Antisemitismuskeule: Unterschied zwischen den Versionen

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Solche Instrumentalisierung der Antisemitismus-Vergleiche zur Verteidigung des Islam wird abermals auch durch Juden wie [[Henryk M. Broder]] entschieden abgelehnt. <ref>[http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5828140/Sind-Muslime-die-Juden-von-heute.html Sind Muslime die Juden von heute?]</ref>.
 
Solche Instrumentalisierung der Antisemitismus-Vergleiche zur Verteidigung des Islam wird abermals auch durch Juden wie [[Henryk M. Broder]] entschieden abgelehnt. <ref>[http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5828140/Sind-Muslime-die-Juden-von-heute.html Sind Muslime die Juden von heute?]</ref>.
  
== Beispiel A ==
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== Beispiel "Gerhard Wisnewski" ==
  
 
Die ''Antisemitismuskeule'' wird in Fernsehdiskussionen gerne zur Diffamierung des Kontrahenten und zur Unterhaltung des Publikums eingesetzt. So warf [[Gerald Karner]] in einer [[ORF]]-Talkrunde vom 9. September 2009 [[Gerhard Wisnewski]] Antisemitismus vor. <ref>[http://www.mosaik911.de/der_unsachliche_orf-talk.html ''Ein ‘Nicht-Verschwörungstheoretiker’ in Aktion'' auf www.mosaik911.de]</ref> <ref>[http://www.youtube.com/watch?v=_roDWQzQk-8 Antisemitismuskeule in einer Fernsehdiskussion des ORF]</ref>
 
Die ''Antisemitismuskeule'' wird in Fernsehdiskussionen gerne zur Diffamierung des Kontrahenten und zur Unterhaltung des Publikums eingesetzt. So warf [[Gerald Karner]] in einer [[ORF]]-Talkrunde vom 9. September 2009 [[Gerhard Wisnewski]] Antisemitismus vor. <ref>[http://www.mosaik911.de/der_unsachliche_orf-talk.html ''Ein ‘Nicht-Verschwörungstheoretiker’ in Aktion'' auf www.mosaik911.de]</ref> <ref>[http://www.youtube.com/watch?v=_roDWQzQk-8 Antisemitismuskeule in einer Fernsehdiskussion des ORF]</ref>
  
== Beispiel B ==
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== Beispiel "Alexander Solschenizyn" ==
  
 
Im Feuilleton der [[FAZ]] vom 8. Juni 2002 unter der Überschrift "''Der erste Kreis des Antisemitismus''" schwang der Leitungsfunktionär der ''Zionistischen Organisation in Deutschland (ZOD)'', [[Arno Lustiger]], die ''Antisemitismuskeule'' gegen den Literaturobelpreisträger [[Alexander Solschenizyn]]. <ref>[http://diki.cwahi.net/keulecontraalex.htm Wolfgang Strauss: Antisemitismuskeule contra Solschenizyn]</ref>
 
Im Feuilleton der [[FAZ]] vom 8. Juni 2002 unter der Überschrift "''Der erste Kreis des Antisemitismus''" schwang der Leitungsfunktionär der ''Zionistischen Organisation in Deutschland (ZOD)'', [[Arno Lustiger]], die ''Antisemitismuskeule'' gegen den Literaturobelpreisträger [[Alexander Solschenizyn]]. <ref>[http://diki.cwahi.net/keulecontraalex.htm Wolfgang Strauss: Antisemitismuskeule contra Solschenizyn]</ref>
  
== Beispiel C ==
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== Beispiel aus der Wikipedia ==
  
 
Ein exemplarisches Beispiel von vielen für den virtuosen Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' im virtuellen Raum ist folgender Diskussionsverlauf aus der deutschsprachigen [[Wikipedia]]:
 
Ein exemplarisches Beispiel von vielen für den virtuosen Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' im virtuellen Raum ist folgender Diskussionsverlauf aus der deutschsprachigen [[Wikipedia]]:
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* Fazit dieser Diskussion auf üblich hohem Wikipedianiveau ist am Ende, dass ''Benutzer M'' für den dreimaligen Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' keine Konsequenzen bzw. Sanktionen wie z.B. Verwarnungen oder Benutzersperren hinzunehmen hat. ''Benutzer A'' dagegen wird für seine Beleidigung gegen ''Benutzer M'' für einen Tag gesperrt.<ref>[http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Anton-Josef Eintagessperre von ''Benutzer A'']</ref> Die Administratoren der Wikipedia tolerieren also damit den Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' und fördern ihren Einsatz auch in zukünftigen Diskussionen.
 
* Fazit dieser Diskussion auf üblich hohem Wikipedianiveau ist am Ende, dass ''Benutzer M'' für den dreimaligen Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' keine Konsequenzen bzw. Sanktionen wie z.B. Verwarnungen oder Benutzersperren hinzunehmen hat. ''Benutzer A'' dagegen wird für seine Beleidigung gegen ''Benutzer M'' für einen Tag gesperrt.<ref>[http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Anton-Josef Eintagessperre von ''Benutzer A'']</ref> Die Administratoren der Wikipedia tolerieren also damit den Einsatz der ''Antisemitismuskeule'' und fördern ihren Einsatz auch in zukünftigen Diskussionen.
  
== Beispiel D ==
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== Beispiel "Jamanl Karsli" ==
  
 
In der Auseinandersetzung um Äußerungen des Grünen-Abgeordneten [[Jamal Karsli]] setzten z.B. Michel Friedman und [[Paul Spiegel]] nach Einschätzung des [[Holocaust]]überlebenden Dr. Hajo G. Meyer die ''Antisemitismuskeule'' ein:
 
In der Auseinandersetzung um Äußerungen des Grünen-Abgeordneten [[Jamal Karsli]] setzten z.B. Michel Friedman und [[Paul Spiegel]] nach Einschätzung des [[Holocaust]]überlebenden Dr. Hajo G. Meyer die ''Antisemitismuskeule'' ein:
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:''"Die Art, wie die zwei genannten Herren, respective vize-Vorsitzender und Vorsitzender des „Zentralrats der Juden in Deutschland“ ihre Beschuldigungen meinen begründen zu können ist in meinen Augen ein Grundkurs in dem Fach: Wie verteidige ich jegliche Entgleisung der Regierung von Israel in Sachen Menschlichkeit, Diskriminierung und militärischem Verhalten, durch Missbrauch der Gift tragenden Antisemitismus-Keule."'' <ref>[http://www.karsli.net/?p=88 Ein Deutsch-gebürtiger Auschwitz Überlebender über den Missbrauch der Antisemitismus-Keule anlässlich der Klage von Jamal Karsli MdL. gegen die Herren Friedman und Spiegel / Dr. Hajo G. Meyer]</ref>
 
:''"Die Art, wie die zwei genannten Herren, respective vize-Vorsitzender und Vorsitzender des „Zentralrats der Juden in Deutschland“ ihre Beschuldigungen meinen begründen zu können ist in meinen Augen ein Grundkurs in dem Fach: Wie verteidige ich jegliche Entgleisung der Regierung von Israel in Sachen Menschlichkeit, Diskriminierung und militärischem Verhalten, durch Missbrauch der Gift tragenden Antisemitismus-Keule."'' <ref>[http://www.karsli.net/?p=88 Ein Deutsch-gebürtiger Auschwitz Überlebender über den Missbrauch der Antisemitismus-Keule anlässlich der Klage von Jamal Karsli MdL. gegen die Herren Friedman und Spiegel / Dr. Hajo G. Meyer]</ref>
  
== Beispiel E ==
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== Beispiel "Tod eines Kritikers" ==
  
 
Der [[FAZ]]-Mitherausgeber [[Frank Schirrmacher]] setzte im Jahr 2002 in der Debatte um Martin Walsers umstrittenen Roman [[Tod eines Kritikers]] die ''Antisemitismuskeule'' sehr schwungvoll ein indem er Walser ein "''Spiel mit antisemitischen Klischees''" vorwarf. <ref>[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22776360.html ''"FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher über seine Ablehnung des Walser-Textes im Spiegel 23/2002'']</ref> Prominente wie [[Fritz J. Raddatz]] oder [[Günter Grass|Günther Grass]] konnten dagegen in Walsers Roman keinerlei Antisemitismus erkennen. <ref>[http://www.kultur-fibel.de/Kultur%20Fibel,%20Buch,%20Walser,%20Tod%20e.%20Kritikers.html ''Tod eines Kritikers'' auf ''www.kultur-fibel.de'']</ref>
 
Der [[FAZ]]-Mitherausgeber [[Frank Schirrmacher]] setzte im Jahr 2002 in der Debatte um Martin Walsers umstrittenen Roman [[Tod eines Kritikers]] die ''Antisemitismuskeule'' sehr schwungvoll ein indem er Walser ein "''Spiel mit antisemitischen Klischees''" vorwarf. <ref>[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22776360.html ''"FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher über seine Ablehnung des Walser-Textes im Spiegel 23/2002'']</ref> Prominente wie [[Fritz J. Raddatz]] oder [[Günter Grass|Günther Grass]] konnten dagegen in Walsers Roman keinerlei Antisemitismus erkennen. <ref>[http://www.kultur-fibel.de/Kultur%20Fibel,%20Buch,%20Walser,%20Tod%20e.%20Kritikers.html ''Tod eines Kritikers'' auf ''www.kultur-fibel.de'']</ref>
  
== Beispiel F ==
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== Beispiel "Kritik an der Israel-Lobby" ==
  
 
Den Kritikern der Aktivitäten der [[Israel-Lobby]] begegnete z.B. der Kommentarchef der [[Welt am Sonntag]], [[Alan Posener]], anlässlich eines Auftritt von Mearsheimer und Walt mit der ''Antismeitismuskeule'', indem er den Auftritt undifferenziert unter der Überschrift "''Antisemitische Verschwörungstheorie''" kommentierte und die differenzierte Betrachtung der beiden US-amerikanischen Forscher damit einfach auf eine Stufe mit antisemitischen Hetzschriften wie z.B. den ''Protokollen der Weisen von Zion'' stellte.  <ref>''Hat Israel eine Lobby?''; aus der FAZ Nr. 266, Seite 39 vom 15.11.2007</ref>
 
Den Kritikern der Aktivitäten der [[Israel-Lobby]] begegnete z.B. der Kommentarchef der [[Welt am Sonntag]], [[Alan Posener]], anlässlich eines Auftritt von Mearsheimer und Walt mit der ''Antismeitismuskeule'', indem er den Auftritt undifferenziert unter der Überschrift "''Antisemitische Verschwörungstheorie''" kommentierte und die differenzierte Betrachtung der beiden US-amerikanischen Forscher damit einfach auf eine Stufe mit antisemitischen Hetzschriften wie z.B. den ''Protokollen der Weisen von Zion'' stellte.  <ref>''Hat Israel eine Lobby?''; aus der FAZ Nr. 266, Seite 39 vom 15.11.2007</ref>
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== Beispiel Günter Grass: "Was gesagt werden muss" ==
 
== Beispiel Günter Grass: "Was gesagt werden muss" ==
  
Das Gedicht des Literaturnobelpreisträögers Günter Grass ([http://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht102.html im Wortlaut]]) erschien am 4. April 2012 in der [[Süddeutschen Zeitung]] und in der linksliberalen römischen Tageszeitung "Repubblica" und löste ein umfangreiches Medienecho aus:
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Das Gedicht des Literaturnobelpreisträögers Günter Grass ''[[Was gesagt werden muss]]'' erschien am 4. April 2012 in der [[Süddeutschen Zeitung]] und in der linksliberalen römischen Tageszeitung "Repubblica" und löste ein umfangreiches Medienecho aus:
  
 
* Bild: "Günter Grass empört Deutschland. Irres Gedicht gegen Israel."<ref>[http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/irres-gedicht-gegen-israel-23502664.bild.html]</ref>
 
* Bild: "Günter Grass empört Deutschland. Irres Gedicht gegen Israel."<ref>[http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/irres-gedicht-gegen-israel-23502664.bild.html]</ref>

Version vom 6. April 2012, 21:35 Uhr

Als Antisemitismuskeule bezeichnet man das Totschlagargument in hitzigen Diskussionen, dass dem Kontrahenten direkt oder indirekt antisemitische Einstellungen oder Motive unterstellt. Die Antisemitismuskeule wird bevorzugt in Deutschland in Debatten um politische oder historische Inhalte gerne dann als letzter Trumpf eingesetzt, wenn einem der Kontrahenten in einer Diskussion keine sachlichen Argumente mehr zur Entkräftung der gegnerischen Argumentation einfallen. Ob die Antisemitismusvorwürfe im Einzelfall begründbar sind oder nicht, spielt beim Einsatz der Antisemitismuskeule keine wesentliche Rolle. Der Kontrahent wird durch den Einsatz der Antisemitismuskeule erst mal geschickt in die Schmuddelecke gestellt, aus der er sich auf Grund der speziell in Deutschland erhöhten Sensibilität gegenüber einem realen oder vorgeblichen vorhandenen Antisemitismus nur sehr schwer wieder befreien kann. Der verfeinerte Einsatz der Antisemitismuskeule besteht darin, den Kontrahenten nicht in plumper und eventuell strafrechtlich relevanter Weise direkt als Antisemiten zu bezeichen, sondern dieses indirekt aber unmissverständlich geschickt anzudeuten. Der wahre Künstler am Instrument der Antisemitismuskeule formuliert also z.B.:

"Ich kann mich des unangenehmen und schockierenden Eindrucks antisemitischer Untertöne bei den Äußerungen einiger der Mitdiskutanten hier nicht erwehren."

Der Einsatz der Antisemitismuskeule wurde nach der Debatte um die Paulskirchenrede von Martin Walser im Jahr 1998 im Zuge immer hysterischer geführter Antisemitismus-Debatten zunehmend populär und gehört heute zum festen und unverzichtbaren Bestandteil des Diffamierungsinstrumentariums in öffentlichen Diskussionen und der politischen Auseinandersetzung.

Besonders beliebt ist die Antisemitismuskeule in linksextremistischen [1] oder sonst politisch korrekten Zirkeln, um u.a. Islamkritiker in einen Topf mit Antisemiten zu werfen und ohne sachliche Diskussion eigene Gegner zu brandmarken. So meint Wolfgang Kaufmann:

"Hier nämlich kommt nun die Mutter aller Argumente gutmenschlicher Provenienz zum Einsatz: Wer den Islam für eine Bedrohung halte, folge demselben Reaktionsmuster wie der Antisemitismus!" [2].

Solche Instrumentalisierung der Antisemitismus-Vergleiche zur Verteidigung des Islam wird abermals auch durch Juden wie Henryk M. Broder entschieden abgelehnt. [3].

1 Beispiel "Gerhard Wisnewski"

Die Antisemitismuskeule wird in Fernsehdiskussionen gerne zur Diffamierung des Kontrahenten und zur Unterhaltung des Publikums eingesetzt. So warf Gerald Karner in einer ORF-Talkrunde vom 9. September 2009 Gerhard Wisnewski Antisemitismus vor. [4] [5]

2 Beispiel "Alexander Solschenizyn"

Im Feuilleton der FAZ vom 8. Juni 2002 unter der Überschrift "Der erste Kreis des Antisemitismus" schwang der Leitungsfunktionär der Zionistischen Organisation in Deutschland (ZOD), Arno Lustiger, die Antisemitismuskeule gegen den Literaturobelpreisträger Alexander Solschenizyn. [6]

3 Beispiel aus der Wikipedia

Ein exemplarisches Beispiel von vielen für den virtuosen Einsatz der Antisemitismuskeule im virtuellen Raum ist folgender Diskussionsverlauf aus der deutschsprachigen Wikipedia:

  • Auf den neu erstellten Artikel eines Benutzers, hier Benutzer M genannt, wird ein Löschantrag wegen mangelnder Relevanz der biographierten Person gestellt. [7] [8]
  • Benutzer M ärgert sich anscheinend darüber, dass auf der Diskussionsseite zum Löschantrag einige der anderen Benutzer für die Option Löschen plädieren.
  • Nachdem Benutzer M keine überzeugenden sachlichen Argumente mehr einfallen, greift er auf seiner eigenen Diskussionsseite mit folgenden Worten zur Antisemitismuskeule, in dem er einigen der Befürworter einer Löschung erst mal in drastischen Worten Antisemitismus unterstellt:
"Ich kann mir nicht helfen, aber ich spüre den Pesthauch des Antisemitismus fast körperlich, der mich da von einigen Löschbefürwortern anweht." [9]
  • Als nächstes beschwert sich ein anderer Benutzer, hier Benutzer O genannt, über diesen pauschalen Antisemitismusvorwurf:
"da holt man also die chemische Keule des Arguments "Antisemitismus" mit unerhörter, beleidigender und nicht zu duldender Wortwahl heraus - dies als globale Unterstellung allen Löschbefürwortern gegenüber. Da müssten aber schnellstens Grenzen gesetzt werden. Der Antragstellter des LA ist nun gefragt." [10]
  • Darauf hin präzisiert Benutzer M seinen Antismeitismusvorwurf genauer, so dass er nun auch speziell persönlich auf Benutzer O gemünzt ist:
"dass die Orientalistentante [11] hier aufkreuzt, ist geradezu Beweis ...." [12]
  • Nachdem ein dritter Benutzer, hier Benutzer A genannt, sich in den Diskussionsverlauf einschaltet, setzt Benutzer M auch gegen ihn gezielt die Antisemitismuskeule ein:
"Der nächste Beweis. Es funzt."[13]
  • Danach geht die Diskussion über die Berechtigung zum Einsatz der Antisemitismuskeule in der Wikipedia zwischen mehreren Benutzer munter los. Einige Benutzer raten den Kontrahenten zur Besonnenheit während andere, wie z.B. Benutzer A mit persönlichen Beleidigungen noch weiter Öl in das Feuer gießen:
"Was bist Du nur für ein hinterhältiger Zeitgenosse. Da wird mir ja Michel Friedman, der Kotzbrocken, langsam sympatisch" [14]
  • Fazit dieser Diskussion auf üblich hohem Wikipedianiveau ist am Ende, dass Benutzer M für den dreimaligen Einsatz der Antisemitismuskeule keine Konsequenzen bzw. Sanktionen wie z.B. Verwarnungen oder Benutzersperren hinzunehmen hat. Benutzer A dagegen wird für seine Beleidigung gegen Benutzer M für einen Tag gesperrt.[15] Die Administratoren der Wikipedia tolerieren also damit den Einsatz der Antisemitismuskeule und fördern ihren Einsatz auch in zukünftigen Diskussionen.

4 Beispiel "Jamanl Karsli"

In der Auseinandersetzung um Äußerungen des Grünen-Abgeordneten Jamal Karsli setzten z.B. Michel Friedman und Paul Spiegel nach Einschätzung des Holocaustüberlebenden Dr. Hajo G. Meyer die Antisemitismuskeule ein:

"Die Art, wie die zwei genannten Herren, respective vize-Vorsitzender und Vorsitzender des „Zentralrats der Juden in Deutschland“ ihre Beschuldigungen meinen begründen zu können ist in meinen Augen ein Grundkurs in dem Fach: Wie verteidige ich jegliche Entgleisung der Regierung von Israel in Sachen Menschlichkeit, Diskriminierung und militärischem Verhalten, durch Missbrauch der Gift tragenden Antisemitismus-Keule." [16]

5 Beispiel "Tod eines Kritikers"

Der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher setzte im Jahr 2002 in der Debatte um Martin Walsers umstrittenen Roman Tod eines Kritikers die Antisemitismuskeule sehr schwungvoll ein indem er Walser ein "Spiel mit antisemitischen Klischees" vorwarf. [17] Prominente wie Fritz J. Raddatz oder Günther Grass konnten dagegen in Walsers Roman keinerlei Antisemitismus erkennen. [18]

6 Beispiel "Kritik an der Israel-Lobby"

Den Kritikern der Aktivitäten der Israel-Lobby begegnete z.B. der Kommentarchef der Welt am Sonntag, Alan Posener, anlässlich eines Auftritt von Mearsheimer und Walt mit der Antismeitismuskeule, indem er den Auftritt undifferenziert unter der Überschrift "Antisemitische Verschwörungstheorie" kommentierte und die differenzierte Betrachtung der beiden US-amerikanischen Forscher damit einfach auf eine Stufe mit antisemitischen Hetzschriften wie z.B. den Protokollen der Weisen von Zion stellte. [19]

7 Beispiel Günter Grass: "Was gesagt werden muss"

Das Gedicht des Literaturnobelpreisträögers Günter Grass Was gesagt werden muss erschien am 4. April 2012 in der Süddeutschen Zeitung und in der linksliberalen römischen Tageszeitung "Repubblica" und löste ein umfangreiches Medienecho aus:

  • Bild: "Günter Grass empört Deutschland. Irres Gedicht gegen Israel."[20]
  • Henryk M. Broder: "Grass schreibt wie ein SS-Mann."
  • Michael Wolffsohn: Der Text wäre in der "National-Zeitung" "gut platziert" gewesen. Es sei "so ziemlich jedes antisemitische Klischee darin, das man aus der rechtsextremen Ecke kennt.“
  • Ralph Giordano nannte Grass' Gedicht einen "Anschlag auf Israels Existenz."[21]
  • Elie Wiesel: "Ist der alte Deutsche plötzlich zurückgekehrt und hat sein Haupt erhoben?" Und er ergänzt: "Ich hätte erwartet, dass Grass angesichts seiner belasteten und problematischen Vergangenheit ein bisschen mehr Umsicht und Bescheidenheit an den Tag legen würde."
  • Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden: "Das „Gedicht“ ist gar keines, sondern ein Pamphlet von Hass und Hetze."[22]

8 Einzelnachweise

  1. Vgl diesbezügliche Diskussion durch Wikipedia-Antifanten
  2. Wer ist hier paranoid? Von Wolfgang Kaufmann
  3. Sind Muslime die Juden von heute?
  4. Ein ‘Nicht-Verschwörungstheoretiker’ in Aktion auf www.mosaik911.de
  5. Antisemitismuskeule in einer Fernsehdiskussion des ORF
  6. Wolfgang Strauss: Antisemitismuskeule contra Solschenizyn
  7. Setzen des Löschbausteins im Artikel durch den Löschantragssteller
  8. Eintrag des Artikels auf der Löschseite durch den Antragsteller
  9. Erster Einsatz der Antisemitismuskeule durch Benutzer M
  10. Protest gegen die Antisemitismuskeule durch Benutzer O
  11. Anm.: Mit "Orientalistentante" ist hier Benutzer O gemeint.
  12. Zweiter Einsatz der Antisemitismuskeule durch Benutzer M in einer genau auf Benutzer O zugeschnittenen Form
  13. Dritter Einsatz der Antisemitismuskeule durch Benutzer M
  14. Beleidigung von Benutzer C gegen Benutzer M
  15. Eintagessperre von Benutzer A
  16. Ein Deutsch-gebürtiger Auschwitz Überlebender über den Missbrauch der Antisemitismus-Keule anlässlich der Klage von Jamal Karsli MdL. gegen die Herren Friedman und Spiegel / Dr. Hajo G. Meyer
  17. "FAZ"-Mitherausgeber Frank Schirrmacher über seine Ablehnung des Walser-Textes im Spiegel 23/2002
  18. Tod eines Kritikers auf www.kultur-fibel.de
  19. Hat Israel eine Lobby?; aus der FAZ Nr. 266, Seite 39 vom 15.11.2007
  20. [1]
  21. [2]
  22. [3]