Agnes Miegel: Unterschied zwischen den Versionen

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Die NSDAP umwarb die erfolgreiche und anerkannte Dichterin, die keine Anhängerin der nationalsozialistischen Ideologie war ab dem Jahr 1933 intensiv. Entgegen der NS-Ideologie unterhielt sie sogar einen jüdischen Bekanntenkreis zu dem unter anderem Martin Buber gehörte.  
 
Die NSDAP umwarb die erfolgreiche und anerkannte Dichterin, die keine Anhängerin der nationalsozialistischen Ideologie war ab dem Jahr 1933 intensiv. Entgegen der NS-Ideologie unterhielt sie sogar einen jüdischen Bekanntenkreis zu dem unter anderem Martin Buber gehörte.  
  
Die regionalbezogenen und unpolitischen Themen ihrer Dichtung wurden von der staatlichen Propagandamaschinerie und ihren Organisationen vereinnahmt und führten 1933 zu ihrer Berufung in die schon gleichgeschaltete Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. Zwingende Bedingung dieser Funktion war ein Treueeid auf Hitler. NS-Organisationen wie der Frauenschaft und der NSDAP selber trat sie erst relativ spät, 1937 und 1940 eventuell auch auf politischen Druck bei. <ref> Prof. Paul Leidinger, Westfälische Nachrichten vom 6.10.2010 </ref>
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Die regionalbezogenen und unpolitischen Themen ihrer Dichtung wurden von der staatlichen Propagandamaschinerie und ihren Organisationen vereinnahmt und führten 1933 zu ihrer Berufung in die schon gleichgeschaltete Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. Zwingende Bedingung dieser Funktion war ein Treueeid auf Hitler. NS-Organisationen wie der Frauenschaft und der NSDAP selber trat sie erst relativ spät, 1937 und 1940 eventuell auch auf politischen Druck bei. <ref> Prof. Paul Leidinger, Westfälische Nachrichten vom 6.10.2010 </ref>  
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Miegels Werk enthält keinen Antisemitismus, Rassismus oder gar die Abqualifizierung politisch Andersdenkender. Es gibt lediglich zwei innerhalb ihres umfangreichen Gesamtwerkes fast zu vernachlässigende Gedichten, in denen sie sich auf den ersten Blick etwas naiv bewundernd zu Hitler äußert. Doch auch im nach Auftrag von Joseph Goebbels verfassten Gedicht ''Dem Schirmer des Volkes'' aus dem Jahr 1939 ist inhaltlich keine Propaganda für das NS-Regime festzustellen. Es enthält zwar die von Goebbels gewünschten "Ergebenheits-Adressen" an Hitler, sieht dann aber hellsichtig den "Weltenbrand" und Untergang des Regimes und Deutschlands voraus.
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==

Version vom 20. Oktober 2010, 16:48 Uhr

Profil.png Profil: Miegel, Agnes
Beruf Schriftstellerin und Journalistin
Persönliche Daten
9. März 1879
Königsberg
26. Oktober 1964
Bad Salzuflen


Agnes Miegel * 9. März 1879 im ostpreußischen Königsberg ; gest. 26. Oktober 1964 in Bad Salzuflen war eine deutsche Schriftstellerin, speziell Balladendichterin, und Journalistin.

1 Leben

Ihre Vorfahren mütterlicherseits lebten ursprünglich in Filzmoos im zu Österreich gehörenden Salzburger Land. Sie waren dann im Jahr 1732 als wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgte Flüchtlinge auf Angebot des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. nach Ostpreußen ausgewandert. Ihre Eltern waren der Kaufmann Gustav Adolf Miegel und seine Frau Helene, geborene Hofer. [1]

2 Verhältnis zum Nationalsozialismus

Die NSDAP umwarb die erfolgreiche und anerkannte Dichterin, die keine Anhängerin der nationalsozialistischen Ideologie war ab dem Jahr 1933 intensiv. Entgegen der NS-Ideologie unterhielt sie sogar einen jüdischen Bekanntenkreis zu dem unter anderem Martin Buber gehörte.

Die regionalbezogenen und unpolitischen Themen ihrer Dichtung wurden von der staatlichen Propagandamaschinerie und ihren Organisationen vereinnahmt und führten 1933 zu ihrer Berufung in die schon gleichgeschaltete Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. Zwingende Bedingung dieser Funktion war ein Treueeid auf Hitler. NS-Organisationen wie der Frauenschaft und der NSDAP selber trat sie erst relativ spät, 1937 und 1940 eventuell auch auf politischen Druck bei. [2]

Miegels Werk enthält keinen Antisemitismus, Rassismus oder gar die Abqualifizierung politisch Andersdenkender. Es gibt lediglich zwei innerhalb ihres umfangreichen Gesamtwerkes fast zu vernachlässigende Gedichten, in denen sie sich auf den ersten Blick etwas naiv bewundernd zu Hitler äußert. Doch auch im nach Auftrag von Joseph Goebbels verfassten Gedicht Dem Schirmer des Volkes aus dem Jahr 1939 ist inhaltlich keine Propaganda für das NS-Regime festzustellen. Es enthält zwar die von Goebbels gewünschten "Ergebenheits-Adressen" an Hitler, sieht dann aber hellsichtig den "Weltenbrand" und Untergang des Regimes und Deutschlands voraus.

3 Einzelnachweise

  1. Burkhard Bittrich: "Das Land Nimmermehr" - Ostpreußen im Werk von Agnes Miegel; in Jens Stüben (Hrsg.): Ostpreußen - Westpreußen - Danzig / Eine historische Literaturlandschaft, Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Band 30, Oldenbourg, 2007, S. 437
  2. Prof. Paul Leidinger, Westfälische Nachrichten vom 6.10.2010


4 Weblinks

 Commons: Agnes Miegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

5 Einzelnachweise

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