Chanukkia

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Chanukka-Leuchter in einem Privathaushalt
Die Chanukkia (hebr. חַנֻכִּיָּה) - Plural Chanukkiot - ist ein acht- bzw. neunarmiger Leuchter, der zum jüdischen Chanukkafest daheim entzündet wird. Die siebenarmige allgemein als Symbol des Judentums geltende Menora wird dagegen nur in der Synagoge verwendet und ist nicht identisch mit der Chanukkia. Das neunte Licht, genannt Schammasch (Diener) hat nur den Zweck die anderen Lichter zu entzünden. Ein Chanukkia-Licht darf dabei nicht durch ein anderes bereits brennendes Licht entzündet werden. Der Schammasch ist etwas höher als die anderen acht Lichter angebracht. Diese Regel folgt einer Anordnung der Rabbinen, die besagt, dass jeder der seinen Mitmenschen einen Dienst erweise sich über diesen erhebe. [1] Das Entzünden der Lichter ist ähnlich wie beim christlichen Adventskranz geregelt. Am ersten Abend wird nur ein Licht entzündet, am zweiten zwei Lichter, bis am achten Abend alle Lichter enzündet sind. Chanukkiot gibt es in nahezu allen Formen und Materialien wie z.B. Metall, Keramik oder Holz. Es gibt sie als Öllampe wie auch als Kerzenständer in den Stilistiken von traditionell bis modern. [2]
Silberner Chanukkah-Leuchter zum an die Wand hängen im Stadtmuseum Bühl
Die Chanukkia sollte möglichst vor dem Hauseingang oder (außer in Zeiten der Verfolgung) sichtbar im Fenster stehen. [3] Die Reihenfolge in der man die Lichter anzündet ist nicht beliebig. Man zündet das erste Licht auf der rechten Seite am ersten Abend an, und fügt am zweiten Abend das Licht links davon hinzu. So fährt man bis zum achten Licht fort. Als erstes wird aber immer das neu hinzugefügte Licht angezündet, also von links nach rechts die Lichter entzünden. In ärmeren jüdischen Familien wurde früher anstelle einer kostbaren Chanukkia auch das billigere Chanje-Eisen benutzt. [4] Es gibt bei der Chanukkia auch Variationen in der Bauweise, wie bsp. Chanukkia-Leuchter zum an die Wand hängen. Die mit 10 Metern Höhe europaweit größte Chanukkia wurde im Jahr 2013 in Berlin vor dem Brandenburger Tor installiert. [5]

1 Siehe auch

2 Einzelnachweise

  1. Alfred Paffenholz: Was macht der Rabbi den ganzen Tag?, Patmos-Verlag, Düsseldorf, 1. Aufl., 1995, S. 105
  2. Susanne Galley: Das jüdische Jahr - Feste, Gedenk- und Feiertage, C.H. Beck, München, 2003, 109 und 110
  3. Christine Müller: Zur Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland, Waxmann Verlag, GmbH, Münster, 2007, S. 337
  4. Hans Peter Althaus: Chuzpe, Schmus & Tacheles - jiddische Wortgeschichten, C. H. Beck, 2. Aufl., München, 2006, S. 29
  5. [[1]]

3 Andere Lexika