LfU am Tüttensee, deren Bohrkerne mit der Radiokarbon-Methode datiert worden waren.

Der Leiter des geologischen Dienstes, Dr. Roland Eichhorn, berichtete von Proben von den Seeablagerungen am Kesselboden und wurde mit folgender Aussage wiedergegeben: In einem halben Meter Tiefe war das Moor bereits 4.800 Jahre alt, ganz unten 10.000 und die Seeablagerung darunter sogar 12.500.

Untersuchungen im benachbarten Chiemsee ergaben das gleiche Bild – wie im Tüttensee ruhige, ungestörte Seeablagerungen seit dem Ende der Eiszeit. Die Schlussfolgerung lautete, dass damit bewiesen sei, dass der Tüttensee ein Toteisloch sei und es niemals eine kosmische Katastrophe gegeben habe.

Gegen diese unglaubliche Darstellung erhob die Forschergruppe des CIRT sofort Einspruch, der Grund die verfälschende Behauptung, dass die datierten Proben am Kesselboden (des Tüttensees) entnommen wurden. Tatsächlich stand die Bohrung am Uferrand. Aber auch da kam sofort unser Einwand, dass die Bohrung dort mit Blick auf die in der Impaktforschung geltenden Erkenntnisse zur Meteoritenkrater-Bildung absolut deplaziert stand, um die Entstehung der Hohlform zu datieren.

Tüttensee:Altersdatierung des LfU - Darstellung: Prof. Kord Ernstson

Die Daten im Vergleich mit der Aussage von Gerhard Doppler, Erwin Geiss, Ernst Kroemer & Robert Traidl (übersetzt):

“Diese kontinuierliche und ungestörte Folge von Torf über Seesedimenten von 4800 bis 12 500 Jahre vor heute widerspricht klar der Existenz von Strukturen, die man bei einem 2500 Jahre alten Impakt-Krater erwarten sollte.”

Und genau hier liegt die eklatante Verfälschung durch die Geologen des Landesamtes, die in der Presseerklärung von Dr. Eichorn verkündet und von den Medien übernommen wurde sowie von den selbsternannten “Experten” und Gegnern des Impaktes bis heute immer wieder nachgeplappert wird: Der Befund der Bohrung sagt nichts anderes, als dass sie überhaupt erst ca. 2000 (!) Jahre VOR dem Impakt das erste Alter mit 4500 Jahren vor heute liefert.

Nicht nur dass – wie oben beschrieben – die Bohrung völlig deplaziert steht und die erbohrten Schichten vom Impakt praktisch nichts mitbekommen haben können, verschweigt sie völlig, was überhaupt in den letzten 4500 Jahren am Tüttensee passiert ist. Einen halben Meter von zersetztem, offenbar nicht datierbarem Torf trifft sie oben an. Ist genau DAS der dünne Horizont, der beim Chiemgau-Impakt sozusagen übrig geblieben ist? Datiert die Bohrung des LfU nicht geradezu perfekt ein nacheiszeitliches Ereignis am Tüttensee, das jünger als 4500 Jahre vor heute ist?

5.5 Schockeffekte (Schockmetamorphose)

Die vom CIRT nachgewiesenen Schockeffekte [68], insbesondere die in Form der planaren Deformationsstrukturen (PDF) als sicherer Nachweis von einem Meteoriteneinschlag [69], werden von den Gegnern in Zweifel gezogen oder ignoriert [70][71]. Ein vor kurzem am Tüttensee Krater gefundener Shattercone wird vom CIRT als weiterer Beweis für den Impakt aufgeführt.

Beide Erscheinungen gelten als eindeutige Beweise eines Impaktereignisses und stehen damit, vor allem im Bereich des Tüttensees als Widerspruch zum Ergebnis der Bohrung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

5.6 Auswurfmassen (Ejekta)

Die vom CIRT als Impakt-Auswurfmassen charakterisierte Brekzienschicht mit Schockeffekten beim Tüttensee[72] erscheint nicht im Schrifttum der Impaktgegner.

5.7 Regmaglypten auf Kalk- und Silikatgesteinen (Furchensteine)

Gegner der Impakthypothese wie die Geologen Dr. Darga und Dr. Huber erklären die regmaglyptischen Strukturen mit einer "Bioerosion" durch Bakterien, Algen und/oder Muscheln.

In dem Artikel "NEUE FURCHENSTEINE VOM CHIEMSEE – KEINE BAKTERIEN, KEINE ALGEN, KEINE MUSCHELN." von Prof. Dr. Kord Ernstson [73] sowie in den anderen der zitierten Beiträge wird auch dem Laien klar, dass die vom CIRT vorgestellten regmaglyptischen Gesteine nichts mit der "Bioerosion", wie von Dr. Darga und Dr. Huber vertreten, zu tun haben können. Die häufig pyramiden- oder kegelförmig skulptierten Gerölle mit z.T. sehr scharfkantig ausgebildeten, geometrisch an den Kegeln und Pyramiden orientierten Graten, die Stylolithen (Drucksuturen) folgende Erosion durch Schmelzen/Dekarbonisierung, die Hitzeanzeichen von Silexknollen in regmaglypischen Kalksteinen und gestriemte Oberflächen der Regmaglypten führen die Erklärung als Bildung von Organismen ad absurdum.

5.7.1 Furchensteine, Dr. Darga und die Medien

In der Sendung “Traumpfade – Rund um den Chiemsee” – des Bayerischen Rundfunks BR 3 vom 29.9.2013 wurden erneut die Furchensteine als Fraßobjekt von Organismen vorgestellt, diesmal nicht als Opfer von Cyanobakterien (“Blaualgen”) sondern als Beute von Muscheln. Vor laufender Kamera spontan abgetaucht ins Chiemsee-Wasser war Dr. Robert Darga und zurückgekehrt mit einem Furchenstein, besetzt von kleinen Muscheln (vermutlich die im Chiemsee wohlbekannte Wandermuschel Dreissena polymorpha). Und die wurden der Moderatorin als Verursacher der Furchen auf dem Kalkstein präsentiert. Und nach bekannter Manier wurden einmal mehr die Forschungen des CIRT (Chiemgau Impact Research Team) in schlimm verfälschender Form bemüht, als die Moderatorin dem Zuschauer gegenüber den Unsinn behauptete, das CIRT würde die Furchensteine als Meteorite deklarieren. Soviel zu den Medien und einer seriösen Moderation.

5.8 Geophysik

Auf die besonderen geophysikalischen Anomalien der magnetischen Bodensuszeptibilität an verschiedenen Stellen im Streufeld sowie der Gravimetrie am Tüttensee[74] gehen die Impaktgegner nicht ein.

5.9 Ungewöhnliches Material

Gezielt vom CIRT initiierte Nachforschungen nach möglichen industriellen Quellen für die ungewöhnlichen Eisensilizide haben ergeben, dass Xifengit und Gupeiit sich bei bestimmten Prozessen in Industrieöfen der Region bilden können, [75] , nachdem bereits eine frühe Untersuchung zum Schluss gekommen war, dass ein analysiertes Eisensilizidstück aus der Industrie stammen müsse[76]. Das CIRT argumentiert allerdings gegen die alleinige Herkunft der Eisensilizide aus der Industrie mit den vielen ungewöhnlichen Fundorten (tief in unberührten Bodenschichten, unter jahrhundertealten Bäumen, unter den Fundamenten der mittelalterlichen Burg in Burghausen, unter einem Münzschatz aus dem Mittelalter, auf Voralpenbergen in über 1000 m Höhe, in Torfmooren) die kaum mit menschlichen Aktivitäten in Einklang zu bringen sind.[77] Bestärkt wird diese Einschätzung durch neuste Untersuchungen der Elektronenmikroskopie (Raster- und Transmissions-Elektronenmikroskopie; REM, TEM), die für die untersuchten Eisensilizidproben einen industriellen Ursprung praktisch ausschließen und eine extraterrestrische Anlieferung für sehr wahrscheinlich halten[78], womit die Argumente der Gegner, die Eisensilizide würden alle aus der Industrie stammen, entkräftet werden.

5.10 Zeitstellung

Die Datierung des Impaktes und dieser selbst wird von Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) mit dem Verweis auf eine Bohrung am Tüttensee abgelehnt, die die eiszeitliche Entstehung des Sees belegen soll. Eine Radiokarbon-Datierung des Bohrkerns findet eine kontinuierliche Sequenz von Altersdaten über das Zeitintervall des von CIRT postulierten Impaktes hinweg. Daraus schließen die Geologen, dass dieser Einschlag nicht stattgefunden haben kann, da er die Schichten zerstört haben müsste.[79]. Die Impaktforscher weisen diese Interpretation zurück[80] und halten den Geologen den ungeeigneten Standort der Bohrung und des Kernziehens vor, der heutiges Standardwissen über Prozesse der Impakt-Kraterbildung und über Impaktgeologie[81] außer Acht lässt. Nach Rappenglück et al. war die erbohrte Schichtlagerung zu erwarten, was bereits von geophysikalischen Messungen und eigenen Bohrungen an einer vergleichbaren Stelle bekannt war und voll im Einklang mit der Schockabschwächung[82] bei einem Impakt steht.[83]

6 Meteoritischer Impakt im Experiment und der Tüttensee Krater

Um die immer noch vorhandene Unverständnis für meteoritsche Impaktvorgänge zu demonstrieren, wurde vom CIRT in Zusammenarbeit mit Werner Mehl[84] in einem Laborversuch der Einschlag simuliert und mit Hochgeschwindigkeitskameras festgehalten[85]. Damit lässt sich auch das Ergebnis der vom LfU durchgeführten Bohrung erklären, hier ein Auszug aus dem Dokument "Chiemgau-Einschlag: Impakt im Experiment"[86]:

"Aufschlussreich im Film zu sehen ist, wie bereits während des Wanderns des Ejekta-Vorhangs nach außen beachtliche Massen des gerade entstehenden Ringwalles wieder zurück in den sich noch vergrößernden Krater fließen. Genau das muss man sich auch beim Tüttensee-Krater vorstellen: Schon während und kurz nach der Kraterbildung bewegen sich große Massen des Ringwalles wieder zurück in die Hohlform und füllen diese teilweise wieder auf. Das ist etwas, was auch in den seismischen Messungen auf dem Tüttensee sehr schön zu sehen ist: keine wohlgeschichteten Sedimente unter dem Seeboden, wie sie von anderen Voralpenseen bekannt sind, sondern eine Fülle von sogenannten Diffraktionshyperbeln als Ausdruck von seismischen Beugungseffekten am Schutt der Wiederauffüllung. Dieses nicht berücksichtigte Zurückfließen des Tüttensee-Ringwalles hat ja auch die Geologen des LfU zu der irrigen Annahme und irreführenden Presseerklärung geführt, dass sie mit Ihrer Bohrung zur Datierung der Tüttensee-Sedimente innerhalb des Ringwalles “richtig liegen”"

7 Weitere Informationsquellen vor Ort

7.1 Impakt-Museum und Wanderweg

Grabenstätt am Chiemsee: In der Schlossökonomie in Grabenstätt ist ein kleines Museum zum Chiemgau-Impakt eingerichtet worden, das durch einen beschilderten "Kometen-Wanderweg" um den Tüttensee ergänzt wird.

Viruteller Rundgang durch das Museum (Schautafeln und Panorama) [87]

Chieming am Chiemsee: Im Heimathaus der Gemeinde Chieming ist seit Ende 2009 eine kleine Dauerausstellung zum Chiemgau-Impakt in Form einer Vitrine und Infotafel installiert.[88]

8 Finanzierungen

8.1 CIRT

Die Forschungsarbeit des CIRT finanziert sich aus Eigenleistung und dem Förderverein "Chiemgau-Impakt e.V.". Öffentliche Mittel wurden mit Ausnahme einzelner Datierungen und Unterstützung bei der Einrichtung der Ausstellung Grabenstätt nicht verwendet, das CIRT wird wohlwollend von den verschiedentsten Firmen und Instituten unterstützt. Hier zum Beispiel: Carl Zeiss SMT - Nano Technology Systems[89] in Oberkochen, Oxford Instruments GmbH NanoScience[90] in Wiesbaden, Labor für Diamant-Mineralogie, Geologisches Institut, Komi-Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Syktyvkar, GeoLogik Software GmbH, Eijkelkamp, ZH Instruments...

9 Wissenschaftliche Publikationen (Stand:12.07.2014 - 25 Veröffentlichungen)

Das CIRT betreibt eigene Webseiten in deutscher und englischer Sprache und hat in den Jahren seiner Existenz die Ergebnisse der Forschungen zum Chiemgau-Impakt bei internationalen Kongressen und in internationalen Peer-Review-Zeitschriften veröffentlicht. (Zum sortieren der Tabelle auf die Pfeile in der Kopfleiste/Spalten klicken)

Autor Publikation Link Veröffentlichung Präsenz auf internationalen Konferenzen Peer reviewed Artikel
Michael A. Rappenglück (InfIS), Frank Bauer (Oxford Instruments GmbH NanoScience), Kord Ernstson (CIRT), Michael Hiltl (Carl Zeiss Microscopy GmbH), Meteorite impact on a micrometer scale: iron silicide, carbide and CAI minerals from the Chiemgau impact event (Germany) Yushkin Memorial Seminar–2014 - Syktyvkar, ... Academician N. P. Yushkin ― Problems and perspectives of modern mineralogy Abstract Poster 2014 X
K.Ernstson (Faculty of Philosophy I,University of Würzburg,), M.Hiltl(Carl Zeiss Microscopy GmbH), A.Neugebauer (Institute for Interdisciplinary Studies), MICROTEKTITE-LIKE GLASSES FROM THE NORTHERN CALCAREOUS ALPS (SOUTHEAST GERMANY): EVIDENCE OF A PROXIMAL IMPACT EJECTA ORIGIN. 45. Lunar and Planetary Science Conference (LPSC), 17. – 21. März 2014, The Woodlands, Texas, USA Abstract 2014 X
Ernstson, K., Müller, W., Neumair, A. (2013) The proposed Nalbach (Saarland, Germany) impact site: is it a companion to the Chiemgau (Southeast Bavaria, Germany) impact strewn field? – 76th Annual Meteoritical Society Meeting, Meteoritics & Planetary Science, Volume 48, Issue s1, Abstract #5058 - “Meteoritics & Planetary Science, Volume 48″ Abstract 2013 X
Neumair, A., Ernstson, K. (2013) Peculiar Holocene soil layers: evidence of possible distal ejecta deposits in the Chiemgau region, Southeast Germany – 76th Annual Meteoritical Society Meeting, Meteoritics & Planetary Science, Volume 48, Issue s1, Abstract #5057 - “Meteoritics & Planetary Science, Volume 48″ Abstract 2013 X
Bauer, F. Hiltl, M., Rappenglück, M.A., Neumair, A., K. Ernstson, K. (2013) Fe2Si (Hapkeite) from the subsoil in the alpine foreland (Southeast Germany): is it associated with an impact? – 76th Annual Meteoritical Society Meeting, Meteoritics & Planetary Science, Volume 48, Issue s1, Abstract #5056 - “Meteoritics & Planetary Science, Volume 48″ Abstract 2013 X
Rappenglück, M.A., Bauer, F. Hiltl, M., Neumair, A., K. Ernstson, K. (2013) Calcium-Aluminium-rich Inclusions (CAIs) in iron silicide matter (Xifengite, Gupeiite, Hapkeite): evidence of a cosmic origin – 76th Annual Meteoritical Society Meeting, Meteoritics & Planetary Science, Volume 48, Issue s1, Abstract #5055 - “Meteoritics & Planetary Science, Volume 48″ Abstract 2013 X
K. Ernstson, T.G. Shumilova, S.I. Isaenko, A. Neumair, M.A. Rappenglück From biomass to glassy carbon and carbynes: Evidence of possible meteorite impact shock coalification and carbonization. Yushkin Memorial Seminar 2013, Russian Academy of Sciences Institute of Geology, Komi Science Center UB RAS, Russian Mineralogical Society: Modern Problems of Theoretical, Experimental and Applied Mineralogy [4] 2013 X
K. Ernstson, C. Sideris, I. Liritzis, A. Neumair The Chiemgau Meteorite Impact Signature of the Stöttham Archaeological Site (Southeast Germany).Mediterranean Archaeology and Archaeometry, Vol. 12, pp. 249-259, 2013 2013 X
T.G. Shumilova, B.A.Makeev;K. Ernstson, A. Neumair and M.A. Rappenglück;Institute of Geology, Komi SC, Russian Academy of Sciences, Pervomayskaya st. 54, Syktyvkar, 167982 Russia, shumilova@geo.komisc.ru, Faculty of Philosophy I, University of Würzburg, D-97074 Würzburg, Germany, kernstson@ernstson.de, Institute for Interdisciplinary Studies, D-82205 Gilching, Germany, mr@infis.org ENIGMATIC POORLY STRUCTURED CARBON SUBSTANCES FROM THE ALPINE FORELAND,SOUTHEAST GERMANY: EVIDENCE OF A COSMIC RELATION. 43. Lunar and Planetary Science Conference (LPSC), 19. – 23. März 2012, The Woodlands, Texas, USA [5] 2012 X
Barbara Rappenglück, Kord Ernstson, Ioannis Liritzis, Werner Mayer, Andreas Neumair, Michael Rappenglück and Dirk Sudhaus A prehistoric meteorite impact in Southeast Bavaria (Germany): tracing its cultural implications, 34th International Geological Congress, 5-10 August 2012 – Brisbane, Australien [6] 2012 X
K. Ernstson, C. Sideris, I. Liritzis, A. Neumair THE CHIEMGAU METEORITE IMPACT SIGNATURE OF THE STÖTTHAM ARCHAEOLOGICAL SITE (SOUTHEAST GERMANY, in Mediterranean Archaeology and Archaeometry, Vol. 12, No 2, pp. 249-259 (Received:7/8/2012 Accepted: 25/10/2012) Abstract[7] 2012 X
S. Isaenko, T. Shumilova, K. Ernstson, S. Shevchuk, A. Neumair, and M. Rappenglück Carbynes and DLC in naturally occurring carbon matter from the Alpine Foreland, South-East Germany: Evidence of a probable new impactite, “First European Mineralogical Conference 2-6 September 2012 – Frankfurt, Germany” [8] 2012 X
Barbara Rappenglück, Michael A. Rappenglück, Kord Ernstson, Werner Mayer, Andreas Neumair, Dirk Sudhaus and Ioannis Liritzis Reply to Doppler et al.'Response to “The fall of Phaethon: a Greco-Roman geomyth preserves the memory of a meteorite impact in Bavaria (south-east Germany) (Antiquity 84)”’. - Antiquity 85, 2011, 278-280. [9] 2011
Kord Ernstson, Werner Mayer, Andreas Neumair und Dirk Sudhaus The sinkhole enigma in the alpine foreland, Southeast Germany: Evidence of impact-induced rock liquefaction processes. Central European Journal of Geosciences [10] 2011 X
M. Hiltl(1), F. Bauer(2), K. Ernstson(3), W. Mayer(4), A. Neumair(4), and M.A. Rappenglück(4) (1) Carl Zeiss Nano Technology Systems GmbH, Oberkochen, Germany, (2) Oxford Instruments GmbH NanoScience, Wiesbaden, Germany, (3) University of Würzburg, Germany, (4) Institute for Interdisciplinary Studies, Gilching, Germany SEM and TEM analyses of minerals xifengite, gupeiite, Fe2Si (hapkeite?), titanium carbide (TiC) and cubic moissanite (SiC) from the subsoil in the Alpine Foreland: Are they cosmochemical? 42nd Lunar and Planetary Science Conference (2011) [11] 2011 X
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M. Hiltl, F. Bauer, K. Ernstson, W. Mayer, A. Neumair, and M.A. Rappenglück (2011) SEM and TEM analyses of minerals xifengite, gupeiite, Fe2Si (hapkeite?), titanium carbide (TiC) and cubic moissanite (SiC) from the subsoil in the Alpine Foreland: Are they cosmochemical? - 42nd Lunar and Planetary Science Conference (2011), 1391.pdf [14] 2011 X
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Michael A. Rappenglück & Kord Ernstson The Chiemgau crater strewn field (Southeast Bavaria, Germany): Evidence of a Holocene large impact event. – International Conference “100 years since Tunguska phenomenon: Past, present and future”. – June 26 – 28, 2008, Moscow (Russia). [18] 2008 X
Kord Ernstson & Michael A. Rappenglück The Chiemgau crater strewnfield: Evidence of a Holocene large impact event in Southeast Bavaria, Germany. – International Scientific Conference “100 Years of the Tunguska Event”. – June 30 – July 6, 2008, Krasnoyarsk (Russia). [19] 2008 X
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Barbara and Michael Rappenglück (2006) Does the myth of Phaethon reflect an impact? – Revising the fall of Phaethon and considering a possible relation to the Chiemgau Impact. - Mediterranean Archaeology and Archaeometry, Proceedings of the International Conference on Archaeoastronomy, SEAC 14th 2006, “Ancient watching of cosmic space and observation of astronomical phenomena”, Vol. 6, No. 3 (2006), 101-109. 2006 X

10 Weblinks

11 Literatur

  • Astronomy – online-journal: Did the Celts see a comet impact in 200 B.C.?
  • Chiemgau Impact webpage
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  • Das Buch: Ernstson, K. (2010): "Der Chiemgau-Impakt. Ein bayerisches Meteoritenkraterfeld." Traunstein.
  • Ernstson, K., Mayer, W., Neumair, A., Rappenglück, B., Rappenglück, M.A., Sudhaus, D., Zeller, K.W. 2010: The Chiemgau crater strewn field: evidence of a Holocene Large Impact in Southeast Bavaria, Germany. In: Journal of Siberian Federal University. Engineering & Technologies 3.1, 72-103. http://elib.sfu-kras.ru/bitstream/2311/1631/1/04_.pdf
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  • Hiltl., M. Bauer, F., Ernstson, K., Mayer, W., Neumair, A., Rappenglück, M. A. (2011): SEM and TEM analyses of minerals xifengite, gupeiite, Fe2Si (hapkeite?), titanium carbide (TiC) and cubic moissanite (SiC) from the subsoil in the Alpine Foreland: Are they cosmochemical? In: 42nd Lunar and Planetary Science Conference, abstract #1391 http://www.lpi.usra.edu/meetings/lpsc2011/pdf/1391.pdf
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  • Hoffmann, V., Torii, M., Funaki, M. 2006b: Peculiar Magnetic signature of Fe-Silicide phases and Diamond/Fullerene containing Carbon Spherules. In: Travaux Geophysiques XXVII, 52-53. http://rebel.ig.cas.cz/Castle2006/Abstracts.pdf
  • Huber, R. & Götz, S - Die Chiemsee Furchensteine, wie aus Bioerosion eine Katastrophe wird.www.scribd.com
  • Liritzis, I., Zacharias, N., Polymeris, G. S., Kitis, G., Ernstson, K., Sudhaus, D., Neumair, A., Mayer, W., Rappenglück, M. A., Rappenglück, B. 2011: The Chiemgau Meteorite Impact And Tsunami Event (Southeast Germany): First OSL-Dating. In: Mediterranean Archaeology and Archaeometry 10.4, 17-33. http://www.rhodes.aegean.gr/maa_journal/3_Liritzis et al.pdf
  • Melosh, H. J. 1989: Impact cratering: A geologic process. New York.
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  • Schryvers, D./Raeymakers, B. 2005: EM characterisation of a potential meteorite sample. In: Proceedings of EMC 2004 2, 859-860. http://www.chiemgau-impact.com/artikel1.html
  • Stöffler, D./Langenhorst, F. 1994: Shock metamorphism of quartz in nature and experiment: I. Basic observation and theory. In: Meteoritics 29, 188-181.
  • Tancredi, G. et al. 2008: The Carancas crater and meteorite fall: The first recorded impact on earth http://www.lpi.usra.edu/meetings/acm2008/pdf/8260.pdf
  • Yang, Z. Q., Verbeeck, J., Schryvers, D., Tarcea, N., Popp, J., Rösler, W. 2008: TEM and Raman characterisation of diamond micro- and nanostructures in carbon spherules from upper soils. In: Diamond & Related Materials 17, 937-943. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0925963508001362


12 Wenn dann den Kritikern die Argumente ausgehen...

... wird das Chiemgau Impact Research Team (CIRT) zu "Einzelne Amateurforscher" im Chiemgau-Einschlag (Gegenartikel) herabgewertet, wenn man sich den Forschungsumfang und die Zusammensetzung des CIRT ansieht, klar das müssen Amateure sein.
... wird ein Blog eingerichtet, "hoch wissenschaftlich" von Hans Lauterbach[91]
... und ein "Fachartikel" zu den Schwimmsteinen in einem Blog von Robert Huber[92]
... und ein "Kraterfund" dokumentiert im Blog von Robert Huber[93]
... als pseudowissenschaftliche Forschung abgetan

12.1 Wolf Uwe Reimold und Christian Koeberl - Der Chiemgau-Impakt und Afrika (The Chiemgau impact and Africa)

Die Autoren Reimold und Koeberl zitieren aus der Literatur einen einzig existierenden Artikel von Dieter Heinlein aus dem Jahr 2009, auf den sie sich als Beleg für fehlende Impaktbefunde beziehen. Eigene Untersuchungsergebnisse legen sie nicht vor. Der Autor Dieter Heinlein des betreffenden Artikels, der in deutscher Sprache und in einer kaum zugänglichen deutsche Zeitschrift für Hobby-Astronomen und Sternfreunde erschienen ist, hat kein wissenschaftliches Studium absolviert und niemals über irgendein Impakt-Thema wissenschaftlich gearbeitet, ebenso nicht über Eiszeitgeologie. Diesen Autor und seinen ausnehmend dürftigen Beitrag als einziges Gegenargument zur Existenz des Chiemgau-Impaktes zu bemühen, kann nur als peinlich bezeichnet werden.
Machen Sie sich selbst ein Bild davon.[94]

13 Einzelnachweise

  1. Chiemgau Impakt
  2. Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Umwelt: Neue Altersdaten: Kein Kelten-Komet im Chiemgau
  3. Streit um Meteoritenkrater im Chiemgau - Erwiderung des Chiemgau Impact ResearchTeams auf die Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, A.Neumair
  4. DER TÜTTENSEE-METEORITENKRATER, GEOPHYSIK SOWIE DIE BOHRUNGEN UND DIE RADIOKARBON-DATIERUNG DES LFU, K.Ernstson
  5. Aktuelle Forschungen in bayerischen Seen, Tobias Pflederer et al. 2001: 25
  6. Fehr et al. 2005
  7. Hoffmann et al. 2005
  8. Schryvers/Rayemaekers 2005
  9. Rösler et. al. 2006
  10. Fehr et al. 2004
  11. Fehr et al. 2005: 192
  12. Ernstson et al. 2010
  13. Ernstson et al. 2010: 88-91
  14. Rappenglück et al. 2011: 430
  15. Schock Spallationen Ernstson et al. 2010: 77f.
  16. Ernstson et al. 2010: 79f.
  17. Rösler et al. 2006
  18. Hoffmann et al. 2005
  19. Regmaglypten auf Kalkstein-Geröllen: Hinweis auf Karbonatschmelze im Chiemgau-Impakt; K.Ernstson
  20. Neue Beobachtungen zu den Furchensteinen vom Chiemsee; K.Ernstson
  21. Regmaglypts on clasts from the Puerto Mínguez ejecta, Azuara multiple impact event (Spain)by Ferran Claudin & Kord Ernstson
  22. Bims als Impaktgestein (Impaktit), K.Ernstons et al. 2012
  23. Stöffler/Langenhorst 1989
  24. NASA Lunar Petrographic Educational Thin Section Set C Meyer - 2003
  25. Chiemgau-Impakt: Petrographie und Geochemie von Geröllen mit Deformationsmerkmalen und starker thermischer Beanspruchung aus dem nördlichen Bereich des Impakt-Areals, U.Schüssler
  26. Ernstson et al. 2010: 90f.
  27. Gravimetrische Untersuchung Tüttensee, K.Ernstson et. al.
  28. Gravity survey of the Holocene Lake Tüttensee meteorite crater, K.Ernstson et. al.
  29. Planar deformation features
  30. Chiemgau-Impact-Strewn-Field Krasnoyarsk-2008 K.Ernstson et al.
  31. Shattercones vom Tüttensee-Krater (Chiemgau-Impakt) K.Ernstson
  32. Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis für die Art des spätwürmzeitlichen Eisschwundes, Würzburger Geographische Arbeiten", J.Gareis 1978 S:68 mit Fußnote 111
  33. GAREIS UND GARAUS: TÜTTENSEE UND TOTEIS – ANALYSE EINER BEARBEITUNG AUS HEUTIGER SICHT (CIRT, OKTOBER 2010)
  34. Ernstson et al. 2010: 89f.
  35. Ernstson et al. 2010: 82f.
  36. Liritzis et al. 2010
  37. Hoffmann et al. 2006
  38. Ernstson et al. 2010: 83f.
  39. AGU San Francisco 2011, Geomagnetic and morphological signature of small craters,2011 A.Neumayr & K.Ernstson
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  41. CIRT: Die Donnerlöcher von Kienberg und das Landesamt für Umwelt (LfU), geologischer Dienst
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  45. Yang et al. 2008
  46. T.G. Shumilova, B.A.Makeev;K. Ernstson, A. Neumair and M.A. Rappenglück;Institute of Geology, Komi SC, Russian Academy of Sciences, Pervomayskaya st. 54, Syktyvkar, 167982 Russia, shumilova@geo.komisc.ru, Faculty of Philosophy I, University of Würzburg, D-97074 Würzburg, Germany, kernstson@ernstson.de, Institute for Interdisciplinary Studies, D-82205 Gilching, Germany, mr@infis.org.
  47. Rappenglück et al. 2011: 436
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  50. CHARACTERIZATION OF A SMALL CRATER-LIKE STRUCTURE IN SE BAVARIA, GERMANY V. Hoffmann1, W. Rösler1, A. Patzelt2, B. Raeymaekers3, P. Van Espen4 1Institute for Geosciences, University of Tübingen, Sigwartstr. 10, D-72076 Tübingen, Germany. wolfgang.roesler @uni-tuebingen.de. 2Terrana Geophysik, Zeppelinstr. 15 D-72116 Mössingen, Germany. 3Infraserv Gendorf, D-84504 Burgkirchen, Germany. 4Department of Chemistry, University of Antwerp, Universiteitsplein 1, B-2610 Antwerp, Belgium.
  51. Ein möglicher Meteoritenkrater im Saarland, Werner Müller
  52. A POSSIBLE NEW IMPACT SITE NEAR NALBACH (SAARLAND, GERMANY), 2011, E. Buchner,W. Müller and M Schmieder
  53. Der Chiemgau-Impakt – auch im Saarland? K.Ernstson et al.
  54. Ernstson et al. 2010: 94-95
  55. Acevedo et al. 2009
  56. Ernstson et al. 2010: 96f.
  57. Tancredi et al. 2008
  58. Doppler/Geiss 2005
  59. Doppler et al. 2011: 275
  60. Ernstson et al. 2010: 77f.
  61. Rappenglück et al. 2011: 279
  62. Doppler/Geiss 2005
  63. Ernstson et al. 2010: 92f.
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  69. Stöffler Langenhorst
  70. Antiquity
  71. Darga-Buch
  72. Ernstson et al. 2010: 89f.
  73. NEUE FURCHENSTEINE VOM CHIEMSEE – KEINE BAKTERIEN, KEINE ALGEN, KEINE MUSCHELN; K.Ernstson
  74. Ernstson et al. 2010: 90f.
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  76. Fehr et al. 2004
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  80. Rappenglück et al. 2011
  81. Melosh 1989
  82. Melosh 1989
  83. Rappenglück et al. 2011: 279
  84. Werner Mehl, Meßtechnik und Hochgeschwindigkeit Kameras
  85. Video zur Simulation eines meteoritschen Einschlags, (2012) K.Ernstson, W.Mehl
  86. Chiemgau-Einschlag: Impakt im Experiment (mit Video), (2012) K.Ernstson, Werner Mehl
  87. Viruteller Rundgang durch das Museum (Schautafeln und Panorama)
  88. Infotafel zur Ausstellung Chieming, K.Ernstson, Heimathaus e.V.
  89. Unterstützung Carl Zeiss SMT
  90. Unterstützung Oxford Instruments GmbH
  91. Chiemgau-Impakt Infos von Hans Lauterbach, alias Rimbao, alias Rotznase
  92. "Schwimmsteine im Märchenpark" im Blog von Rober Huber
  93. "Mein Krater" im Blog von Rober Huber
  94. "Der Chiemgau-Impakt und Afrika (The Chiemgau impact and Africa)" von Kord Ernstson (April 2014)

14 Andere Lexika

in der Wikipedia

im Regiowiki Niederbayern&Altötting