Altes Testament

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Kain erschlägt seinen Bruder Abel - eine bekannte Geschichte im Alten Testament, Gemälde von Lorenzo Sabbatini (1530–1576)

Als Altes Testament (oder Erstes Testament) wird der erste Teil der Bibel bezeichnet.

Es enthält die 24 Erzählungen aus dem Tanach, teilweise in etwas anderer Reihenfolge, sowie etwa ebensoviele weitere Bücher und Schriften. Das Alte Testament wurde überwiegend in hebräisch, teilweise auch in aramäisch verfasst. Es ist in mehrere Bücher unterteilt, die teilweise nach bestimmten Personen benannt sind, z.B. Moses, Josua oder Samuel. Viele christliche Glaubensrichtungen erkennen das Alte Testament noch heute an. Die gnostischen Sekten betrachten es als erfüllt.

1 Übersicht

1.1 I. Pentateuch

Pentateuch (Πεντετεύχως = „Fünfgefäß“) ist die griechische Bezeichnung der fünf Bücher Mose, hebräisch Chamischa Chumsche Tora ("die fünf Fünftel der Tora"), kurz: Chumesch. Tora heißt auf hebräisch "Weisung", "Gesetz". Es enthält Religionsgesetze mit historischer Begründung. Die im Allgemeinen heute anerkannte Quellenscheidungstheorie unterscheidet im Pentateuch vier Quellenschriften: Jahwist (J), Elohist (E), Deuteronomium (D) und Priesterschrift (P).

Die fünf Bücher haben folgende Bezeichnungen und Inhalte:

1. Genesis, 1. Buch Mose (Schöpfung, Urgeschichte, Paradies und Sündenfall, der Brudermord, Ahnen, die Arche Noahs, der Turmbau, Abraham und die Engel, Sodom und Gomorrha, Opferung Isaaks, das Erbbegräbnis, Elieser und Rebekka, die Himmelsleiter, Jakob ringt mit dem Engel, Josef und seine Brüder, Jakobs Segen; 12 Wochenabschnitte, 50 Kapitel)
2. Exodus, 2. Buch Mose (Auszug aus Ägypten, Sinaibund und Stiftshütte, Grundlegung des Gesetzes, die Geburt Mosis, der brennende Dornbusch, die zehn Gebote, das goldene Kalb, das Schilflied; 11 Wochenabschnitte, 40 Kapitel)
3. Leviticus, 3. Buch Mose (Gesetz; Priestergesetze, Kultus- und Opferbestimmungen; 10 Wochenabschnitte, 27 Kapitel), auch Priesterkodex (Torat Kohanim) genannt
4. Numeri, 4. Buch Mose (von den Zählungen in der Wüste bis zur Eroberung des Ostjordanlandes; Gesetz, der Priestersegen, Bileams Sprüche; 10 Wochenabschnitte, 36 Kapitel)
5. Deuteronomium, 5. Buch Mose (Wiederholung des mosaischen Gesetzes, Höre Israel, das Lied Mosis; 11 Wochenabschnitte, 34 Kapitel)

1.2 II. Geschichtsbücher

6. Josua (Einnahme des Landes, Jericho, Aufteilung des Landes auf die zwölf Stämme)
7. Richter (die heroische Zeit, Gideon, Jeftahs Gelübbde, Simson, das Kebsweib zu Gibea, das Debora-Lied als vielleicht ältestes Stück der Bibel; Pflanzen-Fabel [Maschal])
8. Ruth, im Tanach die erste der kleinen „fünf Rollen“, wurde im Bibelkanon hinter das Richterbuch gesetzt, weil die Erzählung in der Richterzeit spielt
9. Samuel I., Fortsetzung des Richterbuches, 31 Kapitel
10 Samuel II., 24 Kapitel
11. Könige I.-II. Fortsetzung der Bücher Samuel, 22 Kapitel, in der Septuaginta als 3. Buch Könige gezählt
12. Könige II., 25 Kapitel, in der Septuaginta als 4. Buch Könige gezählt
13. Chronik I - Paralleldarstellung zu den Königen – aber nur die Könige Judas behandelnd
14. Chronik II; Kriege und Zerfall, Salomos Urteil, Elia auf dem Horeb; Gleichnis des höchsten Baums
15. Esra (zum Teil Aramäisch), die Erinnerungen Esras, der für die religiöse Reform verantwortlich war, Esra als eigentlicher Erneuerer des Judentums nach dem Verlust der staatlichen Selbständigkeit;
16. Nehemia; die in erster Person erzählten Memoiren des Nehemia, der um die Mitte des 5. vorchristlichen Jhdts. als Beauftrager der persischen Regierung den Wiederaufbau Jerusalems leitete und das jüdische Gemeinwesen reorganisierte;
17. Tobit (Tobias)
18. Judit
19. Ester (die fünfte der kleinen „fünf Rollen“ im Tanach) + Zusätze
20. 1. Makkabäer
21. 2. Makkabäer

1.3 III. Lehrbücher

22. Hiob / Ijob (Erkenntnis durch Leid; Gottes Rede aus dem Gewitter: Auseinandersetzung mit dem Vergeltungsproblem); Hiob (Ijow), der leidende Gerechte, vom Satan verleumdet, von Gott gestraft, von den Freunden gescholten, besteht die göttliche Prüfung [Hiob-Legende: Dichtung in Dialogform, 42 Kap., laut agadischer Tradition von Mose verfasst]
23. Psalmen / der Psalter [griech. psalterion, ein Saiteninstrument, zu dessen Begleitung die Lieder gesungen wurden] (Tehillim) (Gebete, Hymnen; die Himmel rühmen …; der Herr ist mein Hirte, von der Vergänglichkeit; lobe den Herrn, meine Seele; danket Gott …; an den Wassern Babylons); Psalmen = Tehillim = "Lobgesänge" / Kultlieder; Einzel-Psalm: Mismor = "Lied", erstes Hagiographen-Buch, Sammlung religiöser Lieder, Hymnen und Gebete, grundlegend für jüdische (und christliche) Liturgie, nach der Tradition von David verfasst bzw. redigiert (II. Chr. 29,30), umfassen 150 Stücke in fünf Abteilungen (beginnend Ps. 1 – 42 – 73 – 90 – 107); ["Psalmen Salomos" ist pseudepigraphisches Buch (griechisch, ursprünglich hebräisch, 18 Kapitel)]
24. Buch der Sprichwörter / Sprüche Salomos, lat. Proverbia (Sammlung sittlich-religiöser und profaner Sprüche, Weisheit, Lebensregeln; die wackere Hausfrau, König Salomo zugeschrieben, 31 Kapitel)
25. Kohelet [hebr. "Versammler", "Gemeindeleiter"]/grch. Ekklesiastes [Vulgata: Ecclesiastes]/dt. „Prediger“, dritte der kleinen „fünf Rollen“ im Tanach, enthält Betrachtungen über die Unbeständigkeit alles Irdischen (der grübelnde Geist; alles ist eitel; alles hat seine Zeit); Kohelet ist Eigen- oder Beiname des königlichen Verfassers (nach der Tradition: Salomo, stammt jedoch tatsächlich aus dem späten 3. Jhdt. v. Chr., wie der starke hellenistische Einfluss deutlich macht); Aphorismen-Sammlung ohne umfassende sachliche Gliederung
26. Hoheslied (Schir ha-Schirim, "Lied der Lieder") (Liebesdichtung; Schwarz aber lieblich, Sulamith, "die Friedliche", gräzisiert: Salome, dort 7,1 besungen), zweite der kleinen „fünf Rollen“ im Tanach, Sammlung althebräischer Liebespoesie, Salomo zugeschrieben, nach traditioneller Auslegung Allegorie des Verhältnisses zwischen Gott und der Gemeinde Israel, 8 Kapitel
27. Weisheit Salomos
28. Jesus Sirach

1.4 IV. Propheten

Als weibliche Propheten kennt die Bibel die Richterin Debora und die Prophetin Huld. Die im folgenden biblischen Bücher werden "Propheten" genannt, weil Propheten in ihnen auftreten und zugleich als ihre Verfasser gelten. Sechs gelten als Große Propheten:

29. Jesaja (pathetische Weissagung, Rede an die Töchter Zions, Gleichnis vom Weinberg, Gottes Thron und die Engel, vom einstigen Frieden; tröstet, tröstet mein Volk! – der Knecht Gottes, das Leiden des Gerechten, Verheissung der Gnade; Kapitel 40 ff. werden von der Bibelwissenschaft einem anderen Propheten / Deuterojesaja / Deutero-Jesaja zugeschrieben)
30. Jeremia (Predigten, Rahel weint um ihre Kinder; rhythmische Mahnrede und Weissagung, dazwischen geschichtliche Berichte über den Untergang Judas)
31. Klagelieder, vierte der kleinen „fünf Rollen“ im Tanach; Elegien über die Zerstörung Jerusalems: fünf Lieder, die den Untergang der heiligen Stadt beklagen; von der Tradition dem Propheten Jeremia zugeschrieben
32. Baruch mit Brief des Jeremia
33. Ezechiel/Hesekiel/Jecheskel („Gott ist mächtig“) (Visionen, der göttliche Wagen; Klage, Ach und Weh, Predigt gegen die Buhlerin, Auferstehung der Toten; eine der Quellen jüdischer Mystik/Thronwagen-Vision - und Eschatologie/Belebung der Toten, neuer Tempel und neues Jerusalem;
34. Daniel (Visionen, Weissagungen, Belsazars Gastmahl; Daniel 5 "Mene tekel", aram. "gezählt" und "gewogen", wunderbare Schrift an der Wand, Unglücksverkündung für Belsazar, von Daniel gedeutet; Gebet des Asarja, Gesang der drei Männer im Feuerofen, Erzählungen von Bel und dem Drachen; Susanna) [das Buch stammt nicht von Daniel und aus der Exilszeit, sondern aus der Makkabäerzeit, geschrieben in den Jahren nach -168]

Die zwölf kleinen Propheten (Dodekapropheton, aram.Tre Assar) sind:

(1.) Hosea (hauptsächlich Strafpredigt, zentrales Thema die Liebe Gottes zu seinem Volk; textlich schlecht erhalten)
(2.) Joël (apokalyptischen Charakters)
(3.) Amos („der Beladene“), soziale Kritik
(4.) Obadja („Knecht Gottes“) (ein Kapitel, kleinstes Buch der Bibel)
(5.) Jona („Taube“) (Bussprediger zu Ninive, vom Walfisch verschlungen und wieder ausgespien) [im Übrigen zur Taube / ausserhalb des Jona-Buchs: Jona = Taube = reiner Vogel, Opfertier; eine Taube bringt Noah die Botschaft vom Ende der Sintflut]
(6.) Micha (soziale Kritik, Unheils- und Heilsweissagung)
(7.) Nahum / Nachum („Tröster“) (Weissagung gegen Assyrien)
(8.) Habakuk [Zeitgenosse Daniels?]
(9.) Zefanja („Gott verhüllt“)
(10.) Haggai [Heimkehrer aus dem babylonischen Exil, Aufruf und Ermunterung zum Wiederaufbau des zerstörten Tempels]
(11.) Sacharja/Secharja („Ruhm Gottes“; griech.: Zacharias) (Vision und messianische Weissagung) [dessen acht Nachtgesichte ergänzt durch "Deutero-Sacharja" und "Trito-Sacharja"]
(12.) Maleachi (Meleachi) („mein Bote“, „mein Engel“)

2 Inhalt

Das Alte Testament (AT) kündigt den Messias an. Darum verteidigten damals einige das Alte Testamentes, wie die alte Kirche, wenngleich viele Minderheiten das AT ablehnten. Zusammen niedergeschrieben wurden das Alte und Neue Testament wahrscheinlich im Jahre 350 nach Christus.[1]

In der Auslegung des AT gibt es auch zwischen den beiden großen deutschen Kirchen Differenzen: Während die katholische Kirche den ganzen Tanach mit verschiedenen Bücher aus der Septuaginta behielt, sind für die protestantischen Glaubensrichtungen hingegen nur der Tanach übernommen worden. Nach liberalen Auslegungen wollte Jesus bis zum Ende der Welt die Liebe in die Welt bringen (Matthäus 5, 17). Hier gibt es nun unter Bibelforschern einen Streit, ob sich Jesus auf die alten Regeln bezieht oder aber auf das alte mosaische Gesetz. Da sich die Bibelstelle Mt 5, 17 direkt auf 1. Johannes 2, 7 bezieht, kann man auch davon ausgehen, dass Jesus die "wahren" Regeln wiederherstellen wollte, die sich auf Matthäus 22, 40 und Matthäus 7, 12 bezogen haben. In Matthäus 22, 40 steht geschrieben:[2]


„"...Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." 38 Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39 Das andere aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 40 In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten...."“

Jesus erwähnte in seinen sog. "Antithesen" mit den Worten "ich aber sage euch"[3] als Grundlage der sogenannten Fälschung der Priester. Der Hintergrund dieser "Fälschung" lag weit zurück. Jesus stellte diese "Fälschungen" der Priester, die sich im Tanach manifestierten, richtig und bezog diese Kritik auf Matthäus 22, 40. Wenn Jesus dann in positiver Weise von den "Gesetzen" sprach, dann meinte er nicht die fünf Bücher Mose, sondern das einzig wahre göttliche Gesetz, die Nächstenliebe und die Liebe zu Gott, die als höchstes Gesetz in Matthäus 22, 40 stehen. Im Gegensatz zu Jesus sprach Paulus nach Ansicht liberaler Theologen nun von Gesetzen, die in den fünf Büchern Mose festgehalten waren. Allerdings war er sich da wohl nach Ansicht liberaler Theologen selbst nicht ganz sicher, da er die Form des "Heils" von Jesus abschwächte und den Menschen als sündiges Wesen anerkannte und somit der Glauben alleine ausreichte.[4]


„Um diesen Gegensatz zwischen Paulus und Jesus noch besser zu verstehen, hilft auch die Frage, wie beide das so genannte "Alte Testament", die "Heilige Schrift" der jüdischen Religion, verstehen. Einig sind sich Jesus und Paulus darin, dass die vielen hundert Gesetzesvorschriften dort nicht zu Gott führen. Doch aus unterschiedlichen Gründen. Weil Priester im Laufe der Jahrhunderte dort Texte fälschten und auf diese Weise ihre eigene Lehre in der "Heiligen Schrift" als "Wort Gottes" und als "Gesetz" ausgaben, stellt Jesus dies richtig; zum Beispiel in der Bergpredigt mit seinen bekannten Worten: "Ich aber sage euch" (Matthäusevangelium, Kapitel 5; in der theologischen Wissenschaft spricht man von "Anti-Thesen"). Wenn Jesus nun aber in positiver Weise vom "Gesetz" sprach, dann meinte er folglich nicht die Fünf-Bücher-Mose, sondern er meinte das ursprüngliche, tatsächlich von Gott gegebene "Gesetz", das man eben zusammenfassen kann mit dem Liebegebot (Matthäus 22, 40) und der "Goldenen Regel" (Matthäus 7, 12), nämlich andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte (3a). Ganz anders als Jesus erkennt Paulus aber alle in den fünf Mose-Büchern niedergelegten Gesetzesvorschriften als Gotteswort an. "So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut", so ein Satz des Paulus (Römerbrief 7, 12). Paulus lehrt im Unterschied zum Alten Testament nun aber das Heil durch "Glauben", weil niemand die Vorschriften dieses "Gesetzes" alle erfüllen könne (Römerbrief 3, 9-28; Galaterbrief 2, 16) (3). Davon hat Jesus aber nicht gesprochen. Dem Mann aus Nazareth ging es immer um das rechte Tun und nicht um ein "Heil", das man sich durch eine bestimmte Glaubenseinstellung erwerben könne. Daran, an dem also, was Paulus lehrt, wird im 16. Jahrhundert vor allem Martin Luther anknüpfen. Und Martin Luther lehnt später nicht nur die Ethik des Alten Testaments als einen Weg zu Gott ab, wie es Paulus tut, sondern auch die Ethik des Jesus von Nazareth, nämlich das schrittweise Erfüllen seiner Lehre, wie sie z. B. in der Bergpredigt dargelegt ist. Nur der rechte Glaube führe nach Paulus und Luther angeblich zum "Heil" und zu Gott, nicht das Halten von Geboten gleich welcher Art (mehr dazu in Der Theologe Nr. 1 und in Der Theologe Nr. 35). Und Paulus hat die Bergpredigt von Jesus, wenn überhaupt, dann vermutlich auch nur teilweise gekannt...“

[5]

Weitere Belege für die liberalen Standpunkte finden sich zudem in der Apostelgeschichte, Jesus selber erwähnte dort immer wieder, dass die Regeln aus dem Tanach nicht mehr Gültigkeit haben und die Beschneidung erlaubt ist. Ob Jesus sich nun nur auf die Beschneidung bezog oder vollumfassend ist aber nicht geklärt oder überliefert:

3 Auslegungen

In der Auslegung des AT waren sich Jesus und Paulus nicht einig. Jesus vollkündete das Liebesgebot[6] und die Goldene Regel,[7] in der formuliert ist, dass man andere so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte, wohingegen Paulus sich auf auf Glaubensgrundsätze bezieht.[8]

Paulus sah diese Regeln selbst nicht als erfüllbar an, empfahl aber den Grundsätzen strikt zu folgen, denn nur der Glaube bringt die Menschen in den Himmel. Vielfach wird dies als Mittel bewertet, die Gläubigen an eine Staatskirche zu hängen.[9]

Paulus betrachtet darüber hinaus nach dem Tod Jesu die alten Gesetze als nicht mehr gültig. Analog zum Judasevangelium wurde der jüdische Gott als nachrangig betrachtet.[10] Insbesondere erweiterte bereits Jesus das mosaische Gesetz mit dem Liebesgebot dem sog. Doppelgebot (Gottes Liebe und goldene Regel sowie die Liebe unter den Menschen selber) In Kapitel 3, 12 Mose wurde das Gesetz nur dem Volk Israels gegeben und Paulus erweiterte es in seinen Briefen z.B. Korinth nur an bestimmte Personengruppen.

Unterschiede zum mosaischen Gesetz findet man auch in der Apostelgeschichte (Kapitel 15, 23-29), in der ab sofort die Beschneidung für "Judenchristen" nicht mehr erforderlich sei. Diese Linie wird auch in den apostolischen Briefen verfolgt, wonach kein Wort darin steht, dass Christen dies auch befolgen müssen.[11] Ganz klar wird das im Brief an die Galater in Kapitel 5, wonach Paulus die Beschneidung als nicht wichtig ansieht und in erster Linie den Glauben und die Liebe als verbindlich betrachtet.[12][13] Jesus gab sich dann ein neues Gesetz


„..besonders in den Briefen des Paulus, ist die, dass Christen nicht mehr länger unter der Herrschaft des Mosaischen Gesetzes sind. Diese Wahrheit wird mit deutlichen Worten und auf verschiedene Weise zum Ausdruck gebracht (siehe Röm 6, 14; 7,1-14.24-25; 4,21; 5,1.13; 2 Kor 3,7-18).“

Es ging nun vor allen Dingen darum, dass Paulus und die Bergpredigt "hier" gemeint: (Die alten Gesetze) als mehr gültig ansieht

Dies ergibt sich aus Gal 3, 24. Da nach dem Tode Jesu "die Zucht" fehle und ebenso aus Matt 5, 17. Nach Ansicht einiger weniger Theologen wird die HS gänzlich nicht als Sünde im NT angesehen.

Paulus hat indessen nicht den hohen Stellenwert in der katholischen Kirche wie Jesus, daher wurden auch die Paulusbriefe in der Wissenschaft mit Skepsis aufgenommen.

Im Hinblick dessen wurde eine Vertiefung auf Jesus Christus in der sog. Verfassung für die römisch-katholische Kirche vollzogen. Man richtete die Glaubensgrundsätze nun voll auf Jesus Christus aus. Dies wertet die Aussagen von Jesus nochmals deutlich auf und stellt das Liebesgebot über alles.

Im Lumen Gentium wird dies so dargestellt:


„Die Gemeinschaft mit Gott wird vermittelt durch die Gemeinschaft Gottes mit dem Menschen, die Christus in Person ist; die Begegnung mit Christus schafft Gemeinschaft mit ihm selber und so mit dem Vater im Heiligen Geist; sie vereint von daher die Menschen untereinander“

[14] [15]

4 Paulus Verständnis zum Alten Testament

Die Urchristen betrachteten die heute AT genannten Texte (damals als Tanach) und sahen es als unabgeschlossen an. Im NT bezeichnet der Begriff διαθήκη nie die gesamten Schriften, sondern nur einen Teil. Paulus von Tarsus bezog sich in Kor 3, 14 darauf und erzählte von der Willensoffenbarung Gottes am Berg Sinai. Diese Verse werden auch als Vergebung Gottes für die Kreuzigung Jesus und die Erneuerung des Bundes zu Gott gesehen.

5 Quellen und Literatur

Theologische Bücher zum Ersten / Alten Testament
  • Erich Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Kohlhammer Verlag
  • Thomas Staubli, Begleiter durch das Erste Testament, Patmos Verlag
Textgeschichte
Bibelkunde
Exegese
  • ISATEX (Informations-Stelle für Alt-Testamentliche Exegese), Heidelberg
Relation zum Judentum und zum Neuen Testament

6 Einzelnachweise

  1. Artikel Bibel II/III, Theologische Realenzyklopädie Band 6, Walter de Gruyter, 1. Auflage, Berlin 1980, S. 29 und 43
  2. http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus22,37-40
  3. zu finden im Matthäusevangelium, Kapitel 5
  4. siehe Römerbrief 7, 12; Römerbrief 3, 9-28; Galaterbrief 2, 16
  5. http://www.theologe.de/theologe5.htm#Umdeutung Theologe;DieterPotzel
  6. http://www.bibleserver.com/#/text/EU/Matthäus22,40 Mt22,40EU
  7. Matthäus 7, 12f
  8. Römerbrief 7, 12
  9. Röm 3, 9-28f; Ga l2, 16
  10. Ga l3, 24; Matt 5, 17
  11. Kolosser 2, 16; Tim. 4, 3; Hebräer 9, 8-14
  12. Fragen zum Thema
  13. Das Mosaische Gesetz..Autor:J.Hampton KethleyIII
  14. Die Ekklesiologie der Konstitution Lumen gentium, Josef Cardinal Ratzinger; Redaktion Stephan Otto Horn und Vinzenz Pfnür. Augsburg: St. Ulrich Verlag 2002, S. 107-131 (ISBN: 3-929246-80-5)
  15. Bistum Regensburg